Schulpraxis

Gymnasien jetzt für die Digitalisierung rüsten

Bayerischer Philologenverband fordert mehr Anstrengungen im Bereich der Lehrerfortbildung und der Ausstattung der Schulen.

27.06.2017 Bayern Pressemeldung Bayerischer Philologenverband (bpv)
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„Damit die Digitalisierung an bayerischen Gymnasien gelingt, müssen jetzt Maßnahmen getroffen werden“, betont Michael Schwägerl, Vorsitzender des Bayerischen Philologenverbandes (bpv). Gerade bei der Entwicklung von praxisnahen Konzepten und bei der Ausstattung an den Schulen im technischen und personellen Bereich besteht aus Sicht des bpv großen Nachholbedarf.

Fortbildungsoffensive starten!

Schwägerl erläutert: „Ein echter Mehrwert beim Lernen sind digitale Angebote nur dann, wenn sie auch didaktisch erprobt und sicher umgesetzt werden können. Daher fordern wir, die schulinterne Fortbildung in diesem Bereich massiv auszubauen und gezielt in die Breite zu gehen.“ Im Rahmen von verpflichtenden zeitlichen Ressourcen an jedem Gymnasium können geeignete Lehrkräfte zeitnah Konzepte und Unterrichtsideen für die eigene Schule entwickeln und ihren Kolleginnen und Kollegen vor Ort aber auch bayernweit zur Verfügung stellen. „Damit werden die individuellen Gegebenheiten berücksichtigt und jede Lehrkraft kann davon profitieren.“ Positiver Nebeneffekt: Durch ein verpflichtendes Zeitbudget an den Schulen können bayernweit peu á peu Planstellen geschaffen werden, die dann ab 2024 im Zuge des G9-neu flächendeckend gebraucht werden. Schwägerl weiter: „Damit schlagen wir zwei Fliegen mit einer Klappe: Es gibt kontinuierliche Mehreinstellungen und die Lehrkräfte und Schulen werden für die Herausforderung der Digitalisierung gerüstet.“

Mehr  Kontinuität bei den Einstellungen ist eine langjährige Forderung des Bayerischen Philologenverbandes. Schwägerl konstatiert:  „Man kann gerade im Grund- und Mittelschulbereich sehen, was passieren kann. Wir wollen für den gymnasialen Bereich vermeiden, dass unsere Kolleginnen und Kollegen 2024 nicht mehr frühzeitig in den Ruhestand gehen dürfen und gleichzeitig in den kommenden Jahren viele hervorragend ausgebildete, junge Lehrkräfte kein Einstellungsangebot bekommen.“

Im Rahmen der Fortbildung verweist Schwägerl auch auf die Vodafone-Studie „Wie lernen Lehrer“ vom März diesen Jahres, in der es wörtlich heißt: „Grundsätzlich braucht das Weiterlernen von Lehrkräften mehr explizite Zeiten und Räume. Das heißt, dass anerkannt wird, dass gerade in Bezug auf das digitale Zeitalter die Anforderungen an die Lehrkräfte, Schritt zu halten, hoch komplex und nicht ‚nebenbei‘ zu bewältigen sind.“

Technische und personelle Ausstattung der Schulen verbessern!

Umfragen unter Lehrkräften zeigen außerdem: Ein großes Digitalisierungshindernis ist die Ausstattung der Schulen. Schwägerl betont: „Selbstverständlich benötigen die Gymnasien eine zuverlässige, einfach zu handhabende und vielseitig einsetzbare IT-Infrastruktur. Mindestens genauso wichtig ist aber die technische Betreuung der Systeme. Dazu müssen die zeitlichen Ressourcen bei den Systembetreuern an den Schulen deutlich erweitert werden. Zusätzlich benötigen die betroffenen Lehrkräfte vor Ort einen umfassenden und unkomplizierten Support. Whiteboards, Tablets oder digitale Medien werden nur dann im Unterricht eingesetzt, wenn sie einwandfrei funktionieren und laufend gewartet bzw. upgedatet werden.“

Zum Thema „Digitalisierung“ veranstaltet der bpv gemeinsam mit der Stadt Nürnberg und dem Bündnis für Bildung am 28.06. in Nürnberg eine Fachtagung mit Workshops, Best-Practice-Beispielen und einer Podiumsdiskussion.


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