GEW Bremen lehnt evangelisches Gymnasium ab!
Die GEW Bremen lehnt die Einrichtung eines evangelischen Gymnasiums als private Ganztagsschule ab. "Mit dieser weiteren Privatisierung im Bildungsbereich wird der Selektion und damit der Chancenungerechtigkeit weiter Vorschub geleistet", erklärt Landesvorstandssprecher Christian Gloede-Noweck. "Einer Privatschule mit einem verlangten Schulgeld von 300 Euro im Monat wohnt die Selektion zwingend inne".
28.04.2006 Bremen Pressemeldung GEW BremenVor dem Hintergrund drohender Schließungen öffentlicher Schulen stelle die Gründung einer weiteren Privatschule mit offensichtlich in Aussicht gestellter staatlicher Förderung einen Affront gegenüber allen Bremer SchülerInnen und PädagogInnen des öffentlichen Bildungswesens dar, so der GEW-Sprecher weiter. "Elite-Schulen für die Reichen, die anderen ins öffentliche Schulwesen - damit wird Bildung zur Ware und alle Erkenntnisse der PISA-Studien ad Absurdum geführt. Die soziale Entmischung in den Regelschulen wird vorangetrieben, damit auch eine weitere Zuspitzung der sozialen und Bildungsprobleme!" Mit der Unterstützung einer solchen Schule konterkariere die Bremisch Evangelische Kirche ihr engagiertes Eintreten für die Integration von Kindern und Jugendlichen, wie sie es seit vielen Jahren im Kita-Bereich zeige.
Jegliche Bildungspolitik der institutionellen Verbesonderung verschlechtere die Bildungschancen sozial Benachteiligter. Gerade diese aber zu fördern, sei vorrangige Aufgabe öffentlicher Bildung, betont die GEW. Sie bleibt bei ihrer Forderung nach einem Ausbau von Schulen für alle Kinder und Jugendlichen.
Dass ausgerechnet die Stiftung Friedehorst Träger eines Privatgymnasiums wird, ließe vermuten, dass die dort zukünftig beschäftigten Lehrkräfte deutlich unter den öffentlichen Tarifen ihre Tätigkeit verrichten werden. In der Vergangenheit zeichnete sich die Stiftung nämlich dadurch aus, durch Gründung von Eigenbetrieben Lohndumping zu betreiben.
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