75,4 Prozent der Realschulabgänger wechseln nach dem Schuljahr 2004/05 auf allgemeine und berufliche Gymnasium oder das Berufskolleg
Im Schuljahr 2004/05 haben insgesamt 39101 Realschüler die Mittlere Reife erworben, davon gingen 24,6 Prozent in die duale Ausbildung, 27,6 Prozent aufs berufliche Gymnasium, 47 Prozent auf Berufskolleg und 0,8 Prozent aufs allgemein bildende Gymnasium.
15.08.2006 Baden-Württemberg Pressemeldung Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg"Das Schulsystem in Baden-Württemberg ist sehr durchlässig. Über 45 Prozent unserer Hauptschüler erwerben einen mittleren Bildungsabschluss und ein Drittel unserer Abiturienten stammen aus den beruflichen Gymnasien. Wenn man bedenkt, dass über 70 Prozent der Realschüler ein berufliches Gymnasium oder ein Berufskolleg besuchen, dann spricht das für einen effektiven und leistungsorientierten Unterricht an den Realschulen in Baden-Württemberg", sagte Kultusminister Helmut Rau MdL.
Die Berufsorientierung spielt in der Realschule eine zentrale Rolle. Mit dem neuen Bildungsplan ab 2004 hat sich BORS (Berufsorientierung an der Realschule) zu einem themenorientierten Projekt entwickelt und bildet neben den Fächern und neuen Fächerverbünden eine eigene Unterrichtskategorie. Dies macht eine gemeinsame inhaltliche und zeitliche Jahresplanung und Abstimmung der in der entsprechenden Klassenstufe unterrichtenden Lehrkräfte zu Beginn eines Schuljahres notwendig.
In Klasse 9 weist jedes Fach und jeder Fächerverbund an geeigneter Stelle auf die Berufsorientierung hin und schafft praktische Bezüge zur Arbeitswelt. Jede Realschule erarbeitet deshalb eine für ihre Schüler und die Region passende BORS-Konzeption und legt die Jahresplanung fest. In der Planung sind sowohl projektorientierte Arbeits-phasen als auch Berufs- und Arbeitsplatzerkundigungen vorgesehen.
Im Rahmen von BORS planen die Schülerinnen und Schüler im Team Vorgehenswei-sen zur Erlangung persönlicher Berufswahlkompetenz, lernen ihre persönlichen Stär-ken und Fertigkeiten kennen und dokumentieren sie, verschaffen sich einen Überblick über Berufsgruppen und Ausbildungswege sowie die vielfältigen Bildungswege in Baden-Württemberg. Neben eigenen praktischen Erfahrungen in den Betrieben, lernen sie auch, welche Rechte und Pflichten Auszubildende haben. Vertieft wird das Thema Strukturwandel in bestimmten Wirtschaftssektoren, damit verbunden die Notwendigkeit neuer Qualifikationen von Arbeitskräften und deren Fortbildung. Anhand von prakti-schen Beispielen üben die Schülerinnen und Schüler, wie man Bewerbungen schreibt und Bewerbungsmappen erstellt und bereiten sich in Rollenspielen auf Bewerbungsgespräche vor.
An den Realschulen in Baden-Württemberg wird kontinuierlich daran gearbeitet, dass Jugendliche ihren Weg in den Beruf finden. Das zeigt beispielsweise die intensive Arbeit an der Alfred-Delp-Realschule in Ubstadt-Weiher. Im Schuljahr 2005/06 blieb kein Realschüler ohne Anschluss. 48 Prozent der Schüler wechseln in eine duale Ausbildung, 46 Prozent besuchen ein berufliches Gymnasium oder ein Berufskolleg und 6 Prozent haben sich für ein freiwilliges soziales Jahr entschlossen. Das besondere Be-rufsvorbereitungskonzept der Alfred-Delp-Realschule wurde beim Wettbewerb "Fit für Job" zur Bundessiegerin gekürt.
Auch die Realschule im Kreuzerfeld aus Rottenburg am Neckar verzeichnet ausgezeichnete Übergangszahlen und ist ein gutes Beispiel für die erfolgreiche Arbeit an den Realschulen im Land: 57 Prozent der Schüler wechseln auf ein berufliches Gymnasium oder ein Berufskolleg, 32 Prozent beginnen eine Berufsausbildung und 6 Prozent engagieren sich im freiwilligen sozialen Jahr.
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