Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave: "Bildung hat Priorität"

Mehr als 417.000 Schülerinnen und Schüler besuchen seit dieser Woche die Schulen in Schleswig-Holstein. Mehr als 28.000 Kinder feierten in diesen Tagen ihren mit Freude erwarteten ersten Schultag.

24.08.2006 Schleswig-Holstein Pressemeldung Ministerium für Schule und Berufsbildung des Landes Schleswig-Holstein

Nach den jüngsten Ergebnissen des Schul-TÜV EVIT sind rund drei Viertel aller Schüler, Lehrer und Eltern mit ihrer Schule zufrieden. "Das ist Ansporn und Auftrag zugleich", sagte Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave heute (24. August) in Kiel anlässlich des Schuljahresbeginns. Sie betonte, dass die Verbesserung der Bildungschancen für alle Kinder ein Schwerpunkt der Regierungsarbeit bleibt. Trotz schwieriger Finanzlage bleibe das Land bei der Zusage, in dieser Legislaturperiode in die Bildung zusätzliche 150 Millionen Euro zu investieren.

"Bildung hat in Schleswig-Holstein Priorität", sagte Erdsiek-Rave. So würden alle freiwerdenden Lehrerstellen zum Schuljahresbeginn 2006/07 wieder besetzt. Durch die Erhöhung der Unterrichtsverpflichtung der Lehrkräfte könnten zudem zusätzliche Angebote im Umfang von 320 Stellen geschaffen werden. Dank dieser zusätzlichen Kapazitäten könne nicht nur ein flächendeckender Englischunterricht beginnend in den 3. Klassen der Grundschulen angeboten werden, auch die Verlässliche Grundschule werde an nunmehr 433 Schulen der insgesamt 600 Grundschulen im Land praktiziert. Das sind 133 Schulen mehr als noch im vergangenen Schuljahr. Zudem werde der Förderfonds zur besseren individuellen Unterstützung leistungsschwächerer Schülerinnen und Schüler landesweit eingeführt.

Englisch in der Grundschule

Mit Beginn des Schuljahres 2006/07 werde in einem ersten Schritt an allen dritten Grundschulklassen Englisch verbindlich als Fachunterricht im Umfang von zwei Wochenstunden eingeführt. Dafür würden den Grundschulen 100 zusätzliche Planstellen zur Verfügung gestellt. In den kommenden Jahren folge die Fortsetzung in der 4. Klasse mit weiteren 100 Stellen. Bildungsministerin Erdsiek-Rave: "Das Land leistet so einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Grundschulbildung. Das Erlernen einer Fremdsprache wird verpflichtendes Angebot für alle Kinder. Gleichzeitig werden durch den zusätzlichen Sprachunterricht die generellen Fähigkeiten im Lesen und Schreiben gefördert."

Die Ministerin hob das Engagement der Lehrerinnen und Lehrer zur Fortbildung in diesem neuen Fach hervor. Seit dem Jahr 2000 hätten sich rund 900 Lehrkräfte für die besonderen Anforderungen eines Fremdsprachenunterrichts in der Primarstufe fortgebildet. Darüber hinaus nahmen sie an regionalen Nachmittagsveranstaltungen und Sprachworkshops sowie Fortbildungen im englischsprachigen Ausland und an drei Landesfachtagen teil. Auch im Schuljahr 2006/07 würden acht weitere Fortbildungen angeboten, für die schon 130 Anmeldungen vorlägen.

Zurzeit stünden insgesamt 1.540 Lehrerinnen und Lehrer zur Verfügung, die Englisch an den etwa 1.400 dritten Klassen an den Grundschulen des Landes unterrichten könnten. "Wir haben eine solide Grundlage für einen qualifizierten Englischunterricht in der Primarstufe geschaffen", sagte die Ministerin. Laut Rahmenplan ist der Englisch-Unterricht für die Drittklässler in zwei Stufen eingeteilt - zunächst wird Grundwissen aufgebaut und dann an Beispielen angewendet. Innerhalb der kommenden beiden Jahre soll der Rahmenplan zu einem Lehrplan Englisch in der Grundschule weiter entwickelt werden. In diesem würden sowohl die Anforderungen an den Englischunterricht in der Primarstufe als auch die des Unterrichts in der Sekundarstufe aufeinander abgestimmt.

Sprachintensivförderung

Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit liege in der Förderung der deutschen Sprachkompetenz. "Wir müssen die Voraussetzungen dafür schaffen und verbessern, dass alle Kinder die Chance auf einen erfolgreichen Schulbesuch haben - egal aus welcher sozialen Schicht sie kommen und welchen sprachlichen Hintergrund sie haben. Und dafür ist der Erwerb der deutschen Sprache der Schlüssel", sagte Erdsiek-Rave weiter. Allein in dieser Legislaturperiode stelle das Land 27 Millionen Euro für die vorschulische Sprachförderung zur Verfügung. Einer der wichtigstens Punkte ist die Sprachintensivförderung "SPRINT", in der Kinder im letzten halben Jahr vor der Einschulung mit täglich bis zu zwei Stunden in besonderen Gruppen gefördert werden.

Mehr als 2.100 Kinder haben laut Ministerium von Jahresbeginn bis zum Sommer 2006 in rund 300 Sprachkursen ihre Deutschkenntnisse noch vor der Einschulung verbessert. "Die bisherigen Erfahrungen damit sind äußerst positiv", sagte Erdsiek-Rave. Deshalb seien insbesondere für "SPRINT" ab dem kommenden Haushaltsjahr jeweils sechs Millionen Euro fest eingeplant. Mit den gegenüber 2006 verdoppelten Ausgaben würden weiterhin zusätzliche präventive Schritte schon für Kita-Kinder ermöglicht und die Sprachheilförderung ausgebaut. Kinder mit Problemen in der sprachlichen Entwicklung sollen somit - gleich nach dem Eintritt in den Kindergarten - noch stärker speziell und gezielt gefördert werden. In den kommenden Jahren würden die Angebote und Projekte des "Integrativen Sprachförderkonzepts" flächendeckend in Schleswig-Holstein ausgebaut und qualitativ weiter verbessert.


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