Kultusminister beschließen nationale Tests

(bikl) Deutschland wird auch weiterhin an internationalen Schulleistungstests teilnehmen. Darüber hinaus aber werden ab 2009 nationale Tests eingeführt. Das beschlossen die Kultusminister auf ihrer 314. Plenarsitzung am 1. und 2. Juni in Plön.

02.06.2006 Artikel
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So soll künftig der Leistungsstand der Schüler in den Klassen drei, acht und neun in regelmäßigen Abständen überprüft werden, sagte KMK-Präsidentin Ute Erdsiek-Rave (SPD) am Freitag nach Abschluss der zweitägigen Beratungen.

Der Ländervergleich in den Fächern Deutsch und Mathematik in der Grundschule soll alle fünf Jahre stattfinden. In der Sekundarstufe I wird in zwei Fächergruppen abwechselnd alle sechs Jahre getestet und zwar in den Fächern Deutsch, Englisch, Französisch erstmals im Jahre 2009 und in den Fächern Mathematik, Biologie, Chemie, Physik dann im Jahr 2012.

PISA-E entfällt

Dafür fällt in Zukunft die so genannte PISA-E-Untersuchung weg – der bisherige Ländervergleich auf PISA Ebene. Die neuen nationalen Tests werden auf der Grundlage der nationalen Bildungsstandards entwickelt. Denn „Standards“, so erklärte Erdsiek-Rave „bedürfen auch der Überprüfung. Wir müssen wissen, wie sie erreicht werden.“

Schnelle Ergebnisse

Neu ist auch, dass zwischen Erhebungen und der Vorlage der Ergebnisse maximal ein Jahr liegen wird. „Wir haben ja bei PISA erlebt", so die KMK Präsidentin, „dass die Auswertung so lang gedauert hat, dass die Schulen schon vergessen hatten, dass sie daran teilgenommen haben.“

Fortgeführt werden auch Ländervergleichsarbeiten wie VERA. Hier zeige sich mehr und mehr ein Weg der Zusammenarbeit der Bundesländer, berichtet Erdsiek-Rave. So werden sich Zukunft mindestens zehn Bundesländer an VERA beteiligen.

Durch dieses Gesamtkonzept erhofft sich die KMK „Hinweise zu bekommen für die Weiterentwicklung von Schule, Unterricht und individueller Förderung von Schülern.“ Dazu kommt der nationale Bildungsbericht , der erstmals in Plön vorgestellt wurde, und der im Zweijahresrhythmus die Bildungsentwicklung in Deutschland dokumentieren wird.

Öffnungsklausel für verkürzte Mittlere Reife

Die Kultusministerkonferenz beschloss außerdem, dass die Schulzeit bis zur Mittleren Reife an den Gymnasien nicht generell von zehn auf neun Jahre verkürzt wird. Allerdings soll es Öffnungsklauseln geben. Damit kamen die Kultusminister dem Land Hessen entgegen, das solche Möglichkeiten zur Abweichung in Verbindung mit dem Abitur nach zwölf Jahren gewünscht hatte.

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