Philologenverband NRW

Philologen-Verband NRW: Länderstudie bescheinigt Gymnasien hohes Leistungsvermögen

Überzeugend dokumentiert der erste deutsche Ländervergleich zum Erreichen der Bildungsstandards in den Fächern Deutsch und 1. Fremdsprache (Sekundarstufe I), dass die Gymnasien in Deutschland besonders gut abschneiden. In den untersuchten Fächern Deutsch, Englisch und Französisch "liegen große Anteile der Schülerinnen und Schüler deutlich oberhalb der von der KMK gesetzten Regelstandards für den Mittleren Schulabschluss. Unterschiede zwischen den Ländern sind nicht durch eine verkürzte Gymnasialzeit oder auch das neunjährige Gymnasium zu erklären" (Stellungnahme der Kultusministerkonferenz).

23.06.2010 Pressemeldung Philologenverband NRW (PhV NRW)

"Sehr hohe Leistungen werden in den Gymnasien vieler Länder erreicht; so liegen in einigen Ländern über 40 Prozent der Schülerinnen und Schüler bereits in der 9. Jahrgangsstufe über den Regelstandards für den Mittleren Schulabschluss." (a.a.O.) Unzweifelhaft erreichen damit sehr viele Schülerinnen und Schüler, die den Mittleren Schulabschluss anstreben, an Gymnasien bereits ein Jahr vor Abschluss der Sekundarstufe I (an Gymnasien in NRW endet die Sekundarstufe I nach der 9. Klasse) die Ziele der Bildungsstandards für die Fächer Deutsch und die 1. Fremdsprache.

Im Bereich des Lese- und Hörverstehens liegen die NRW-Ergebnisse für Gymnasien sowohl im Fach Deutsch wie auch im Fach Englisch im Länderdurchschnitt, allein in Orthographie ist das Ergebnis schlechter als der Länder-Mittelwert. In Französisch wurde auf einen Ländervergleich verzichtet.

Nordrhein-Westfalen platziert sich bei sämtlichen Ergebnissen des bundesweiten Schul-Leistungsvergleichs im Mittelfeld. "Angesichts der ersten PISA-Studie vor 10 Jahren, die die Lesekompetenz in den Mittelpunkt rückte, ist dies eine erfreuliche und positive Entwicklung", bilanziert Peter Silbernagel, Vorsitzender des Philologen-Verbandes.

Nach wie vor belegt aber auch diese Studie, dass insbesondere Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund eine sehr frühe und gezielte Unterstützung im Bereich der Sprachfähigkeiten benötigen.

Die Länder Berlin und Brandenburg, die eine längere Grundschulzeit kennen, sowie das Land Hamburg, das die Verlängerung der Grundschulzeit plant, schneiden beim Ländervergleich ausgesprochen schlecht ab.

"Gewinner" des Vergleichs sind wiederum die Länder Bayern, Baden-Württemberg und Sachen, die seit Jahren statt auf Strukturdebatten auf solide Unterrichtsarbeit und verlässliche Inhalte setzen.

"Zu hoffen bleibt, dass in Nordrhein-Westfalen mit dem Wechsel der Landesregierung die Bestrebungen zur Qualitätsverbesserungen nicht ersetzt werden durch ineffiziente und kräfteraubende Strukturdebatten", so Peter Silbernagel.


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