Die mangelnde Chancengleichheit für Frauen insbesondere im Berufsleben hat lange Zeit dazu geführt, dass geschlechtsspezifische Förderansätze in den Schulen auf Mädchen fokussiert waren. Nicht zuletzt bei internationalen Bildungsstudien wie PISA und IGLU kam allerdings heraus: Beim Kompetenzerwerb in schulischen Fächern hinken häufig Jungen hinterher. Besonders im sprachlichen Bereich lagen die Werte für Jungen unter dem Gesamtdurchschnittswert und noch deutlicher unter den Durchschnittsleistungen der Mädchen. Statistiken zeigen zudem: Jungen werden im Schnitt später eingeschult, auf sie entfallen fast 60 Prozent aller Klassenwiederholungen, sie stellen den größeren Teil bei den Schulabgängen ohne Hauptschulabschluss. Und: Jungen zeigen – nicht nur in der Schule – deutlich häufiger Auffälligkeiten im Sozialverhalten als Mädchen. "Wir müssen pädagogische Strategien und Konzepte entwickeln, um künftig auch Jungen mehr gezielte Förderung in der Schule zukommen zu lassen", unterstrich Bildungsministerin Doris Ahnen heute auf einer Pressekonferenz in Mainz. In einem Modellversuch an Ganztagsgrundschulen würden nun Konzepte ausgearbeitet und erprobt, die dann auf möglichst viele Grundschulen übertragen werden könnten.
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27.05.2008
Pressemeldung
Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur, Rheinland-Pfalz