VBE: Hohes Niveau halten

Die richtige Antwort auf die Herausforderungen unseres Zusammenlebens ist es nicht, einfach das Anspruchsniveau in den Schulen herabzusetzen, sondern mit allen Anstrengungen Schüler zu einem qualifizierten Abschluss an der jeweiligen Schulart zu führen. Die Ansicht vertritt der Vorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) im Landesbezirk Südbaden, Ekkehard Gabriel (Gundelfingen), angesichts einer in der Kultusministerkonferenz (KMK) erkennbaren Tendenz, an den bundesweit verbindlichen Bildungsstandards zu rütteln, auf die sie sich 2004 geeinigt hatten. Dabei soll der Anspruch nach unten korrigiert werden.

17.11.2008 Baden-Württemberg Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-Württemberg

Mit Spannung erwartet der VBE Südbaden deshalb die aktuellen Ergebnisse der Länderergebnisse der PISA-Studie am morgigen Dienstag, wohl wissend, dass in Deutschland solchen Statistiken viel zu viel Bedeutung beigemessen wird. Da aber die Länder der Bundesrepublik insgesamt europaweit eher im Mittelfeld liegen, muss die richtige Antwort auf die neue Statistik auf jeden Fall sein, dass die Schulen in die Lage versetzt werden, schwächere Schülerinnen und Schüler individuell zu fördern. Diese Förderung muss nach VBE-Ansicht schon im Kindergarten ansetzen und über die Grund- wie auch die Sonderschule in allen weiterführenden Schulen fortgesetzt werden. Gerade im Primarbereich versagt aber die Qualitätsoffensive des Landes, denn in den Grundschulen wird es auch in den kommenden beiden Schuljahren Klassen mit 31 Schülern geben.

Der VBE betrachtet auch mit Sorge, so Ekkehard Gabriel, dass die Schulen trotz ihrer bereits enormen Arbeit mit der Erarbeitung von Lernstandsdiagnosen überschüttet werden, ohne dass dafür den Lehrkräften ein zeitlicher Ausgleich zugestanden wird. Ebenso vermissen die Schulen ein konkretes Angebot zusätzlicher Ressourcen nach erfolgter Diagnose. Was nützt es, fragt Ekkehard Gabriel, wenn ich feststelle, dass ein junger Mensch Fieber hat, aber der Kranke hat kein Geld, um die erforderlichen Medikamente zu kaufen?

Deshalb bleibe der VBE bei seinen Grundforderungen nach kleineren Klassen, Absenkung der Lehrerdeputate und Erhöhung der Anrechnungen für Mehrbelastungen.


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