DKLK-Studie

Personalmangel beeinträchtigt Bildungs- und Betreuungsqualität massiv

Die Ergebnisse der repräsentativen DKLK-Studie 2020, an der in Baden-Württemberg über 1.200 Kita-Leitungen teilgenommen haben, zeigen, dass die Kitas bereits vor Corona mit verschärften Arbeitsbedingungen zu kämpfen hatten: Fast 80 Prozent der Kita-Leitungen sagen, dass es letztes Jahr noch schwieriger geworden sei, offene Stellen zu besetzen.

23.09.2020 Bundesweit Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-Württemberg
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Über 90 Prozent der Kitas mussten im letzten Jahr zeitweise mit einer bedenklichen Personalunterdeckung arbeiten. Die angespannte Personalsituation führt zu dauerhaftem Stress und zu Überforderungssituationen an den Kitas und beim Personal. 7 von 10 Befragten beurteilen die Arbeitsbelastung für die in ihrer Kita engagierten Fachkräfte als akut gesundheitsgefährdend.

Der VBE-Landesvorsitzende Gerhard Brand kommentiert: „Durch die Corona-Krise spitzt sich die Lage weiter zu. Die tägliche Einhaltung und Umsetzung der festgeschriebenen Hygienekonzepte ist mühsam und nimmt viel Zeit und Raum ein. Der organisatorische Aufwand ist enorm und obendrein fällt weiteres Personal aus. Pädagogische Konzepte und die Bildungsarbeit können unter diesen Bedingungen nicht mehr im gewohnten Umfang angeboten werden.“

„Es sind nun dringend Rahmenbedingungen zu schaffen, um die Voraussetzungen für den Betreuungs- und Bildungsauftrag der Kitas zu gewährleisten. Die Rahmenbedingungen sind so anzupassen, dass einerseits für die Eltern verlässliche Öffnungszeiten bestehen und andererseits das pädagogische Personal sicher und gesund arbeiten kann. Es braucht dringend mehr Personal für die verkleinerten, festen Gruppen und eine verlässliche Unterstützung der Kitas für den weiteren Umgang mit der Pandemie. Die bislang gemachten Erfahrungen der Träger und Eltern und die Erfahrungen aus den Kitas vor Ort müssen in die weiteren Handlungskonzepte einfließen.“

Um die gewaltigen Herausforderungen stemmen zu können, fordert der VBE, die Kitas in Baden-Württemberg so auszustatten, dass die landesrechtlichen Vorgaben zu Personalschlüssel, Gruppengröße und Raumkonzept nicht nur auf dem Papier, sondern auch in der Praxis eingehalten werden können. „Die Kitas benötigen hierfür auch eine verlässliche Krankheitsvertretung, auf die sie im Bedarfsfall zurückgreifen können. PiA ist weiter zu forcieren. Wenn die Politik mit PiA schon die Möglichkeit schafft, die Ausbildung attraktiver zu gestalten, dann darf dies nicht am Flaschenhals der Kommunen hängen bleiben. Der VBE fordert die Städte und Gemeinden auf, PiA endlich konsequent umzusetzen - nur dann können wir die so dringend benötigten Nachwuchskräfte gewinnen“, erklärt Gerhard Brand.


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