Böhmer und Kramp-Karrenbauer wollen Anstrengungen für bessere Bildung von Migranten verstärken
Die Staatsministerin und Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Maria Böhmer, und die Vorsitzende der Kultusministerkonferenz, die saarländische Bildungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer, haben bei einem Treffen im Bundeskanzleramt vereinbart, ihre gemeinsamen Anstrengungen für eine bessere Bildung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund zu verstärken.
13.09.2008 Pressemeldung Presse- und Informationsamt der BundesregierungBeide Ministerinnen erklärten übereinstimmend, dass eine der wichtigsten Maßnahmen dafür eine Stärkung der Eltern aus Zuwandererfamilien sei. Hierzu hat die Kultusministerkonferenz Ende 2007 mit acht bundesweit tätigen Migrantenverbänden eine Vereinbarung zur Förderung der Zusammenarbeit von Elternhäusern und Bildungseinrichtungen abgeschlossen. "Bildung fängt im Elternhaus an. Viele zugewanderte Eltern sind nicht mit dem hohen Stellenwert der Bildung in Deutschland vertraut. Wir müssen die Eltern daher in ihrer Verantwortung für den Bildungserfolg ihrer Kinder stärken und unterstützen", erklärten Böhmer und Kramp-Karrenbauer. Ferner sprachen sich beide Ministerinnen dafür aus, die Sprachförderung in den Kindertagesstätten auszubauen und die Durchlässigkeit des Schulsystems für Schülerinnen und Schüler aus Zuwandererfamilien zu erhöhen.
Böhmer erinnerte in diesem Zusammenhang an die Selbstverpflichtungen der Länder im Nationalen Integrationsplan: "Erfreulich ist, dass inzwischen in allen Ländern Sprachstandstest vor der Einschulung stattfinden. Das kann aber nur der Auftakt für eine gezielte und individuelle Förderung von Kindern mit Sprachlerndefiziten sein. In der Schule muss die Förderung der deutschen Sprache konsequent fortgesetzt werden - nicht nur im Deutschunterricht, sondern in allen Fächern. Die Länder haben sich verpflichtet, innerhalb der kommenden fünf Jahre die erforderlichen Aus- und Weiterbildungsangebote bereit zu stellen, damit Lehrerinnen und Lehrer auf diese neue Aufgabe vorbereitet sind. Das ist für die Verbesserung der Bildungssituation junger Migrantinnen und Migranten ebenso zentral wie die deutliche Senkung der Schulabbrecherquote. Auch hier gibt es eine Zusage der Länder: Die Zahl von Jugendlichen aus Zuwandererfamilien, die die Schule ohne Abschluss verlassen, innerhalb der kommenden fünf Jahre an den allgemeinen Durchschnitt anzugleichen. Ich erwarte von den Ländern, dass sie diese und alle anderen Zusagen im Interesse der jungen Menschen, die zu uns gekommen sind, zügig und gewissenhaft einlösen."
Mit Blick auf den bevorstehenden Bildungsgipfel der Bundeskanzlerin appellierte Böhmer: "Bildung und Integration gehören unmittelbar zusammen. Bildung ist der Schlüssel für Integration, zugleich ist die Integration der Zugewanderten in unser Bildungssystem Voraussetzung dafür, die wichtigste Ressource unseres Landes besser zu nutzen. Wir können es uns nicht leisten, die Potenziale der Zugewanderten brach liegen zu lassen. Daher muss das Thema Integration durch Bildung auf dem Gipfel eine zentrale Rolle spielen, und wir müssen gemeinsam zu Vereinbarungen darüber kommen, was über den Nationalen Integrationsplan hinaus zu tun ist."
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