Bildungsminister Rupprecht stellte Maßnahmenpaket zur Stärkung der Oberschule vor
Bildungsminister Holger Rupprecht (SPD) stellte heute ein Maßnahmenpaket vor, das die 152 Oberschulen inhaltlich weiterentwickeln soll.
23.08.2006 Brandenburg Pressemeldung Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg"Unser bildungspolitisches Ziel ist es, die Oberschule zu einer Schulform zu entwickeln, in der Schülerinnen und Schüler optimal auf das spätere Berufsleben vorbereitet werden und die sich bei Eltern und der Wirtschaft einen guten Ruf erwirbt", sagt Bildungsminister Rupprecht. "Das Maßnahmepaket umfasst folgende Kernpunkte: Eine bessere und ausführlichere Informationen für Eltern und Lehrkräfte über die neue Schulform, deren Anschlussmöglichkeiten und die stärkere Ausrichtung des Beratungs- und Unterstützungssystems am Bedarf der Oberschulen."
1. Informationskampagne
Zum kommenden Übergangsverfahren wird den Eltern eine Broschüre in die Hand gegeben, die alle wesentlichen Informationen über die Oberschule enthält. Dazu zählen die Ziele und Organisationsformen der einzelnen Schulformen, die Abschluss- und Anschlussmöglichkeiten. Ergänzt werden diese durch Beratungen in den Grundschulen, in denen sich auch die weiterführenden Schulen darstellen.
2. Eine Schule mit Anschluss " Stärkere Vermittlung der Weiterqualifizierungsmöglichkeiten nach dem Abschluss der Oberschule
Besonderes Augenmerk wird künftig auf die verschiedenen Anschlussmöglichkeiten nach der Oberschule als Information an Eltern und Grundschulehrkräfte gelegt. Eltern, die ihre Kinder an einer weiterführenden allgemein bildenden Schule anmelden, soll bereits zu diesem Zeitpunkt die Bildungswege und Möglichkeiten der Beruflichen Bildung erläutert werden. So kann nach dem Abschluss der Oberschule die Fachoberschule in den Bereichen Technik, Sozialwesen oder Wirtschaft und Verwaltung in einem zweijährigen Bildungsgang mit hohen Praxisphasen besucht werden oder aber nach Abschluss eines Berufes in nur einem Jahr absolviert werden. Beide Wege enden mit der Fachhochschulreife und berechtigen zu einem Studium an einer Fachhochschule. Ein Teil der Oberschulabsolventen wird natürlich auch weiterhin den dreijährigen Bildungsgang zum Abitur als bewährte und echte Chance annehmen. Die mit dem Schulgesetz veränderte Ausweisung der Gymnasialen Oberstufe an den Oberstufenzentren zu beruflichen Gymnasien und die beabsichtigte Einführung einer fachgebundenen Hochschulreife werden dabei einen positiven Beitrag leisten.
3. Fachliche Unterstützung
a) Erweiterung der Stundentafel und zusätzliche Fortbildungen
Eine weitere Stärkung erfährt die Oberschule durch die Ausweitung der Stundentafel. Aufgrund der Erfahrungen aus den PISA- Ergebnissen soll der Unterricht in den Fächern Mathematik, Deutsch und im Lernbereich Naturwissenschaften verstärkt werden. Bereits zum Schuljahr 2006/2007 wird die Stundentafel in der Jahrgangsstufe 7 an allen Schulen der Sekundarstufe I von 30 auf 32 Stunden erhöht. Im Folgejahr wird die gleiche Erhöhung auf die Jahrgangsstufe 8 ausgedehnt. Sowohl durch geeignete Materialien als auch entsprechende Fortbildungen soll die individuelle Förderung der Lernkompetenz aller Schülerinnen und Schüler in den Mittelpunkt gestellt werden. Dabei werden den Lehrkräften diagnostische Strategien sowie Förderkonzepte und Förderinstrumente zur weiteren Entwicklung und Handlungsanleitung dargestellt. Möglichkeiten der Flexibilisierung der Unterrichtsorganisation, wie Binnendifferenzierung werden dabei einbezogen.
b) Soziales Lernen und Praxislernen
Bildungspolitisches Ziel ist es, die neu eingeführte Schulform "Oberschule" so zu stärken, dass der Anteil derjenigen Schülerinnen und Schüler, die ohne Abschluss die Schule verlassen sinkt und gleichzeitig der Übergang in das Berufsausbildungssystem verbessert wird. Dazu soll an den bereits in den vergangenen Schuljahren auf der Basis eines Bundesmodellprogramms entwickelten Projekten des Praxislernens angeknüpft werden. Insgesamt erhalten die Oberschulen 19 Millionen Euro europäische Mittel, um den Erziehungsauftrag und das soziale Lernen besser als bisher gewährleisten zu können.
c) Ausbau der Kooperationsprojekte zwischen Schule und Jugendhilfe
Seit Beginn des Schuljahres 2003/2004 fördert das Bildungsministerium sehr erfolgreich 14 Schulverweigererprojekte zwischen freien Trägern der Jugendhilfe und Schulen. Dieser Ansatz soll mit der neuen EU-Förderperiode ausgeweitet werden. Ziel dieser Kooperationsprojekte ist daher neben der qualifizierten Erfüllung der Schulpflicht und dem Erwerb der Berufsbildungsreife bzw. einer Berufsorientierung/Berufsvorbereitung auch die Förderung der sozialen Integration.
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