Schulstandorte im Land sind weitgehend gesichert

Bildungsminister Holger Rupprecht hat heute in Potsdam die Entwicklung der Schulstandorte im kommenden Schuljahr präsentiert und eine positive Bilanz gezogen. "Die Zeit des massenhaften Schulsterbens im Land Brandenburg aufgrund einbrechender Schülerzahlen ist definitiv vorbei – die Schulstandorte sind weitgehend gesichert. Das ist sei auch der vorausschauenden Bildungspolitik und den angepassten Regelungen zu Mindestschülerzahlen zu verdanken", so Rupprecht.

26.11.2008 Brandenburg Pressemeldung Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg

Sekundarstufe I

"Ziel für das nächste Ü7-Verfahren ist, dass möglichst alle noch bestehenden weiterführenden Schulen 7. Klassen einrichten können und dauerhaft erhalten werden", so Bildungsminister Rupprecht. Aufgrund der seit dem vergangenen Schuljahr wieder ansteigenden Schülerzahlen in der Sekundarstufe I sei das realistisch. Im kommenden Schuljahr wird in der Jahrgangsstufe 7 ein deutlicher Anstieg um fast 2000 auf knapp 17.000 Schüler erfolgen. Mittelfristig wird sich die Zahl der Schüler auf einem Niveau von 18.000 bis 19.000 Schülern stabilisieren (vgl. Anlage).

Oberschulen und Gesamtschulen in der Sekundarstufe I:

Im Ü7-Verfahren für das kommende Schuljahr werden 122 Oberschulen und 20 Gesamtschulen antreten. Davon haben derzeit 117 Oberschulen und alle 20 Gesamtschulen 7. Klassen. Vor dem Hintergrund des Anwahlverhaltens in den beiden vergangenen Jahren müssten alle Oberschulen und Gesamtschulen, die im laufenden Schuljahr 7. Klassen einrichten konnten, erneut auf eine ausreichende Schülerzahl kommen, erklärte der Minister. "Eine Garantie gibt es jedoch nicht, weil das Wahlverhalten der Eltern nur begrenzt vorhersehbar ist", machte Rupprecht klar. "Ich fordere deshalb insbesondere die Schulen und Schulträger auf, in ihren Anstrengungen und Werben um genügend Anmeldungen nicht nachzulassen. Ich werde alle Schulen, die in den Bereich der Mindestgrenze kommen könnten, in den nächsten Wochen besuchen und bei ihren Bestrebungen unterstützen."

Für die fünf Schulen, die in diesem Jahr keine 7. Klassen einrichten konnten, stehen die Chancen unterschiedlich: Die Anne-Frank-Oberschule in Strausberg (Landkreis Märkisch-Oderland) und die Oberschule Lehnin (Landkreis Potsdam-Mittelmark) haben gute Chancen im Ü7-Verfahren, für die Oberschulen Lychen und Gartz wird es aufgrund der geringen Schülerzahlen schwieriger werden. Kaum Chancen hingegen hat die Goethe-Oberschule in Königs Wusterhausen, OT Niederlehme (Landkreis Dahme-Spreewald).

Für die Einrichtung von 7. Klassen an Oberschulen und Gesamtschulen gilt eine Mindestgröße von 40 Schülerinnen und Schülern. Einzelstandorte im ländlichen Raum (ursprünglich nur in Grundzentren) können auch mit 30 Schülern an den Start gehen. Eine weitere Absenkung auf 24 ist ausnahmsweise dann möglich, wenn die Schule absehbar wieder auf 30 Schüler kommt.

Rupprecht machte noch einmal deutlich, dass das Zulassen einer Einzügigkeit für ihn nicht in Frage käme. "Ich bin nicht bereit, am Ende des Schülerzahlenrückgangs eine neue Schulstrukturdebatte mitzumachen. PISA zeigt, dass der schwierige Prozess der vergangenen Jahre nicht mit einer Verschlechterung der Qualität schulischer Bildung einhergegangen ist", so der Minister. "Im Gegenteil: Wir sind trotz äußerst schwieriger Rahmenbedingung in dieser Zeit deutlich besser geworden. Ich bin froh, dass wir uns nun mit ganzer Kraft auf die Weiterentwicklung der Schulqualität konzentrieren können."

