Kultusministerin Annette Schavan: OECD-Vertreter ignoriert Weiterentwicklung im deutschen Bildungswesen

Mit scharfer Kritik reagieren die Kultusministerinnen und -minister der unionsgeführten Bundesländer auf die Schlussfolgerungen des OECD-Koordinators Andreas Schleicher aus dem neuen OECD-Bildungsbericht "Bildung auf einen Blick 2004".

14.09.2004 Baden-Württemberg Pressemeldung Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg

"Herr Schleicher will die grundlegenden Reformen, die in verschiedenen Bundesländern teilweise schon vor der Pisa-Studie eingeleitet wurden, nicht wahrhaben", erklärte die Bildungskoordinatorin der unionsgeführten Länder in der Kultusministerkonferenz, Annette Schavan. "Das systematische Schlechtreden von Bildung in Deutschland diskreditiert die Arbeit der Lehrerinnen und Lehrer, die mit hoher Motivation Neuerungen umsetzen." Die baden-württembergische Kultusministerin nannte als Beispiel die Verständigung innerhalb der Kultusministerkonferenz über die Einführung von Bildungsstandards. Als weitere Punkte nannte Schavan die Herabsetzung des Einschulungsalters, die Intensivierung der frühkindlichen Bildung, Stärkung der Sprachen und Naturwissenschaften, Qualitätsmanagement zur Überprüfung der Ergebnisse schulischer Arbeit sowie die Verkürzung der Schulzeit (achtjähriges Gymnasium), den Abbau von zu viel Spezialisierung und die Stärkung der Allgemeinbildung in allen Schularten. "In Deutschland mangelt es nicht an Visionen und auch nicht an konkreten Reformen."

Insbesondere kritisiert Schavan, dass sich die OECD immer wieder auf strukturelle Fragen konzentriere: "Vorrangig sind die Weiterentwicklung von Unterricht und pädagogischen Konzepten sowie die Umsetzung der Bildungsstandards. Entscheidend sind Ergebnisse, nicht Strukturdebatten."


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