VBE: Schulstruktur darf kein Tabuthema sein

"Sich angesichts sinkender Schülerzahlen und des veränderten Elternwillens Gedanken über die Zukunft des Schulsystems zu machen, gehört zum Gestaltungsauftrag der Politik", erklärt Udo Beckmann, Vorsitzender der Lehrergewerkschaft VBE NRW. "Die von verschiedenen Seiten geäußerte Empörung über den Pinkwart-Vorschlag kann der VBE deshalb weder nachvollziehen noch teilen."

13.11.2007 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband NRW

Schulstrukturen sind keine Naturgesetze, die man als gegeben hinnehmen muss und über deren Veränderung man nicht nachdenken darf. Vor allem in den ländlichen Kommunen wissen die Schulträger das längst und sie entwickeln kreative Konzepte. Es kann nicht Aufgabe der Bildungspolitik sein, sich in jeder Hinsicht beharrend zu zeigen und mit einer "Augen zu und durch-Mentalität" zu agieren.

"Für den VBE ist der Vorschlag eines Politikers, über die Entwicklung unseres Schulsystems ergebnisoffen zu diskutieren, ein Schritt in die richtige Richtung", so Beckmann weiter. "Mit Denkverboten bewegen wir ganz sicher nichts."

Der VBE ist offen für eine solche Diskussion. Er hat schon vor langer Zeit einen runden Tisch aller Parteien gefordert, um einen Ausweg aus der Erstarrung in dieser Frage zu finden. Darüber hinaus vertritt der VBE die Auffassung, dass innere und äußere Schulreform zwei Seiten einer Medaille sind.

"Statt eine massive Belastung des Koalitionsklimas zu beklagen, sollte die CDU endlich aus ihrer Erstarrung erwachen und die Signale ihrer eigenen Basis wahrnehmen", so Beckmann abschließend. "Zunehmend mehr CDU-geführte Kommunen haben schon längst kein Verständnis mehr für die Blockadehaltung ihrer Landespartei. Wer wie der CDU-Fraktionsvorsitzende die Schulstrukturfrage "ausgelatscht" nennt, dem sei gesagt: der sich ewig wiederholende Hinweis auf die so genannte Einheitsschule ist mindestens genauso ausgelatscht."


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