Flächendeckende Sprachförderung und Schulvorbereitung weiter intensiviert

Die im vergangenen Jahr erstmals gestartete flächendeckende zusätzliche Sprachförderung vor der Einschulung in den Kindertagesstätten wird zum Kindergartenjahr 2007/2008 weiter ausgebaut. Bildungs- und Jugendministerin Doris Ahnen betonte heute in Mainz: "Das Programm zur Verbesserung von Sprachförderung und Schulvorbereitung, das die Landesregierung im Rahmen des Programms ,Zukunftschance Kinder – Bildung von Anfang an´ aufgelegt hat, erfreut sich in den Kindertagesstätten, bei den Trägern und Jugendämtern und insbesondere auch bei den Eltern einer hohen Wertschätzung." Das habe sich bereits im vergangenen Kindergartenjahr gezeigt, in dem für mehr als 11.000 Kinder zusätzliche Sprachförderangebote im letzten Kindergartenjahr angeboten wurden.

18.07.2007 Rheinland-Pfalz Pressemeldung Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur, Rheinland-Pfalz

Anzahl der Sprachförderkurse steigt weiter

"Im kommenden Kindergartenjahr werden nach bisheriger Planung in mehr als 2.100 Basis- und Intensiv-Förderkursen landesweit voraussichtlich über 14.000 Kinder in ihrer Sprachentwicklung gezielt unterstützt werden. Um über 20 Prozent auf mehr über 350 Maßnahmen für rd. 6.300 Kinder steigt zudem die Zahl der Zusatzmaßnahmen für die Schulvorbereitung", kündigte die Bildungs- und Jugendministerin an und ergänzte: "Die Planungen von Kindertagesstätten und Jugendämtern zeigen, dass das in den seit 2004 geltenden Bildungs- und Erziehungsempfehlungen für Kindertagesstätten festgehaltene Ziel, alle Kinder sollten bis zum Eintritt in die Schule aktiv und passiv an einem Gespräch auf Deutsch teilnehmen können, noch stärker als bislang auch für Kinder mit deutscher Herkunftssprache formuliert wird. Die im kommenden Kindergartenjahr für Sprachfördermaßnahmen vorgesehenen Kinder stammen fast zu gleichen Teilen aus Familien mit nichtdeutscher Herkunftssprache und aus Familien, in denen Deutsch gesprochen wird."

Insgesamt seien landesweit 2.159 Sprachfördermaßnahmen vorgesehen, die über die Jugendämter für die Landesförderung angemeldet wurden. Nach den Planungen der Kindertagesstätten und ihrer Träger könne damit rund 14.900 Kindern eine gezielte Sprachförderung angeboten werden. Bei 1.595 Maßnahmen handle es sich um Angebote der Basisförderung, 564 Mal seien Maßnahmen der Intensivförderung beantragt und mit einer Landesförderung ausgestattet worden. Die Basisförderung mit einer Gruppengröße von mindestens fünf Kindern und 100 Zeitstunden bezuschusst das Land mit 2.000 Euro, die Intensivförderung mit mindestens vier und höchstens sechs Kindern pro Gruppe und 200 Zeitstunden Sprachförderung mit 4.000 Euro. Die Verteilung über die Regionen zeige, dass in der Pfalz 778 Maßnahmen für 5.528 Kinder vorgesehen und in Rheinhessen 315 Sprachförderangebote für 2.007 Kinder geplant seien. In der Region Trier liege die Zahl bei 265 Maßnahmen für 1.761 Kinder und in der Region Koblenz bei 801 Maßnahmen, an denen 5.652 Kinder teilnehmen könnten.

Qualität der Sprachförderung ist Schwerpunkt – Fortbildung boomt

"Parallel zur Förderung des Ausbaus von Sprachfördermaßnahmen in Kindertagesstätten unterstützt das Land auf verschiedenen Wegen Maßnahmen zu Qualitätssteigerungen in der Sprachförderung", unterstrich die Bildungs- und Jugendministerin. Allein 2006 seien durch die Landesförderung von Fortbildungsmaßnahmen und durch die jährliche Sprachfachtagung rund 2.000 pädagogische Fachkräfte, die in der Sprachförderung aktiv seien, weitergebildet worden. In diesem Jahr würden insgesamt 2.400 Erzieherinnen, Erzieher und andere pädagogische Fachkräfte auf diese Weise erreicht.

