Schulentwicklungsplan

4-Milliarden-Ausbauprogramm für Hamburgs Schulen

25 Prozent mehr Schüler bis 2030 erwartet: Schulsenator Ties Rabe hat grünes Licht für einen umfassenden Ausbau des staatlichen Schulsystems gegeben.

07.03.2019 Hamburg Pressemeldung Behörde für Schule und Berufsbildung (BSB)
  • © Senatskanzlei Hamburg / Michael Zapf Ties Rabe – Senator für Schule und Berufsbildung Hamburg

Senator Rabe: „Hamburgs Schülerzahl wächst in den nächsten Jahren rund drei Mal so schnell wie die Bevölkerung. Bis zum Jahr 2030 erwarten wir rund 45.000 zusätzliche Schülerinnen und Schüler, 25 Prozent mehr als heute. Auf diese Entwicklung können wir stolz sein. Hamburg ist zu einer kinder- und familienfreundlichen Stadt geworden, in der Familien gern leben und optimistisch in die Zukunft blicken. Damit das so bleibt, werden wir in den nächsten zehn Jahren mehr als 30 neue staatliche Schulen bauen und viele Schulen sanieren, modernisieren und vergrößern. Dafür wird der Senat voraussichtlich mehr als vier Milliarden Euro in den Schulbau investieren. Die Schulbehörde wird deshalb in den nächsten Monaten einen umfassenden Schulentwicklungsplan erarbeiten und mit den Vertretungen von Eltern, Schülern und Lehrkräften sowie der Bezirkspolitik sorgfältig abstimmen.“

Nach Berechnungen des Statistikamtes Nord und der Hamburger Schulbehörde wird die Zahl der Schülerinnen und Schüler an den allgemeinbildenden Schulen von derzeit rund 195.000 bis 2030 auf rund 240.000 ansteigen. Rund 90 Prozent davon werden voraussichtlich die staatlichen Schulen besuchen. Dort ist mit einem Schülerzuwachs von rund 40.000 zu rechnen, die sich jeweils zu annähernd gleichen Teilen auf die Grundschulen und die weiterführenden Schulen verteilen werden. Schulsenator Ties Rabe: „Wir wollen die hohe Qualität der staatlichen Schulen weiterentwickeln und deshalb auch für alle neuen Schülerinnen und Schüler schöne neue Schulräume bauen.“

Der Anstieg der Schülerzahlen hat weniger mit der Zuwanderung oder dem Wohnungsbau zu tun, sondern ist vor allem auf den Anstieg der Geburten zurückzuführen. Das zeigt ein Blick in die Einwohnerstatistik: Demnach ist die Zahl der 0-1jährigen Kinder in nur sieben Jahren um rund 28 Prozent von 16.732 im Jahr 2011 auf 21.388 im Jahr 2018 angestiegen. Schulsenator Ties Rabe: „Rund zwei Drittel des Anstiegs der Schülerzahlen sind auf die gestiegenen Geburtenzahlen zurückzuführen, nur ein Drittel auf Zuwanderung oder Wohnungsbau. Deshalb können wir die neuen Schulangebote nicht auf Neubaugebiete beschränken, sondern brauchen zusätzliche Schulangebote auch in eng bebauten innerstädtischen Gebieten, in denen nur wenige neue Wohnungen gebaut werden.“

Die Pläne zielen darauf ab, bis 2025 vorrangig die Grundschulen auszubauen, weil die geburtenstarken Jahrgänge hier zuerst erwartet werden. Bis 2028 sollen dann auch die weiterführenden Schulen ausgebaut sein. Die Schulbehörde geht zurzeit davon aus, dass im Zuge der Ausbauplanung in Hamburg rund 30 bis 40 neue Schulen gebaut werden. Darüber hinaus soll eine Reihe bestehender Schulen saniert und erweitert werden. An einigen Schulen gibt es zudem noch Raumreserven und Leerstände, die ebenfalls genutzt werden können.

Senator Rabe: „Anders als früher üblich wollen wir auf das Schülerwachstum nicht einfach dadurch reagieren, dass wir wie die Schulklassen von derzeit 22 auf künftig 26 oder 27 Kinder vergrößern. Wir wollen die hohe Qualität beibehalten. Deshalb wollen wir zusammen mit den Schulen einen Weg finden, für 25 Prozent mehr Schüler auch 25 Prozent zusätzliche Klassenräume zu schaffen. Das wird gelingen, wenn wir dort, wo es möglich ist, viele neue Schulen gründen. Wo das jedoch nicht möglich ist, werden wir bestehende Schulen sanieren und ausbauen und auch die Raumreserven einzelner Schulen besser nutzen. Die bisherigen Gespräche mit Schulen in Regionen von Harburg, Bergedorf und Altona machen uns Mut. Dort gibt es mit einer Ausnahme große Unterstützung aus den Schulgemeinschaften für die bereits geplanten Ausbauprogramme.“

Fachleute der Schulbehörde werden sich jetzt jede Region von Hamburg genau ansehen und auf der Grundlage der aktuellen Prognosen einen neuen Schulentwicklungsplan erarbeiten. Dieser Schulentwicklungsplan wird dann sorgfältig mit der Schulöffentlichkeit und den Bezirken abgestimmt. Schulsenator Ties Rabe: „Das Verfahren sieht umfangreiche Beteiligungsmöglichkeiten vor. Diese Beteiligungsmöglichkeiten wollen wir für eine gute und sorgfältige Kommunikation nutzen. Für uns ist wichtig: Sorgfältige Beteiligung geht vor Schnelligkeit.“

Hamburgs staatliches Schulsystem umfasst derzeit 193 Grundschulen, 61 Gymnasien und 58 Stadtteilschulen, von denen 13 zusätzlich eine eigene Grundschulabteilung führen. In allen Schulformen gibt es sehr beliebte Schulen, die fast immer auch zu den größten Schulen ihrer Schulform gehören. Darunter sind Stadtteilschulen mit bis zu acht sowie Grundschulen und Gymnasien mit bis zu sieben Parallelklassen. Die Schulwahl der Eltern und Kinder zeigt Jahr für Jahr, dass gerade diese größeren Schulen offensichtlich sehr beliebt sind. Umgekehrt gibt es zahlreiche sehr kleine Schulen, darunter Grundschulen mit Anmeldungen für weniger als eine Klasse pro Jahrgang und Stadtteilschulen mit nur zwei Anmeldeklassen, die perspektivisch durchaus mehr Schülerinnen und Schüler aufnehmen können.


Mehr zum Thema


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden