"Internationale Bildungsindikatoren im Ländervergleich 2006"
"Die Auswertung der internationalen Bildungsindikatoren zeigt, dass Baden-Württemberg im Bereich des dualen Systems hervorragende Arbeit leistet", erklärte Kultusminister Helmut Rau MdL anlässlich der Veröffentlichung der "Internationalen Bildungsindikatoren im Ländervergleich 2006" im Rahmen der OECD-Studie "Education at a glance". Die beruflichen Bildungsgänge des Sekundarbereichs II, die eine rein schulische Ausbildung beinhalten, wurden in Deutschland von 14 Prozent der Schüler besucht. In Baden-Württemberg lag dieser Anteil mit 20 Prozent bundesweit am höchsten. Besonders das vielfältige Angebot an Berufskollegs sowie einjährigen Berufsfachschulen hat zu diesem Ergebnis beigetragen.
13.09.2006 Baden-Württemberg Pressemeldung Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg"Das Schulsystem in Baden-Württemberg ist sehr durchlässig. Über 45 Prozent unserer Hauptschüler erwerben einen mittleren Bildungsabschluss und ein Drittel unserer Abiturienten stammen aus den beruflichen Gymnasien. Wenn man bedenkt, dass über 70 Prozent der Realschüler im Anschluss ein berufliches Gymnasium oder ein Berufskolleg besuchen, dann spricht das für einen effektiven und leistungsorientierten Unterricht in Baden-Württemberg", sagte Rau. Auch wenn Deutschland im OECD-Vergleich (OECD Mittelwert 35 Prozent) mit einer Abschlussquote von 21 Prozent im Tertiärbereich (Hochschul- und Fachhochschulabschlüsse) hinter den Spitzenreiterländern wie Island (50 Prozent), Neuseeland (48 Prozent) oder Finnland (48 Prozent) liege, dürfe man nicht unerwähnt lassen, dass die Attraktivität der dualen Ausbildung gerade auch für Abiturienten durchaus eine echte Alternative darstelle, erklärte Rau.
Die Ausgaben für Bildungseinrichtungen pro Schüler und Studenten stellen laut Bericht ebenfalls einen Indikator für die Ausstattung der Bildungseinrichtungen mit personellen und finanziellen Ressourcen dar. Im Jahr 2003 lagen in Baden-Württemberg die Gesamtausgaben je Schüler / Studierenden in allen Bildungseinrichtungen von der Grundschule bis hin zu den Hochschulen bei 7100 Euro und entsprachen damit dem OECD-Staatenmittel. Allerdings fließen in Deutschland, aber auch in Baden-Württemberg, weniger Mittel in den Primarbereich als im OECD-Durchschnitt. Das Land gab im Jahr 2003 pro Schüler 4100 Euro aus.
Eine Umsteuerung hat in Baden-Württemberg mit zahlreichen Programmen bereits begonnen. Mittlerweile setzt das Land seit mehreren Jahren gezielt neue Schwerpunkte in der frühkindlichen Bildung und hat vor dem Hintergrund knapper Ressourcen bereits eine ganze Reihe von Programmen und Maßnahmen auf die Beine gestellt (Orientierungsplan für die Kindergärten, "Schulanfang auf neuen Wegen", "Schulreifes Kind", Beginn des Fremdsprachenunterrichts in der Grundschule, Ausbau von Betreuungsangeboten), um die Qualität der Ausbildung im Primarbereich zu verbessern.
Dass hohe Ausgaben im Primarbereich nicht zwangsläufig auch zu qualitativ besseren Ergebnissen bei internationalen Studien führen, zeigen die Beispiele von Italien und den USA, die überdurchschnittlich viel in den Primarbereich investieren, bei PISA aber vergleichsweise schlecht abschnitten. Andererseits stellten Korea und die Niederlande vergleichsweise wenig Mittel in den Primarbereich ein, erzielten aber sehr gute PISA-Ergebnisse. Darüber hinaus hat die IGLU-Studie gezeigt, dass Baden-Württemberg sowohl national als auch international im Schlüsselbereich Lesen und Leseverständnis einen Spitzenplatz belegt.
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