Kultusministerium: Auf die besonderen Lernbedürfnisse der Jungen kann in der Schule eingegangen werden

Bei der Förderung von Jungen, insbesondere aus bildungsfernen Familien, kommt dem Ausbau der frühkindlichen Bildung eine entscheidende Bedeutung zu. Im Kindergarten und der Grundschule wird das Fundament für eine gelingende Schullaufbahn gelegt. Der neue Orientierungsplan für Kindergärten eröffnet pädagogische Spielräume, um die Fähigkeiten und Interessen der Jungen gezielt anzusprechen.

11.09.2006 Baden-Württemberg Pressemeldung Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg

Einen herausragenden Stellenwert für gleiche Bildungschancen von Jungen und Mädchen hat die Sprachbildung. Es bestehen bereits Angebote zur Sprachförderung im Rahmen der Hausaufgaben-, Sprach- und Lernhilfen (HSL) sowie durch die Landesstiftung Baden-Württemberg. Im neuen Schuljahr startet zudem das Projekt "Schulreifes Kind", das für Kinder mit Entwicklungsdefiziten spezielle Fördermaßnahmen vorsieht. Neben Maßnahmen zur Sprachförderungen gehören dazu beispielsweise die Schulung der Feinmotorik und Übungen zur Stärkung der Konzentrationsfreiheit.

Hinzu kommt der weitere Ausbau von Ganztagsangeboten an Grund- und Hauptschulen mit besonderer pädagogischer und sozialer Aufgabenstellung. Diese eröffnet zusätzlichen Spielraum für gezielte pädagogische Fördermaßnahmen für sozial benachteiligte Jungen.

Die pädagogischen Entwicklungen in den zurückliegenden Jahren kommen den Bedürfnissen von Jungen entgegen. Der projektorientierte Unterricht ist in allen Schularten und über alle Jahrgangsstufen hinweg verankert worden. Die Möglichkeit, "Bewegten Unterricht" in den Schulalltag zu integrieren, sowie der stetige Ausbau von Grundschulen mit sport- und bewegungserzieherischem Schwerpunkt geben dem geschlechtsspezifischen Bewegungsdrang von Jungen zusätzlichen Raum.

Auch nach Ansicht des Kultusministeriums wäre ein größeres Interesse von Männern am Grundschullehramt wünschenswert. Die von den Grünen in diesem Zusammenhang genannte Forderung nach einer Reform des Besoldungssystems greift jedoch zur kurz. Notwendig ist ein tief greifender gesellschaftlicher Wandel in den männlichen Rollenbildern.


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