Sehrbrock: Endlich maßgeschneiderte Förderung für jedes Kind verwirklichen

Anlässlich der aktuellen Ergebnisse der PISA-Studie sagte die stellvertretende DGB-Vorsitzende Ingrid Sehrbrock am Dienstag in Berlin:

18.11.2008 Pressemeldung Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB)

"Trotz der partiell guten Ergebnisse müssen wir feststellen, dass nicht alle Jugendlichen profitieren. Nach wie vor sind Arbeiterkinder und Kinder aus Migrantenfamilien benachteiligt. Es bleibt ein erheblicher Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und der Chance von Jugendlichen, ein Gymnasium zu besuchen.

Es ist an der Zeit, maßgeschneiderte Förderung für jedes Kind anzubieten und die Belastungen der Lehrerinnen und Lehrer zu verringern. Wenn wir national und international einen Spitzenplatz in Bildung und Innovation wollen, müssen wir schwächere Schülerinnen und Schüler besonders begleiten. Bund und Länder müssen sich nun auf die frühe und individuelle Bildung aller Jungen und Mädchen in Kindertagesstätten und Ganztagsschulen konzentrieren. Gute Konzepte in guten Schulen gibt es bereits. Jetzt heißt es: das Rad nicht neu erfinden, sondern von den guten ´abschreiben´.

Aufstieg durch Bildung war die Forderung des Bildungsgipfels. Bund und Länder sind gefordert, die Ausgaben pro Schülerin und Schüler zu erhöhen. Erfolgreiche Bundesländer wie Sachsen oder Bayern haben die meisten Unterrichtsstunden (12.107 bzw. 11.496) und geben mehr Geld pro Schülerin und Schüler aus. Mit 6.400 Euro liegt Thüringen klar über dem Bundesdurchschnitt von 5.100 Euro. Andere Bundesländer müssen diesem Beispiel folgen."

Laut PISA-Studie liegt der Besuch des Gymnasiums von Jugendlichen aus der "oberen Dienstklasse" (z. B. aus einem Akademikerhaushalt) zwischen 47 Prozent (Bayern) und 63 Prozent (Brandenburg). Hingegen besuchen von den 15-Jährigen aus Familien von un- oder angelernten Arbeiterinnen und Arbeitern nur zwischen 8 Prozent (Bayern) und 20 Prozent (Thüringen und Sachsen-Anhalt) ein Gymnasium.


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