"Kinder in Bedrängnis" - Katja Thimm weist im Spiegel auf die aktuelle Belastungssituation hin
22.10.2011 Artikel
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Ausgehend von der dem Blick auf "das überforderte Kind" geht die Katja Thimm in ihrem Beitrag (Der Spiegel 42/2011, Seite 66 ff.)nicht nur der Frage nach: "Wie viel Ehrgeiz verträgt gute Erziehung?", sondern sie verweist darauf, dass die Eltern in einem bisher nicht bekannten Ausmaß verunsichert und "gestresst" sind, jedoch auch durch die Bedingungen "behindert" werden, ihre Kinder in angemessener Weise zu begleiten.
Kinder werden mit Angeboten in bester Absicht, um ja kein Zeitfenster zu verpassen, mit vielfältigen Angeboten konfrontiert. Dass dies eine Überflutung aber auch dem natürlichen Reifungsprozess "auf irrwitzige Weise" entgegenstehen kann, wird in dem Beitrag von Gerhard Roth, Neurowissenschaftler, ausgeführt. Die Grenze zwischen Fordern und Überfordern, zwischen Fördern und Überfördern verlaufe fließend. "Wer von Sohn oder Tochter allerdings im Kindergarten schon regelrecht Leistungen erwartet, verbiegt sie. Für derartige Anstrenungen sind Arbeitsgedächtnis udn Langzeitgedächtnis erst mit der Schulreife hinreichen ausgeprägt."
In dieser Situation würden "Eltern und Lehrer, die ein Kind ins Leben begleiten müssen, ...selbst verunsichert durch ihr Dasein (stolpern", "formuliert es der Erziehrungswissenschaftler Günter Opp aus Halle an der Saale. "Da bringt eine überforderte Gesellschaft überforderte Kinder hervor, die ihrerseits wieder die Gesellschaft überfordern."
Um sichere Bindungen aufzubauen, seinen Zeit, Geduld und Gelassenheit erfordert. Qualitäten, woran es Eltern häufig mangelt, die aufgrund der Ansprüche aus Unternehmen genötigt sind, "flexibel" zu reagieren. Kinder brauchen jedoch Muße, um "unabhängig von fremden Vorgaben eigene Neigungen zu entdecken". Natürlich geht es auch darum, Kinder aus benachteiligten Lebenszusammenhängen mehr zu unterstützen. In den Lösungsvorschlägen wird daher konsequent auch mehr Chancengleichheit und weniger Verteiligungsgerechtigkeit bei dem Einsatz öffentlicher Mittel herausgestellt und z.B. Unterstützungen durch Stadtteilzentren (Zentren für Kinder und Familien) engmaschig bereitgestellt werden.
Prof. Rauschenbach wird entsprechend abschließend mit den Aussagen zitiert: "Wir müssen im Interesse der Kinder besser zusammenarbeiten. ... Eltern sind nicht automatisch dazu befähigt, ihre Söhne und Töchter allein zu erziehen, bloß weil es laut Verfassung ihr Recht und ihre Pflicht ist."
Konsequenz:
Insofern müssen auch entsprechend mehr und qualitativ besser ausgestattete Angeobte im Elemenatar- und Schulbereich zur Verfügung gestellt werden.
Aus der Ankündigung zu dem Beitrag:
Kinder in Bedrängnis Überfordern oder überfördern? Eltern im Erziehungsdilemma DER SPIEGEL - 17.10.2011
Heranwachsende müssen heute jede Menge leisten: in der Schule glänzen, den Eltern genügen, zufriedene Menschen werden und die Zukunft Deutschlands garantieren. Häufig halten sie dem Druck kaum stand. Für sie ist alles zu viel - und doch zu wenig.
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