Berlin

PISA: Erste Erfolge sichtbar – aber nicht zurücklehnen

Der aktuelle PISA-Bericht 2009 bescheinigt Deutschland, dass sich die Leistungen der Schülerinnen und Schüler im internationalen Vergleich seit PISA 2000 kontinuierlich verbessert haben.

07.12.2010 Pressemeldung Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung

Die Lesekompetenz hat sich von PISA 2000 zu PISA 2009 verbessert und liegt mit nunmehr 497 Punkten im Mittelfeld der OECD-Staaten. Die mathematische Kompetenz hat sich seit PISA 2003 ebenfalls kontinuierlich verbessert. Mit 513 Punkten gehört Deutschland 2009 erstmals zu der Gruppe jener Staaten, die deutlich über dem OECD-Durchschnitt von 496 Punkten liegt. Auch in der naturwissenschaftlichen Kompetenz liegen die deutschen Schülerinnen und Schüler bei durchschnittlich 520 Punkten und damit deutlich oberhalb des OECD-Durchschnitts von 501 Punkten (vgl. Anlage: PM der KMK).

Berlins Bildungssenator Jürgen Zöllner sieht insbesondere vier Kernbotschaften in den Ergebnissen:

  1. Die von den Ländern nach PISA 2000 eingeleiteten Maßnahmen beginnen zu greifen. Dazu gehören vor allem der Ausbau der Ganztagsschulen sowie Maßnahmen der Qualitätssicherung. Die Effekte zur frühkindlichen Förderung werden sich in der kommenden PISA-Studie zeigen.
  2. Die großen Unterschiede im Jahr 2000 zwischen den leistungsschwächsten und den leistungsstärksten Schülerinnen und Schülern konnten verringert werden. Positiv ist dies insbesondere vor dem Hintergrund, dass dies nicht zu Lasten des Niveaus der leistungsstärksten Schülerinnen und Schüler gegangen ist.
  3. Die sehr erfreuliche Entwicklung in der Mathematik und den Naturwissenschaften ist auf die verschiedenen Maßnahmen zur Verbesserung der Unterrichtsentwicklung zurückzuführen (vgl. SINUS). Dies ist ein Indiz dafür, dass allgemein auch die Verbesserung des Fachunterrichts im Fokus stehen sollte.
  4. Die große Herausforderung bleibt nach wie vor, Kinder aus bildungsfernen Elternhäusern sowie Kinder mit Migrationshintergrund noch besser zu fördern. Unsere Aufmerksamkeit muss sich insbesondere auf die bildungsfernen Kinder richten, da deren Leistungsunterschiede zu den entsprechenden Vergleichsgruppen doppelt so groß sind.

Bildungssenator Zöllner: "Wir dürfen uns nicht zurücklehnen. Die Ergebnisse bestätigen uns aber, dass wir insbesondere mit unserer Schwerpunktsetzung ganztägiger Bildung in Grundschulen und Integrierten Sekundarschulen sowie der Qualitätssicherung in Berlin auf dem richtigen Weg sind. Entscheidend für die Lernfortschritte ist das tägliche Engagement der Lehrerinnen und Lehrer sowie der Erzieherinnen und Erzieher."

Allgemeines zu PISA 2009 – Berliner Anteil

Testzeitraum für PISA 2009 war vom 20.04.2009 bis zum 22.05.2009. Die Neuntklässler befanden sich im Schuljahr 2008/2009. In der Erhebung wurden pro Schule 27 15-Jährige und zusätzlich zwei komplette 9. Klassen einbezogen.

In Berlin beteiligten sich an der deutschen Stichprobe sechs Schulen: eine Haupt-, eine Real-, zwei Gesamtschulen sowie zwei Gymnasien mit rund 500 Schüler/-innen, das waren rund fünf Prozent der deutschen Schulstichprobe (analog zum Königssteiner Schlüssel). Die Schulen besitzen Vertrauensschutz, abgesehen davon sind seit Schuljahr 2010/2011 75 % der Berliner Schulstichproben in integrierte Sekundarschulen umgewandelt worden.


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