(bikl/idw) Leistet die Theaterkritik, was sie leisten soll, nämlich einen Beitrag zur Meinungsfindung? Schafft sie es tatsächlich, eine Brücke zu schlagen zwischen Kunstschaffenden auf der einen und dem Publikum auf der anderen Seite? Diese Fragen bildeten den Ausgangspunkt der medienwissenschaftlichen Dissertation "Entertainment in der Kritik", in der sich Olaf Jubin mit der Musicalrezension befasst. Er ermittelte anhand von 1.824 Kritiken aus 45 Jahren, welche Aspekte eines Musicals die Theaterkritik in den USA, Großbritannien, Deutschland, Österreich und der Schweiz fokussiert. Fazit der mit dem "Preis an Studierende" der RUB ausgezeichneten Untersuchung: Im deutschsprachigen Raum ging der Musicalboom der 80er und 90er-Jahre nicht mit einer Aus- bzw. Weiterbildung der Kritiker zu Musical-Spezialisten einher. "Auch heutzutage wissen sich die vermeintlichen Theaterexperten zumeist nicht besser zu helfen, als jedes neue Musical mit My Fair Lady zu vergleichen", bringt es Jubin auf den Punkt.
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25.07.2005
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