Lernmethodik

VBE: „Richtig“ oder „falsch“ gibt es bei der Spracherwerbmethode nicht

„Kinder lernen Sprache durch Hören und Nachahmen. Welche Buchstaben hinter den gebildeten Lauten stehen, wissen sie zunächst nicht“, sagt Udo Beckmann, VBE-Vorsitzender, anlässlich der Verlautbarung der NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer auf RP Online.

27.07.2017 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband NRW
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„Entscheidend ist, Kinder so an die Schriftsprache heranzuführen, dass der Bruch zwischen dem Gehörten und Geschriebenen nicht zu groß ist. Dass dies gelingt, dafür sind Grundschullehrkräfte ausgebildet. Bei allen Kindern gehören Fehler zum Lernen dazu“, so Beckmann weiter. 

„Das Wesentliche ist, Fehler nicht als Schwäche anzusehen, sondern als Lernchance zu nutzen.“ Der Vorwurf, die „Reichen-Methode“ sei für den Unterricht nicht geeignet, ist nicht haltbar. Es gibt viele Schulen, die erfolgreich basierend auf dem Spracherfahrungsansatz in Kombination mit einem systematisch aufgebauten Rechtschreibunterricht arbeiten. 

Das Überstülpen einer bestimmten Methode von oben ist nicht zielführend. Vielmehr geht es darum, dass sich gut ausgebildete Lehrkräfte in den Grundschulen auf der Grundlage der Fachwissenschaften darauf verständigen, welches Lehrwerk oder welche Methode sie in der einzelnen Schule einsetzen wollen, um ihren Kindern das Lesen- und Schreiben-Lernen zu ermöglichen. 

Beckmann abschließend: „Wer mehr Selbstständigkeit von Schule will, sollte den Lehrerinnen und Lehrern nicht die Methoden diktieren, mit denen sie im Unterricht arbeiten.“

Den RP-Online Artikel finden Sie hier.


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