Jeder sechste Auszubildende hat ausländische Staatsangehörigkeit
2025 hatten über 16 Prozent der Auszubildenden zwischen 15 und 34 Jahren eine ausländische Staatsangehörigkeit. Ohne sie wäre die Zahl der Auszubildenden in Deutschland deutlich stärker gesunken, zeigt eine aktuelle Analyse des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW).
30.10.2026 Bundesweit Pressemeldung Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW)Rund 255.000 ausländische Auszubildende im Alter von 15 bis 34 Jahren gab es 2025 in Deutschland. Sie machten 16,3 Prozent aller Auszubildenden dieser Altersgruppe aus; 1999 lag der Anteil noch bei 5,3 Prozent. Die Zahl deutscher Auszubildender derselben Altersgruppe sank hingegen von ihrem Höchststand 2008 bis 2025 um 23 Prozent – von rund 1,7 Millionen auf 1,3 Millionen. Der Zuwachs ausländischer Auszubildender glich den Rückgang nicht aus, federte ihn aber deutlich ab.
Besonders Fachkräfte mit Berufsausbildung fehlen
Der Bedarf an qualifiziertem Personal ist groß: Von Juli 2025 bis Juni 2026 konnten rechnerisch 340.242 von insgesamt 1.062.236 offenen Stellen für Fachkräfte nicht besetzt werden. Der Grund: Bundesweit gab es keine Arbeitslosen mit passendem Suchprofil. Gut sechs von zehn dieser Stellen setzten eine abgeschlossene Berufsausbildung voraus. Die Ausbildung von Nachwuchsfachkräften ist damit zentral für die Fachkräftesicherung.
Weil immer weniger junge Deutsche nachrücken, gewinnen ausländische Jugendliche an Bedeutung. So gelingt es immer besser, ausländische Jugendliche in Deutschland für eine Ausbildung zu gewinnen. Während im Jahr 2004 nur 2,6 Prozent der ausländischen Jugendlichen zwischen 15 und 34 Jahre eine Ausbildung gemacht haben, waren es im Jahr 2025 6,2 Prozent. Damit liegen sie immer noch unter der Quote deutscher Auszubildender von 7,4 Prozent im Jahr 2025. Der Abstand hat sich jedoch deutlich verringert, auch weil der Anteil deutscher Jugendlicher, die sich für eine Ausbildung entscheiden, rückläufig ist.
Politik muss Übergang ausländischer Azubis in den Beruf erleichtern
Der Druck auf den Ausbildungsmarkt wächst. „Wir müssen das Potenzial der ausländischen Jugendlichen, die schon hier sind, besser ausschöpfen – und zugleich Jugendliche aus Drittstaaten gezielt anwerben", sagt IW-Expertin Lydia Malin. Nötig seien bessere Berufsorientierung, Sprachförderung und Hilfe auf dem Wohnungsmarkt. „Die Politik sollte den Übergang von der Ausbildung in den Beruf klar regeln und unnötige Hindernisse abbauen", so Malin.
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