Lehrer kritisieren NRW-Zentralabitur

(redaktion) Die Kritik am nordrhein-westfälischen Zentralabitur reißt nicht ab. Jetzt haben sich auch Lehrer zu Wort gemeldet. Bei bildungsklick.de berichten sie unter anderem, dass Schüler durch umfangreiche – und zum Teil überflüssige – Zusatzmaterialien verschreckt wurden und dass die Mathematikklausuren in diesem Jahr zum Nachteil der Schüler erheblich zu schwer waren. Auch der Philologenverband wählt deutliche Worte: Man müsse 2008 von einer großen Zahl handwerklicher Fehler ausgehen.

30.04.2008 Nordrhein-Westfalen Artikel

Die Bio-Klausuren kommentierte jetzt eine Lehrerin unter anderem so: "Jede der drei Aufgaben hatte im Schnitt 6 bis 7 Materialseiten. Die Schüler hatten genau 30 Minuten Zeit, sich durch dieses Material hindurch zu hetzen - anders war diese Materialschlacht nicht zu bewältigen. Kein Fachlehrer hätte diese Schlacht gewinnen können, um einigermaßen befriedigt eine Aufgabe verwerfen zu können. Als Schüler wurde man von diesem Material erschlagen. Was aber viel schlimmer ist: das Material war z.T. nur Schaumschlägerei und wurde für die Bearbeitung der Aufgaben nicht benötigt. Aber zunächst einmal sieht die Aufgabe wahnsinnig schwer aus, was Schüler nur verschreckt und in Angst versetzt."

Außerdem: "Die Verteilung der Punkte ist an manchen Stellen auch nicht nachvollziehbar. Aber es mussten ja insgesamt unbedingt 150 Punkte erreicht werden. Fröhliches Würfeln... Es ist keine Freude aufgetreten. Viele Kollegen teilen meine Meinung. Hoffentlich wird es nächstes Jahr besser. Hoffentlich haben die Verantwortlichen bis dahin gelernt."

Ein Mathematiklehrer stimmt diesen Beobachtungen zu: "So dürfen Abiklausuren nach nicht entwickelt werden, schon für 'normale' Klausuren gelten strengere Regeln! Waren die Matheklausuren im letzten Jahr wirklich gelungen (vielleicht etwas zu leicht), so sind sie in diesem Jahr zum Nachteil der Schüler erheblich zu schwer. Und da das Zentralabitur ja per Definition ein Erfolg ist, wird es sicherlich auch keinerlei Korrekturen geben, die die jetzigen Schüler betreffen. Leider verloren!"

Unterdessen hat das nordrhein-westfälische Schulministerium die Kritik an Aufgabenstellungen im Zentralabitur zurückgewiesen. Einschätzungen, wonach aufgrund schlecht ausfallender Abiturklausuren verstärkt Abweichungsprüfungen notwendig wären, seien spekulativ, erklärte Pressesprecher Andrej Priboschek.

Lesen Sie die aktuelle Diskussion im Forum zum Artikel NRW: Wieder Fehler beim Zentralabitur


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