Schuljahr 2006/07 umfassend vorbereitet

Für fast 140 000 Schülerinnen und Schüler beginnt am kommenden Montag in den öffentlichen allgemein bildenden Schulen des Landes das neue Schuljahr. Die rund 12 500 Lehrerinnen und Lehrer haben sich darauf gut vorbereitet. Bildungsminister Hans-Robert Metelmann: "Es ist ein ganz besonderes Schuljahr: So werden die Schülerinnen und Schüler erstmals länger gemeinsam lernen. Sie haben dadurch u.a. mehr Zeit, sich für die richtige Schullaufbahn zu entscheiden. Der erste Jahrgang, der sein Abitur bereits nach 12 Jahren ablegen wird, tritt in die gymnasiale Oberstufe ein. Das neue Abitur mit seiner stärkeren Ausrichtung auf die Grundlagenfächer soll den Schülerinnen und Schülern einen besseren Zugang zur Hochschule verschaffen. Und um die Qualität an den Schulen weiter zu entwickeln und zu sichern, arbeiten jetzt alle Schulen nach Schulprogrammen. Dafür wünsche ich allen viel Erfolg und einen guten Start in das neue Schuljahr!"

15.08.2006 Mecklenburg-Vorpommern Pressemeldung Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern

Mit dem neuen Schuljahr kommen wir unserem Ziel noch näher: Gute Schule!

  • Die Einführung der schulartunabhängigen Orientierungsstufe in den Klassen 5 und 6, die das längere gemeinsame Lernen und die individuelle Förderung der Kinder als Kernaufgabe hat. Für rund 9 200 Schülerinnen und Schüler in den 5. Klassen beginnt landesweit diese neue Form der Orientierung auf spätere Bildungsgänge. Wie bereits im vergangen Jahr werden sich dafür auch in diesem Schuljahr wieder 1 400 Lehrerinnen und Lehrer fortbilden.

 

  • Das Gymnasium umfasst die Klassen 7 bis 12. Schüler, die ab dem kommenden Schuljahr die Klasse 11 besuchen, legen ihr Abitur bereits nach der neuen Prüfungsordnung nach 12 Schuljahren ab. Gleichzeitig erfolgt eine Neuorientierung der gymnasialen Oberstufe mit dem Ziel, die Allgemeine Hochschulreife durch einen breiteren Kanon an Pflichtfächern zu stärken. Kernpunkte sind: breite Allgemeinbildung statt verfrühter Spezialisierung, Hauptfächer und Fächer ersetzen das bisherige Kurssystem, fünf statt vier Prüfungsfächer, neue Lehr- und Arbeitsformen und neue Kernkurricula ab dem neuen Schuljahr, die gemeinsam mit Berlin und Brandenburg erarbeitet wurden.

 

  • Schulprogrammarbeit ist ab diesem Schuljahr für alle Schulen verpflichtend. Es soll der weiteren Entwicklung der Schule dienen, gemeinsam vereinbarte Verbindlichkeiten schaffen, Verantwortlichkeiten festlegen und die Kooperation von Lehrern, Schülern Eltern und anderen Partnern sichern. Dazu wird eine interne und erstmals auch eine externe Evaluation - der so genannte Schul-TÜV - eingeführt. Dafür hat das Landesinstitut für Schule und Ausbildung (L.I.S.A.) entsprechende Handreichungen und Leitfäden erarbeitet - insbesondere für die Lehrer, die sich bereits mit diesem Material auf das neue Schuljahr vorbereiten konnten. Außerdem werden die Eltern durch spezielle Flyer über das Wichtigste bei der externen Schulevaluation informiert (siehe Anlage).

"Mit dem neuen Schuljahr geht ein mehrjähriger struktureller Prozess zu Ende, der Übergang vom drei- zum zweigliedrigen Schulsystem ist abgeschlossen. Das sorgt für Kontinuität. Haupt- und Realschule gehören weitestgehend der Vergangenheit an - die moderne berufsvorbereitende Regionale Schule prägt das Schulsystem in Mecklenburg-Vorpommern," so Bildungsminister Metelmann weiter.
Dabei nehmen Ganztagsschulen einen immer größeren Platz im Schulsystem des Landes ein. Mit dem neuen Schuljahr gehen 22 neue Ganztagsschulen sozusagen an den Start, damit gibt es landesweit 225 Schulen mit Ganztagsangeboten.

Das neue Schuljahr ist auch mit erheblichen organisatorischen Veränderungen verbunden, die alle Beteiligten vor große Herausforderungen gestellt hat und stellt. Sie sind notwendig geworden, weil die Schülerzahlen sehr stark zurückgegangen sind. Gab es vor 10 Jahren noch fast 290 000 Schülerinnen und Schüler an öffentlichen allgemein bildenden Schulen, so sind es in diesem Schuljahr 2006/07 rund 140 000 Kinder und Jugendliche (siehe Anlage).

Entsprechend ändert sich auch die Schulstruktur, die die Landkreise in ihren Schulentwicklungsplänen bis zum Jahr 2011 festgeschrieben haben. Danach gibt es in Mecklenburg-Vorpommern im Schuljahr 2006/07 insgesamt

öffentliche allgemein bildende Schulen, davon

257 Grundschulen 7 weniger als im Vorjahr
159 Regionalschulen 26 weniger als im Vorjahr
64 Gymnasien 7 weniger als im Vorjahr
19 Gesamtschulen 5 mehr als im Vorjahr
77 Förderschulen 3 weniger als im Vorjahr.

Insgesamt werden im August 11 888 Schülerinnen und Schüler eingeschult, das sind ca. 140 mehr als im vergangenen Schuljahr. Die meisten Erstklässler gibt es in Rostock mit 1 064 Schülern, dann folgen der Kreis Nordwestmecklenburg mit 1 029 Schülern und der Kreis Ludwigslust mit 897 Schülern.

Die Schule mit den meisten Erstklässlern ist die 9. Grundschule Neubrandenburg mit mehr als 120 Kindern, mit 5 Schülern hat die Schule auf der Insel Hiddensee in Vitte die wenigsten Erstklässler - diese Schule hat einen besonderen "Inselstatus".

32 Schulen richten in diesem Schuljahr keine 1. Klasse mehr ein, weil die geforderte Schülermindestzahl von 20 Schülern nicht erreicht wird oder weil die Schule gemäß Schulentwicklungsplan keinen Bestand mehr hat.
Insgesamt wurden 50 Anträge auf eine Ausnahme gestellt, davon wurden 43 genehmigt und 7 abgelehnt.

Auch für Bildung von 5. Klassen sind zum kommenden Schuljahr erstmals die gesetzlichen Neuregelungen für die Schülermindestzahlen zu berücksichtigen gewesen. Hierzu gab es 29 Ausnahmegenehmigungen, 9 Anträge wurden abgelehnt (siehe Anlage).

Minister Metelmann: "Ich bedanke mich für die Mühen und für die Kompromissbereitschaft aller Beteiligten bei der Suche nach optimalen Lösungen für Schüler, Lehrer und Eltern, auch wenn dabei nicht jeder Wunsch berücksichtigt werden konnte. Ich bin sicher, dass wir auf dem richtigen Weg zur guten Schule sind!"


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