Lehrertag

Lehrer nicht allein lassen

Der Deutsche Lehrertag ist der größte bundesweite Fortbildungstag für Lehrerinnen und Lehrer in Deutschland. Bereits zum vierten Mal findet die Frühjahrstagung im Rahmen der Leipziger Buchmesse statt.

23.03.2017 Bundesweit Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung e.V. (VBE)
  • © www.pixabay.de

Unter dem Motto: „Schule im Umbruch – Neue Ansätze und bewährte Methoden“ sind 800 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus allen Bundesländern gekommen. Veranstalter sind VBE Bundesverband und Verband Bildungsmedien e. V. in Kooperation mit den VBE Landesverbänden:
SLV - Sächsischer Lehrerverband, VBE Sachsen-Anhalt und dem Thüringer Lehrerverband (tlv).

Udo Beckmann, Bundesvorsitzender des VBE, erklärte anlässlich des Deutschen Lehrertags vor 800 Teilnehmerinnen und Teilnehmern: „Die aktuellen Herausforderungen an Lehrkräfte, wie Inklusion, Integration und Digitalisierung, provozieren Umbrüche in der Pädagogik. Heterogenität und Diversität ist in den Klassen stärker ausgeprägt denn je. Ein hohes Maß an Individualisierung ist erforderlich, um dem Rechnung zu tragen. Die Politik fordert eine schnelle Umsetzung, verweigert aber die notwendigen Gelingensbedingungen, wie vorbereitende und begleitende Fortbildungen, die Absenkung der Lerngruppengrößen und Teamstrukturen in den Lerngruppen.“

In der im letzten Frühjahr veröffentlichten forsa-Umfrage zu Berufszufriedenheit wurde erneut deutlich, dass Lehrerinnen und Lehrer hoch motiviert sind, sich den Herausforderungen zu stellen, aber die realitätsfernen Entscheidungen der Politik als die größte Belastung im Schulalltag ansehen. „Die Politik ist groß darin, Anforderungen zu formulieren, aber wird kleinlaut, wenn es um tatsächliche Investitionen geht. Die Lehrkräfte engagieren sich dann über ihr Limit hinaus, damit Projekte wie Inklusion und Integration funktionieren können. Mit ihrem Verhalten verspielt die Politik jede Glaubwürdigkeit – und die Gesundheit der Lehrkräfte gleich mit“, kommentierte der VBE-Bundesvorsitzende.

Beckmann stellte heraus, dass Lehrkräfte die an sie herangetragenen Aufgaben nicht mehr allein bewältigen können: „Gerade die Unterstützung durch und die Zusammenarbeit mit multiprofessionellen Teams muss ein Kernpunkt moderner Schule sein. Nur so kann jedes Kind entsprechend seiner Fähigkeiten und Fertigkeiten gefördert werden. Gleichzeitig werden die Lehrkräfte von Aufgaben entlastet, die nicht zu ihrem originären Arbeitsfeld gehören, aber durch die Politik bei ihnen abgeladen wurden. Wer will, dass Schulen ihren Auftrag umfänglich erfüllen können und die Gesundheit der Lehrkräfte wertschätzen möchte, der muss entsprechend in deren Unterstützung investieren.“


Mehr zum Thema


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden