Grundschulförderung

Wo bleibt die Unterstützung für die Grundschulen?

Bildung der Schüler hängt noch zu sehr vom Geldbeutel der Eltern ab. „Bildungsgerechtigkeit muss bereits in Kindertagesstätten und in der Grundschule anfangen“, fordert der Sprecher des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg.

08.11.2017 Baden-Württemberg Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-Württemberg
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Die Abhängigkeit des Schulerfolges von der sozialen Herkunft zeige sich nämlich nicht erst bei höherwertigen Abschlüssen, sondern bereits in der Grundschule. Alle Kinder sollten möglichst früh eine optimale Bildung und Erziehung genießen dürfen. Trotzdem warteten die Grundschulen als Basis solider Bildung bis heute vergebens auf ausreichende Unterstützung durch die Politik.

Auch im laufenden Schuljahr ist wieder keine einzige Poolstunde für Klassenteilungen oder Klassenlehrerstunden an die Grundschulen gegangen, fehlen weiterhin Vertretungslehrkräfte, pädagogisch wertvolle Arbeitsgemeinschaften wie Schulchor und Theater sowie zusätzliche Förderstunden für Schüler mit Lese-Rechtschreibschwäche, mit Problemen beim Rechnen oder mit Aufmerksamkeitsstörungen. Grundschüler, die nicht am Religionsunterricht teilnehmen, bleiben in der Regel weiterhin ohne alternative Bildungsangebote und Beaufsichtigung. Der immer wieder von der Politik versprochene Ethikunterricht ab der ersten Klasse für Kinder, die keinen Religionsunterricht besuchen, wird aus Ressourcen- und damit Kostengründen nicht umgesetzt, obwohl niemand den Nutzen in Zweifel zieht.

Die immer wieder zu recht angeprangerten hohen Kosten für private Nachhilfestunden fallen in einem nicht unerheblichen Maße bereits bei Grundschülern an. Durch den Wegfall der Verbindlichkeit der Grundschulempfehlung ist zwar viel Druck von Schülern und Grundschullehrern genommen worden, trotzdem wollen Eltern nicht tatenlos zusehen, wenn Zeugnisnoten in den Keller rutschen und buchen - mangels fehlender schulischer Hilfsangebote - zusätzlich teure private Nachhilfestunden für ihre Kinder, und das nicht erst seit den erschreckenden Zahlen der jüngsten IQB-Studie.

Hilfe wurde von der Politik bisher immer nur versprochen, aber noch nicht so richtig umgesetzt, wenn man einmal von der moderaten Zunahme der Ganztagesgrundschulen und der leichten Erhöhung der Stundentafel absieht. Gleichzeitig nahmen die Aufgaben der Grundschulen jedoch erheblich zu wie die Umsetzung der Inklusion und die Integration von Flüchtlingskindern. „Leider hängt die Bildung der Grundschüler nach wie vor viel zu sehr vom Geldbeutel der Eltern ab. Hier muss die Politik endlich deutlich gegensteuern“, so der VBE-Sprecher.


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