Philologen-Verband zu PISA 06 – Ergänzungsstudie: Kompliment für Lern- und Leistungsfähigkeit des deutschen Schulsystems
Gelassen-zuversichtlich wertet der nordrhein-westfälische Philologen-Verband die Ergebnisse der aktuellen Ergänzungsstudie PISA 06 ´im Ländervergleich´. Wenn auch NRW beim Kompetenzbereich Naturwissenschaften im Länder-Ranking unterdurchschnittlich einen hinteren Platz einnimmt, steht das Land doch keineswegs auf einem Abstiegsplatz.
18.11.2008 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung Philologenverband NRW (PhV NRW)Im Ländervergleich zur 1. PISA-Studie 2000 rangierte NRW in ´Naturwissenschaften´ 22 Punkte hinter dem OECD-Durchschnitt. 2003 verkürzte man auf immerhin noch 11 Punkte unter dem OECD-Durchschnitt. Bei der 3. Studie 2006 liegt man mit 503 Punkten sogar leicht über dem OECD-Maß.
Im oft bemühten Vergleich mit skandinavischen Ländern erreicht NRW mit 503 Punkten den gleichen Platz wie Schweden im Kompetenzbereich Naturwissenschaften. Zum Vergleich: Dänemark liegt bei 496, Norwegen abgeschlagen bei 487 (Niveau: Bremen) Punkten.
"Das für NRW ausgebrachte Ergebnis ist zwar kein Grund zu himmelhochjauchzendem Jubel, aber ebenfalls nicht für Trauer und Trübsal", so Peter Silbernagel, Vorsitzender des Philologen-Verbandes. "Insgesamt sind die Befunde ein großartiges Ergebnis guter Reformschritte in fast allen Bundesländern. Ein deutliches Kompliment gebührt den Lehrerinnen und Lehrern sowie den Schülerinnen und Schülern. Immerhin lagen bei der 1. PISA-Studie in ´Naturwissenschaften´ noch 12 (!) Bundesländer signifikant unter dem OECD-Gesamtdurchschnitt. 2003 waren es noch 7 Bundesländer. 2006 liegt nur noch Bremen signifikant unter dem Durchschnitt."
Während sich NRW deutlich in Naturwissenschaften verbessert, liegt das Land in Mathematik gemeinsam mit 7 weiteren Bundesländern unter dem OECD-Durchschnitt. Bei der Lesekompetenz sieht es besser aus: NRW rückt mit Platz 8 sehr nahe an den gesamtdeutschen Durchschnitt heran.
Ein unterer Tabellenplatz für NRW ist absolut kein Grund zur Demotivation. Vielmehr zeigt die klare Leistungssteigerung, dass viele Anstrengungen eine positive Wirkung zeigen.
Für das vielgliedrige Schulsystem in Deutschland dokumentieren die Befunde, dass man in einem Zeitraum von 6 Jahren schneller als erwartet zur Leistungsspitze der OECD-Länder aufschließt. Experten vermuteten nämlich, dass sich die Reformen erst nach mindestens 10 Jahren auswirken würden.
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