Olbertz: "Senkung der Schulabbrecherquote und optimale Berufsorientierung sind die Herausforderungen des kommenden Schuljahrs"

"Die ehrgeizigen Ziele in der Bildungspolitik, aber auch die demografische Entwicklung und die schwierige Haushaltslage werden das kommende Schuljahr erneut vor große Herausforderungen stellen", betont Kultusminister Prof. Dr. Jan-Hendrik Olbertz. Als wichtigstes Ziel benennt er die bestmögliche Förderung der Potenziale eines jeden Kindes und eines jeden Jugendlichen. Dabei spiele eine wichtige Rolle, dass das Kabinett der Verordnung zur Schulentwicklungsplanung bis 2013/14 zustimmte, so dass auch kleinere Schulen im ländlichen und dünnbesiedelten Raum bestehen bleiben und das gegenwärtige Schulnetz auch perspektivisch weitestgehend erhalten bleiben könne, um weite Schulwege zu vermeiden.

22.08.2008 Sachsen-Anhalt Pressemeldung Kultusministerium des Landes Sachsen-Anhalt

Auch im kommenden Schuljahr wird wieder besondere Aufmerksamkeit auf die Senkung der Schulabbrecherquote gelegt. Um den abschlussgefährdeten Schülerinnen und Schülern Unterstützung zu leisten, haben sich das Sozial- und das Kultusministerium gemeinsam um den Einsatz von Mitteln aus dem Europäischen Strukturfond (ESF) bemüht und das Programm "Projekte zur Vermeidung von Schulversagen und zur Senkung des vorzeitigen Schulabbruchs" aufgelegt.

"Neben diesem Engagement", so Minister Olbertz, "geht es aber ebenso um die Steigerung des Anteils höherwertiger Schulabschlüsse, die den jungen Menschen einen Zugang zu den Hochschulen und zur Ausbildung in hochqualifizierten Berufen ermöglichen." Im Laufe des Schuljahres 2008/09 wird ein Schulversuch erproben, wie Schulen unterschiedlicher Schulformen bei der Förderung hochbegabter Schülerinnen und Schüler zusammen arbeiten können. Die außerunterrichtlichen Angebote (Korrespondenzzirkel, Kreisarbeits-gemeinschaften, Spezialistenlager) werden hinsichtlich ihrer Wirksamkeit für die Förderung besonders begabter Schülerinnen und Schüler überprüft. Vorgesehen ist die Erweiterung des Themenspektrums und die Weiterentwicklung von Spezialistenlagern zu einer Juniorakademie.

Als eine ebenso wichtige Aufgabe für das neue Schuljahr benannte Olbertz die politische Bildung der Schülerinnen und Schüler. Nicht zuletzt die verstärkte Europabildung in den Schulen richtet sich vor allem auf die Vermittlung von Kompetenzen, die zu einem chancenreichen Leben in einem gemeinsamen Europa befähigen sollen. Die Deutsche Einheit jährt sich 2009/2010 zum 20. Mal. Dies soll Anlass für eine vertiefte thematische Auseinandersetzung mit der SED-Diktatur sein. Die bedeutsamen Ereignisse der Wendezeit haben das Kultusministerium veranlasst, verschiedene Aktivitäten für Schülerinnen und Schüler anzubieten. In Weiterführung der Landeskampagne "Hingucken und Einmischen! Für ein tolerantes und demokratisches Sachsen-Anhalt" sind vielfältige Projekte gegen Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus geplant.

Unausgewogene Ernährung und unzureichende Bewegung führen bei den deutschen Kindern und Jugendlichen zunehmend zu gesundheitlichen Problemen, dies verdeutlichen die Ergebnisse des Kinder- und Jugendgesundheitssurveys 2006 (KiGGS) und der Nationalen Verzehrstudie II 2007. Da keine andere Institution so lange und so verlässlich Zugang zu allen Kindern und Jugendlichen hat, trägt die Schule neben dem Elternhaus als wichtige Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler eine besondere Verantwortung für die Umsetzung zeitgemäßer gesundheitsfördernder Konzepte. Der Nationale Aktionsplan, den das Bundeskabinett im Juni 2008 verabschiedete, benennt für den schulischen Bereich konkrete Möglichkeiten zielgerichteten Handelns. Vor allem orientiert der Aktionsplan auf die fächerübergreifende Ernährungs- und Verbraucherbildung sowie auf Bewegungsförderung.

Die Berufsorientierung sieht Bildungsminister Olbertz als eine sehr wesentliche Aufgabe für das beginnende Schuljahr und nennt an erster Stelle die weitere erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Schule und Wirtschaft: "Ökonomische Bildung eröffnet durch die konsequente Verknüpfung von Theorie und Praxis neue Perspektiven im Hinblick auf die Wahl des Ausbildungsberufes. Kaum ein anderes Lernfeld bietet so viele Möglichkeiten, außerschulische Lernorte einzubeziehen, um authentische Erfahrungen mit der Arbeits- und Wirtschaftswelt zu machen", betont der Minister und dass der Lehrplan in diesem Kontext kompetenz- und praxisorientiert sein und den Sekundarschulen größere Gestaltungsspielräume für den Unterricht bieten müsse. Zum Ende des kommenden Schuljahres werden Arbeitsgruppen einen neuen Lehrplan für die Sekundärschule vorlegen. Er soll ab dem Schuljahr 2009/10 zur Erprobung eingeführt und nach diesem Praxistest - und nach gegebenenfalls erforderlichen Verbesserungen - verbindlich in Kraft treten.

"Grundsätzlich ist wichtig", so der Minister, "dass Rückmeldungen aus der schulischen Praxis und die Auswertung von Leistungserhebungen stärker mit der Lehrplanentwicklung und der Lehreraus- und -fortbildung verknüpft werden. Erfolgreiche Initiativen und Erfahrungen aus den einzelnen Schulen sollen künftig stärker gebündelt, verallgemeinert und in der Lehrerschaft verbreitet werden." Zu diesem Zweck nimmt ab 1. Januar 2009 das Landesinstitut für Lehrerfort- und Weiterbildung LISA die Arbeit einer Qualitätsagentur in Ergänzung seines bisherigen Leistungsspektrums auf. Hier werden künftig alle Aufgaben der schulbezogenen Qualitätsentwicklung mit den bisherigen Aufgaben des Landesinstituts vernetzt. Die Qualitätsagentur konzipiert, organisiert und begleitet Qualitätsfeststellungen an den Schulen sowie schulische Leistungsvergleiche und widmet sich der Auswertung der Ergebnisse und ihrer Umsetzung.


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