Viele Köche...

(bikl)

16.09.2004 Artikel

Der Sächsische Kultusminister Prof. Dr. Karl Mannsfeld:

"Wir brauchen keine Einheitsschule und keine Generaldebatte über Schulstrukturen. Unser gegliedertes und durchlässiges System mit Grundschule, Mittelschule und Gymnasium hat sich bewährt und bietet jeder Schülerin und jedem Schüler die besten Entwicklungs- und Fördermöglichkeiten."

Der Berliner Senator für Bildung, Jugend und Sport Klaus Böger:

"Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass wir Schule in Berlin genau an den Stellen verbessern, an denen es Not tut. Berlin ist in Deutschland Vorreiter einer modernen Bildungspolitik, die sich den Anforderungen von morgen stellt. Wir haben verstanden, dass gute Bildung bei den Kleinsten beginnt, sozial Benachteiligte erreichen muss, um möglichst vielen einen Abschluss des Sekundarbereichs II, also Abitur oder eine abgeschlossene berufliche Ausbildung, zu ermöglichen."

Der Bundesvorsitzende des Deutschen Philologenverbandes Heinz-Peter Meidinger:

"Es ist absurd, mit dem Gymnasium ausgerechnet die Schulart in Frage zu stellen, die bei PISA im internationalen Vergleichsmaßstab sehr gut abgeschnitten hat und sich höchster Akzeptanz bei Eltern und Schülern erfreut. Zudem haben die Bundesländer mit den profiliertesten gegliederten Schulsystemen bei PISA 2000 die Spitzenplätze im innerdeutschen Vergleich belegt. Die Vision der deutschen Gesamtschule ist an der Realität gescheitert. Wir brauchen keine Wiederbelebung dieser lähmenden Debatte!"

Die GEW-Vorsitzende Eva-Maria Stange:

"Das gegliederte Schulsystem in Deutschland ist historisch überholt. Wir unterstützen die Vorstöße von Grünen und SPD, die sich für ein längeres gemeinsames Lernen aller Kinder mindestens bis Klasse 9 stark machen. Die OECD-Studie hat gezeigt, dass das auf Auslese orientierte deutsche Schulsystem immer mehr ins Abseits gerät."

Der niedersächsisches Kultusminister Bernd Busemann:

"Die politische Linke läuft Gefahr, nach dem inzwischen eindeutig gescheiterten Gesamtschulkonzept einer neuen Lebenslüge zu erliegen. Ob Einheitsschule, Schule für alle oder gar Pisa-Schule, lediglich strukturelle und dazu unbezahlbar teure und langwierige Veränderungen des Schulsystems lösen die Probleme nicht.",

Der Vorsitzender des Bundeselternrats Wilfried Steinert:

"In die Bildung und Erziehung in Kindergärten und Grundschulen muss mehr und gezielter investiert werden. Was wir in die Jüngsten investieren, bringt den höchsten Ertrag. Wir können es uns nicht länger leisten, dass im Kindergarten der privat finanzierte Anteil der Ausgaben doppelt so hoch ist wie im OECD-Mittel, denn darin wird das Desinteresse des Staates an der vorschulischen Erziehung und Bildung deutlich."

Der Bundesvorsitzende des Verbands Bildung und Erziehung (VBE) Ludwig Eckinger:

" Alle Kinder und Jugendlichen haben ein Recht, durch die Schule gefordert und gefördert zu werden - in kognitiver, sozialer und emotionaler Hinsicht. Wir kommen also nicht weiter, wenn die Schüler noch 'zielgenauer' als jetzt für die weiterführenden Schulen aussortiert werden."

Der saarländische Kultusminister Jürgen Schreier:

"Wir halten im Saarland am Gymnasium und an den beiden Pflichtschulen fest und verbessern sie. Was wir jetzt brauchen ist keine erneute ideologische Strukturdebatte, sondern eine Verbesserung der Qualität innerhalb des bestehenden Schulsystems."

Der Vorsitzende des Grundschulverbands Horst Bartnitzky:

"In Deutschland werden Schülerinnen und Schüler so rasch wie möglich nach Leistungsniveaus sortiert. Die typisch deutschen Instrumente dafür sind Noten, Klassenarbeiten, Sitzenbleiben, Sonderschul-Überweisungen und in der Sekundarstufe Durchlässigkeit - aber nur nach unten! Jetzt geht es darum, alle gesellschaftlichen Initiativen zu verstärken, die die Idee einer 'Gemeinschaftsschule' befördern können. Das ist die richtige Vision für unser Bildungswesen. Eine solche Bildungspolitik aus einem Guss nützt allen Kindern und Heranwachsenden."


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