PISA-Ergebnisse: Mittelmaß - Keine Aussichten auf Championsleague
Keinen Anlass zur Euphorie sieht die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in den leicht verbesserten PISA-Ergebnissen.
07.12.2010 Pressemeldung GEW Schleswig-Holstein"Ohne die PISA-Resultate überzubewerten, lässt sich feststellen: Bildung in Deutschland kommt im internationalen Vergleich über Mittelmaß nicht hinaus und ist nach wie vor extrem von der sozialen Herkunft abhängig", sagte Matthias Heidn, Landesvorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) heute (7.12.2010) in Kiel zu den neuesten PISA-Ergebnissen. Er forderte höhere Investitionen für Bildung, und zwar von der Kita über die Schule bis zur Hochschule. Mit Bildungsausgaben (ohne Hochschulen) in Höhe von 4,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts liege Deutschland noch Welten vom Ziel 7 Prozent. entfernt, das die Kanzlerin und die Ministerpräsidenten in Dresden 2008 gemeinsam ausgerufen hätten.
Ein rohstoffarmes Land wie Deutschland müsse auf eine gute Ausbildung seiner Kinder setzen, so der Gewerkschafter. "Mit einem Platz im Mittelfeld darf man da nicht zufrieden sein. Ein Bundesliga-Trainer von einem Verein mit Championsleague-Ambitionen sagt ja auch nicht: "Ach, Platz 14 ist auch ganz schön"!" Ein hoch entwickeltes Land wie Deutschland könne sich doch nicht damit zufrieden geben, rund einem Fünftel der Jugendlichen die notwendige Bildung vorzuenthalten und als Problemfälle abzustempeln." Es bleibe außerdem in einem demokratischen Land weiterhin eine Schande, wenn ein Arbeitersohn sechsmal schlechtere Chance aufs Abitur habe als eine Chefarzttochter.
Für die Zukunft erwartet Matthias Heidn in Schleswig-Holstein kaum Besserung. Die Bildungspolitik von Minister Klug und der Landesregierung ließen leider nicht erkennen, dass es in absehbarer Zeit besser werden könnte.
Konkret kritisierte der GEW-Landesvorsitzende an der Politik der Landesregierung:
- die Streichung von 3600 Lehrerstellen
- das geplante Retro-Schulgesetz, das gemeinsames Lernen wieder zurückdrängt
- die Halbierung der Differenzierungsstunden an Regional- und Gemeinschaftsschulen
- das Festhalten an der Ausbildung von Lehrkräften für Schularten, die es gar nicht mehr gibt (Hauptschulen, Realschulen)
- viel zu große Gruppen in den Kindertagesstätten
- das geplante Verramschen von Studienplätzen an Niedersachsen
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