Ahnen: Schulen fit für die Zukunft

"Das schulische Bildungssystem in Rheinland-Pfalz wird mit dem heutigen Start des Schuljahres 2004/2005 durch eine ganze Reihe von Maßnahmen und Projekten noch besser und ,fit für die Zukunft´ gemacht." Das unterstrich Bildungsministerin Doris Ahnen am ersten Unterrichtstag des neuen Schuljahres beim Besuch der Schillerschule in Mainz-Weisenau - einer der 491 Grundschulen, die ab sofort Fremdsprachenarbeit bereits in der 1. Klasse anbieten.

31.08.2004 Rheinland-Pfalz Pressemeldung Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur, Rheinland-Pfalz

Doris Ahnen betonte: "Das neue Schuljahr bringt viel Neues. Das novellierte Schulgesetz, das seit dem 1. August für alle Schulen gilt, setzt neue Akzente und sichert die qualitative Weiterentwicklung des Schulsystems - unter anderem die Reform der Berufsbildenden Schulen (BBS) - rechtlich ab. 71 neue Ganztagsschulen in Angebotsform lassen das landesweite Angebot auf 235 neue Ganztagsschulen anwachsen. Mit der neuen Schule für Hochbegabtenförderung/Internationalen Schule am Gymnasium Mainz-Gonsenheim wird die zweite Schule in diesem Projekt eröffnet. In den Grundschulen wird für die Hochbegabtenförderung mit dem wöchentlichen "Entdeckertag" in der Grundschule Zweibrücken-Mittelbach, in den 13 Grundschulen der Region eingebunden sind, ein neues Projekt gestartet. Und mit der Ausweitung der Fremdsprachenarbeit in Grundschulen auf die ersten beiden Klassenstufen werden neue Schwerpunkte bei der Förderung von allen Schülerinnen und Schülern gesetzt. Acht neue Schwerpunktschulen, die behinderte und nicht-behinderte Schülerinnen und Schüler gemeinsam unterrichten, erweitern zudem das Gesamtangebot auf 75 Schwerpunktschulen. Dieser Schritt zeigt neben anderen, dass die Bildungspolitik des Landes auch einen klaren Schwerpunkt im Bereich der Integration setzt."

Nicht unerwähnt bleiben dürfe, dass die qualitative Weiterentwicklung aller Schulen im Land auf der Basis der schulischen Qualitätsprogramme weitergehe. Die Umsetzung der bundesweit einheitlichen Bildungsstandards werde mit dem Schuljahresbeginn verbindlich. Dabei würden die Schulen der Sekundarstufe I durch so genannte "Erwartungshorizonte" unterstützt, die Beschreibungen von Kompetenzen in Deutsch, Mathematik und der ersten Fremdsprache zum Ende der 6. und der 8. Klasse enthielten und die Erarbeitung fachspezifischer Arbeitspläne erleichterten. Und: Ende September würden nicht nur erstmals in Mathematik und in Deutsch die Vergleichsarbeiten in allen vierten Grundschulklassen in Rheinland-Pfalz durchgeführt, sondern an diesen landesweiten Tests beteiligten sich auch sechs weitere Bundesländer.

Das neue Schulgesetz verbessere die Rahmenbedingungen für eine pädagogische, personelle und wirtschaftliche Selbstständigkeit von Schulen und bekräftige deren Auftrag zur individuellen Förderung, hielt die Bildungsministerin fest. In diesem Zusammenhang sei es erfreulich, dass die Zahl der am "Projekt Erweiterte Selbstständigkeit (PES)" beteiligten Schulen zum neuen Schuljahr auf etwa 320 Schulen steige (Vorjahr: 238). Das Gesetz verankere zudem die beiden Elemente Schulentwicklung und Qualitätssicherung an verschiedenen Stellen und flexibilisiere die Einschulungsbestimmungen im Sinne einer früheren Einschulung. Das Gesetz lege zudem die Basis für die Reform der Berufsbildenden Schulen, die jetzt starte. Diese Reform ermögliche sowohl gezieltere Förderangebote für leistungsschwächere als auch differenziertere Angebote für leistungsstärkere Jugendliche und biete somit neue Chancen für die berufliche Qualifizierung von jungen Menschen ebenso wie für eine stärkere Gleichwertigkeit von allgemeiner und beruflicher Bildung.

