Unterrichtsausfall besonders krass in Mathematik und Physik
Mehr als jeder zweite Lehrer an Gymnasien weist auf den Unterrichtsausfall an seiner Schule hin. Die Allensbach-Umfrage "Lehre(r) in Zeiten der Bildungspanik. Eine Studie zum Prestige des Lehrerberufs und zur Situation an den Schulen in Deutschland" vom 24.04.2012 befragte 2.096 Personen, darunter einen repräsentativen Querschnitt von Lehrern an allgemeinbildenden Schulen in Deutschland. Mehr als jeder 5. Lehrer an Gymnasien beklagte den hohen Unterrichtsausfall in Mathematik. Jeder 6. Lehrer stellte fest, dass das Fach Physik nicht ausreichend versorgt ist.
04.05.2012 Pressemeldung Philologenverband NRW (PhV NRW)Nach Auffassung des nordrhein-westfälischen Philologen-Verbandes zeichnet sich für die nächsten Jahre nicht ab, dass der fachspezifische Mangel in Mathematik und in den naturwissenschaftlichen Fächern an Gymnasien und Gesamtschulen gelindert wird. Er fordert daher, die Entwicklung nicht tatenlos hinzunehmen, sondern das Problem kreativ und offensiv anzugehen. Schul- und Hochschulvertreter sollten sich an einen Tisch setzen, um die Herausforderung gemeinsam zu bewältigen.
"Es ist frustrierend, dass ein Großteil der jungen Menschen, die ein Lehramtsstudium in Mathematik oder in einem naturwissenschaftlichen Fach beginnen, nach kurzer Zeit einen Fachwechsel vornehmen. Die Hochschulen müssen ihre Verantwortung ernst nehmen. Allein, die Ansprüche so hoch zu schrauben, dass viele Studierende aufgeben, ist keine Lösung! Die hohen Abbrecherquoten sind auch ein Grund dafür, dass Hunderte von Lehrkräften mit den gesuchten Fächern fehlen", kritisierte Peter Silbernagel, Vorsitzender des Philologen-Verbandes.
Zurzeit werden im Schulministerium wieder die Pläne aus der Schublade geholt, in den ersten Jahren des Gymnasiums die Fächer Biologie, Chemie und Physik zum Fach "Naturwissenschaft" zusammenzulegen. 2005 hatte die schwarz-gelbe Landesregierung als erste Maßnahme die Einführung des Faches "Naturwissenschaften" gestoppt. Der Philologen-Verband warnt vor einer Neuauflage dieses Irrweges. Damit nämlich werde nur der fachspezifische Mangel in Physik kaschiert. Keinesfalls fühlten sich so junge Menschen animiert, ein Studium der MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) aufzunehmen.
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