Gymnasien in der Sekundarstufe I:

Zum Schuljahr 2009/10 werden 75 Gymnasien am Ü7-Verfahren teilnehmen. Im Raum Teltow/Kleinmachnow/Stahnsdorf (Landkreis Potsdam-Mittelmark) sowie in Falkensee (Landkreis Havelland) werden zwei Gymnasien neu errichtet. Zwei Gymnasien, die im laufenden Schuljahr keine 7. Klassen einrichten konnten, treten im kommenden Schuljahr wieder an: das Humboldt-Gymnasium in Cottbus und das Gymnasium in Bad Freienwalde (Landkreis Märkisch-Oderland).

Nach den Erfahrungen des vergangenen Ü7-Verfahrens werde künftig auch bei einer Unterschreitung der Mindestzahl von 54 Schülern geprüft, ob – abhängig von der weiteren Schülerzahlenentwicklung und der Entfernung zu alternativen Standorten – die Einrichtung von 7. Klassen gerechtfertigt ist, erläuterte der Minister das Verfahren. "Weniger als 40 Schüler dürfen es aber nicht sein", betonte Rupprecht. "Ich gehe davon aus, dass unter diesen Bedingungen alle Gymnasien im kommenden Schuljahr 7. Klassen einrichten können."

Sekundarstufe II

In der Jahrgangsstufe 11 befinden wir uns mitten in der Phase eines deutlichen Rückgangs der Schülerzahlen. Die Zahl der Schüler sinkt von ca. 15.000 im Schuljahr 2006/07 auf rund 6.500 im Schuljahr 2010/11 und stabilisiert sich langfristig auf einem Niveau von etwa 8.500 Schülern (vgl. Anlage).

Gesamtschulen und Berufliche Gymnasien in der Sekundarstufe II:

Zum Schuljahr 2009/10 werden voraussichtlich 20 Gesamtschulen mit gymnasialer Oberstufe und 14 Berufliche Gymnasien an Oberstufenzentren am Ü11-Verfahren teilnehmen. Auch hier gelte das Ziel, dass möglichst alle Schulen eine 11. Jahrgangsstufe einrichten können und dauerhaft erhalten werden, so der Minister. "Mir ist dabei besonders wichtig, auch außerhalb der Gymnasien ein landesweit erreichbares Netz von gymnasialen Oberstufen zu sichern, um leistungsstarken Schülerinnen und Schülern von Oberschulen das Erreichen des Abiturs in 13 Jahren zu ermöglichen."

Im kommenden Schuljahr wird deshalb die Einrichtung einer 11. Jahrgangsstufe an Gesamtschulen und Beruflichen Gymnasien deutlich erleichtert, da nur noch 40 statt bislang 50 Anmeldungen erforderlich sein werden. Die Mindestzahl von 40 Anmeldungen kann in Einzelfällen sogar unterschritten werden, wenn eine andere gymnasiale Oberstufe an einer Gesamtschule oder einem beruflichen Gymnasium nicht in zumutbarer Entfernung erreichbar ist. Gleichzeitig soll die Ausstattung von kleinen gymnasialen Oberstufen so gestaltet werden, dass den Schülern ausreichende Wahlmöglichkeiten beim Kursangebot bleiben.

In Frankfurt (Oder) und Eisenhüttenstadt (Landkreis Oder-Spree), wo jeweils eine gymnasiale Oberstufe an einer Gesamtschule und an einem Beruflichen Gymnasium besteht, werde es allerdings aufgrund der sinkenden Schülerzahlen nicht möglich sein, jeweils beide Standorte zu erhalten, so Rupprecht.

Gymnasien in der Sekundarstufe II:

Unproblematisch stelle sich die Situation für die gymnasialen Oberstufen der Gymnasien dar, so Rupprecht. "Ob an einem Gymnasium Klassen gebildet werden, entscheidet sich im Ü7-Verfahren. Danach laufen die Klassen bzw. Kurse bis zum Abitur durch – das heißt: Alle noch bestehenden Gymnasien werden eine Jahrgangsstufe 11 bilden."


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