Eines der großen und wichtigen neuen Projekte des Schuljahres 2004/2005 sei in Mainz-Weisenau ganz unmittelbar zu sehen, nämlich die Ausweitung der Fremdsprachenarbeit in den Grundschulen, sagte Doris Ahnen weiter. Die Schillerschule gehöre zu den 491 (von insgesamt 990) Grundschulen in Rheinland-Pfalz, die mit dem Beginn dieses Schuljahres Fremdsprachenarbeit durchgehend ab der Klassenstufe 1 anbieten. In der Schillerschule handelt es sich dabei um Französisch, in vielen anderen Schulen wird mit Englisch begonnen. Die Bildungsministerin unterstrich: "Die Ausweitung des frühen Fremdsprachenlernens auf die gesamte Grundschulzeit ist ein weiterer zukunftsweisender Ansatz im Prozess der Qualitätsentwicklung, der schon seit längerem in unseren Grundschulen läuft." Mit dem jetzigen Schritt, dem im Schuljahr 2005/2006 die restlichen 499 Grundschulen landesweit folgen, untermauere Rheinland-Pfalz zudem seine führende Position beim frühen Fremdsprachenlernen. In den ersten Schritt der Angebotserweiterung seien viele Schulen einbezogen worden, die neben dem bereits seit 1998/1999 in den Klassenstufen 3 und 4 eingeführten frühen Fremdsprachenlernen auch Lehr- und Lernerfahrung in den Anfangsklassen gesammelt hätten. Im ADD-Aufsichtsbezirk Neustadt/Weinstraße lägen 228 Grundschulen, im Bezirk Koblenz 149 und im Bezirk Trier 114 Grundschulen. Die vollständige Liste der Schulen des ersten Schrittes sei auf der Grundschul-Homepage (www.grundschule.bildung-rp.de) veröffentlicht.

Zur Ausweitung des Fremdsprachenlernens in den Grundschulen gehöre auch, dass die Fort- und Weiterbildung für Lehrerinnen und Lehrer fortgesetzt und durch neue Elemente ergänzt werde, so die Ministerin. Seit dem Startschuss für die schrittweise Einführung der integrierten Fremdsprachenarbeit hätten sich landesweit rund 5400 Lehrerinnen und Lehrer entweder durch Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen oder durch ein eigenständiges Studium in einer der Zielsprachen Englisch oder Französisch für die Fremdsprachenarbeit qualifiziert. Zudem sei im Mai eine neu konzipierte und auf den neuen jetzt gültigen "Rahmenplan Fremdsprachen" ausgerichtete Fortbildung angelaufen. Bereits in der ersten Staffel hätten sich daran etwa 320 Lehrkräfte aus 220 Grundschulen beteiligt. Eine eigens geschulte Unterstützungsgruppe stehe darüber hinaus für nachfrageorientierte schulinterne Fortbildungen bereit. "Im zweiten Halbjahr 2004 wird das Spektrum der Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen nochmals deutlich erweitert", kündigte die Bildungsministerin an. Das jetzt in Rheinland-Pfalz an den Grundschulen in Steinfeld (Kreis Südliche Weinstraße) für Französisch sowie in Koblenz-Oberndorf für Englisch startende Modellvorhaben "Move to learn", das von der gleichnamigen Bildungsinitiative sowie UNICEF Deutschland initiiert worden sei und in dem Unterrichtsvideoclips und Lehr-CDs für die Fremdsprachenarbeit erstellt werden sollten, ergänze die Weiterbildungsmaßnahmen in geradezu idealer Weise.

Eine interessante und besondere Fassette in der Fremdsprachenarbeit an Grundschulen werde ebenfalls zum neuen Schuljahr erweitert: die bilingualen Grundschulen, kündigte Doris Ahnen an. Die Zahl der Grundschulen, die ihren gesamten Unterricht jeweils zur Hälfte in Deutsch und in Französisch gestalteten, werde durch zwei neue Angebote auf fünf bilinguale Grundschulen steigen (Zeppelinschule in Speyer und Böhämmer-Grundschule in Bad Bergzabern).

Die Erweiterung der frühen Fremdsprachenarbeit in den Grundschulen werde neue und wichtige Impulse für eine Optimierung des Fremdsprachenlernens insgesamt setzen, hofft die Bildungsministerin. "Erfahrungen aus Schulen, die bereits seit längerem die Fremdsprachenarbeit von der Einschulung an betreiben, zeigen zudem, dass der fächerübergreifende und fächerverbindende Ansatz im frühen Fremdsprachenlernen zu äußerst positiven Resultaten führt. Dass Fremdsprachenlernen zudem Kindern viel Spaß bereitet, zeigt sich sehr anschaulich auch hier in der Schillerschule", unterstrich Doris Ahnen und lobte das Engagement der Lehrkräfte und der Schulleitung in der Weisenauer Grundschule - stellvertretend für die Schulen im Land - ausdrücklich.


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