Um landesweit zu gewährleisten, dass die zusätzlichen Sprachfördermaßnahmen auf hohem Niveau durchgeführt werden, werde aktuell gemeinsam mit einem Trägerverbund bestehend aus der Katholischen Erwachsenenbildung Rheinland-Pfalz, der Evangelischen Landesarbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung sowie dem Landesverband der Volkshochschulen und weiteren Fortbildungsinstitutionen ein Orientierungsrahmen zur Qualifizierung von Sprachförderkräften erarbeitet. Der Orientierungsrahmen solle trägerübergreifend das bereits jetzt hohe Niveau der Fortbildungen für Sprachförderkräfte weiter steigern helfen, unterstrich die Ministerin gemeinsam mit Elisabeth Vanderheiden von der Katholischen Erwachsenenbildung Rheinland-Pfalz, die die Federführung im Trägerverbund der Weiterbildungsinstitu- tionen übernommen hat. "Wir wollen uns auf ein Kompetenzprofil für Sprachförder-kräfte verständigen, damit wir allen Kindertagesstätten, ihren Träger und den Jugendämtern qualifizierte Kriterien für die Auswahl von Sprachförderkräften an die Hand geben können," betonten Doris Ahnen und Elisabeth Vanderheiden. Der Diskussionsprozess verlaufe sehr konstruktiv und eine entsprechende trägerübergreifende Vereinbarung könne bald abgeschlossen werden.

Die Bildungs- und Jugendministerin verwies darauf, dass auch das beim Schulanmeldetermin im September 2006 erstmals eingesetzte Einschätzverfahren zur Feststellung des Sprachförderbedarfs weiterentwickelt worden sei. Damit soll sichergestellt werden, dass auch der Sprachförderbedarf von Kindern, die keine Kindertagesstätte besuchten, erfasst werde. "Auf der Basis der Erfahrungen aus dem Herbst des vergangenen Jahres wurde ein Teil der Aufgabenstellungen in den Bereichen Wortschatz, Sprachverständnis, Sprachverarbeitung und phonologische Bewusstheit verändert sowie insbesondere ein neues eigenständiges Testfeld ,Kommunikationsverhalten´ verankert", sagte Doris Ahnen. Das Einschätzverfahren könne auch in den Kindertagesstätten – ergänzend zu den dort benutzten Beobachtungsverfahren für die sprachliche Entwicklung – zum Einsatz kommen. Die Informationsbroschüre über das Einschätzverfahren und dessen Hintergründe für Lehrkräfte, Erzieherinnen und Erzieher sowie vor allem für Eltern stehe nun auch in türkisch, russisch und polnisch zur Verfügung.

"Die im Kindergartenjahr 2005/2006 durchgeführte und kürzlich öffentlich vorgestellte Begleitstudie zur Sprachförderung in rheinland-pfälzischen Kindertagesstätten hat eindeutig ergeben, dass Sprachfördermaßnahmen sowohl auf die sprachliche Entwicklung der Kinder als auch auf den sozialen Umgang miteinander in den Kindertagesstätten sehr positive Auswirkungen haben", hielt Bildungs- und Jugendministerin Ahnen abschließend fest. Die Sprachförderung wirke sich positiv auf das gesamte Gruppengeschehen aus, da sich die geförderten Kinder stärker daran beteiligten, und das Selbstbewusstsein der Kinder werde durch die Förderung gestärkt. "Das verdeutlicht: Die Förderung der sprachlichen Kompetenz ist ein ganz zentraler Baustein von Bildung und Erziehung", sagte Doris Ahnen.

Anlagen: siehe rechte Spalte, oben


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