Einigung

Schulkonsens in NRW mit Sekundarschule

(red) Regierung und CDU-Opposition in Nordrhein-Westfalen haben sich noch vor Ferienbeginn auf einen Schulkonsens geeinigt. Neu in NRW: Die Sekundarschule für die Klassen 5 bis 10.

19.07.2011 Artikel

Die Sekundarschule endet nach der zehnten Klasse mit der sogenannten Ausbildungs- oder Oberstufenreife. Eine gymnasiale Oberstufe gibt es in der Sekundarschule nicht. Neben der neuen Schulform wird es in NRW künftig weiter auch Gesamtschule, Realschule, Gymnasium und Hauptschule geben. Das gemeinsame Schulgesetz soll im Herbst verabschiedet werden und eine Laufzeit bis 2023 beinhalten. Die ersten Sekundarschulen könnten dann zum Schuljahr 2012/2013 an den Start gehen.

Lehrerverbände – von GEW bis zum Philologenverband – äußerten sich in ersten Stellungnahmen positiv zu der Einigung.

"Wir glauben an gute Entwicklungschancen für die neuen Sekundarschulen und freuen uns über die positiven Signale für die Gesamtschulen in NRW", erklärte die Vorsitzende der GEW NRW, Dorothea Schäfer. "Wichtig ist, dass die neue Schulform alle Bildungswege offen hält. Dies geschieht durch die gymnasialen Standards und die zwingende Kooperation mit einer gymnasialen Oberstufe."

"Der Gordische Knoten ist gelöst", kommentierte der VBE-Vorsitzende Udo Beckmann den zwischen CDU, SPD und Grünen gefundenen Schulkonsens. "Nach mehr als 40 Jahren erbittertem Streit darf der 19. Juli 2011 in der nordrhein-westfälischen Schulpolitik als historischer Tag gelten."

"Wir begrüßen die zwischen CDU, SPD und Grünen geschlossene Übereinkunft, weil sie eine eindeutige Abkehr von der Einheitsschule bedeutet, zu der die rot-grüne Gemeinschaftsschule eine Vorstufe war", betonte Brigitte Balbach, Vorsitzende von lehrer nrw, dem ehemaligen Realschullehrerverband NRW.

"Ein ehrlicher, tragfähiger Kompromiss wurde erzielt. Die Handschrift aller Beteiligten ist erkennbar. Die Gewinner sind eindeutig die Schülerinnen und Schüler!", wertete Peter Silbernagel, Vorsitzender des Philologen-Verbandes, das Ergebnis. Der Konsens sei bundesweit einmalig und eröffne die Chance, einen jahrzehntelan­gen ideologischen Streit um den Vorrang einer gegliederten oder einer integrierten Schulstruktur zu beenden.


Weiterführende Links

  • Schulkonsens: Die Vereinbarung

Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden