Althusmann: "Wir werden alle Anstrengungen unternehmen, um die Qualität unserer Schulen weiter zu verbessern"
In Berlin sind heute die Ergebnisse des Ländervergleichs zur Überprüfung der Bildungsstandards für den Mittleren Schulabschluss in den Fächern Deutsch und Englisch vorgestellt worden.
23.06.2010 Pressemeldung Niedersächsisches KultusministeriumZu den Ergebnissen der Studie "Sprachliche Kompetenzen im Ländervergleich" für Niedersachsen erklärt der Niedersächsische Kultusminister Dr. Bernd Althusmann:
"Niedersachsen liegt insgesamt im Mittelfeld der Länder, aber die Ergebnisse aus dem Jahr 2009 sind sehr differenziert zu betrachten. Positiv hervorzuheben ist, dass auch in Niedersachsen wie in allen Bundesländern die Vorgaben der Bildungsstandards im Fach Deutsch von großen Schüleranteilen in allen Kompetenzbereichen erreicht werden. Bei der Lesekompetenz im Fach Deutsch haben sich die Leistungen der Schülerinnen und Schüler im Vergleich zur Untersuchung drei Jahre zuvor leicht verbessert. Erfreulich ist ebenfalls, dass unsere Neuntklässlerinnen und Neuntklässler besonders bei der Teilkompetenz Zuhören recht gute Leistungen zeigen.
Im Fach Deutsch sind die Leistungen vor allem an den Gymnasien insgesamt recht gut. An den anderen Schulformen verdeutlicht uns die Studie allerdings, dass wir weitere Anstrengungen unternehmen müssen, um die Schülerinnen und Schüler zu fördern. Auch im Bereich der Lesekompetenz und bei der Orthografie können wir noch besser werden. Das sichere Beherrschen der deutschen Sprache und eine gezielte Sprachförderung von Anfang an sind besonders wichtig für den Bildungserfolg. Wir investieren in Niedersachsen jedes Jahr 6 Millionen Euro in die Sprachförderung in den Kindergärten und 15 Millionen Euro in die Sprachförderung vor der Einschulung. Als erstes Bundesland haben wir die Sprachstandsfeststellung vor der Einschulung verbindlich eingeführt. Der Erfolg dieser Aktivitäten wird sich jedoch erst in einigen Jahren bemerkbar machen.
Im Fach Englisch liegen die Leistungen der niedersächsischen Schülerinnen und Schüler insgesamt unter dem Bundesdurchschnitt. Wir werden überprüfen, ob wir hier im Bereich der Lehreraus- und –fortbildung ansetzen müssen und welche Unterstützungsmaßnahmen bei der Umsetzung der Kerncurricula den Lehrkräften helfen könnten.
Die Ergebnisse zu den Geschlechterdifferenzen fallen für Niedersachsen im Wesentlichen so aus wie für die anderen Länder auch. Die Mädchen haben hier bei den Sprachkompetenzen einen klaren Vorsprung. Hier besteht Handlungsbedarf, wir brauchen eine gezieltere Jungenförderung an unseren Schulen. Dies wurde bereits bei einer Fachtagung zum Thema in Hannover in der vergangenen Woche erörtert. Jungen liegen beispielsweise bei der Lesekompetenz deutlich hinter den Mädchen zurück. Hier sollten wir gezielt ansetzen, um insgesamt den Bildungserfolg von Jungen stärker zu fördern.
Der immer noch große Einfluss der sozialen Herkunft auf die Leistungen von Schülerinnen und Schülern zeigt uns, dass wir weiter auf frühkindliche Bildung setzen müssen, um jedes Kind von Anfang an bestmöglich zu unterstützen. Bei den nichtgymnasialen Bildungsgängen haben wir die Kernfächer gestärkt, insbesondere durch eine Erhöhung der Pflichtstundenzahl in Deutsch, Mathematik und Englisch an den Hauptschulen.
Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund zeigen deutliche Leistungsrückstände gegenüber anderen Jugendlichen. Dies gilt insbesondere für türkische Schülerinnen und Schüler. Hier gilt es, weiterhin die Sprachförderung zu intensivieren, aber auch die Elternhäuser in die Bildungsverantwortung einzubinden. Wir setzen in Niedersachsen künftig verstärkt auf Integration durch Bildung. So bieten wir den islamischen Religionsunterricht mittlerweile landesweit an 37 Grundschulstandorten an.
Die Ergebnisse der Ländervergleichsstudie 2009 werden wir sorgfältig auswerten und die curricularen Vorgaben sowohl die Lesekompetenz betreffend als auch das Hörverstehen im Fach Englisch überprüfen. Wir werden alle Anstrengungen unternehmen, um die Qualität unserer Schulen weiter zu verbessern."
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