Bayern

Bayerns Schülerinnen und Schüler bei Ländervergleich an der Spitze

"Wir wollen die sehr gute Qualität unseres Unterrichts und unserer Schulen weiterentwickeln und unseren Schülerinnen und Schülern noch mehr Teilhabechancen eröffnen", fasste Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle die Schwerpunkte seiner Bildungspolitik in der Regierungserklärung zum Thema "Qualität - Differenzierung - Durchlässigkeit" in München zusammen.

15.07.2010 Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

"Das differenzierte bayerische Bildungswesen ist bereits heute enorm leistungsstark und eröffnet den Schülerinnen und Schülern große Chancen", griff Dr. Spaenle auf die Ergebnisse des Ländervergleichs zurück, den das Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) im Auftrag der Kultusministerkonferenz durchgeführt hatte.

In der im Juni veröffentlichen Studie, bei der die Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 9 mit Blick auf die Bildungsstandards der Kultusministerkonferenz in den Fächern Deutsch und Englisch erhoben worden waren, hatten die bayerischen Schülerinnen und Schüler aller Schularten in Deutschland in allen Kategorien Platz 1 belegt. "Die bayerischen Schülerinnen und Schüler sind einfach spitze", so der Minister.

Klares Bekenntnis zu leistungsstarkem differenziertem Schulwesen

"Dabei sind die bayerischen Schülerinnen und Schülern z. B. ihren Mitschülern im Einheitsschulland Bremen um bis zu zwei Schuljahre voraus", gab Minister Spaenle auf der Basis des Vergleichs ein klares Bekenntnis für das differenzierte Schulsystem Bayerns ab. Dieses eröffne allen Schülerinnen und Schüler entsprechend ihrer Begabungen und Interessen sehr gute Bildungschancen. "Wir werden an der Qualität der Schulen weiter arbeiten", so der Minister, "um diese auch für die Zukunft sicherzustellen und damit unseren Kindern und Jugendlichen eine gute Basis für den weiteren Lebensweg zu geben". Beispiele sind für den Minister die Weiterentwicklung der Hauptschule zur Mittelschule mit einem hochwertigen berufsorientierten Bildungsangebot und Ganztagsangeboten sowie die Initiative Realschule 21, die auf die Förderung der MINT-Fächer und Fremdsprachen setzt.

Individuelle Förderung statt Einheitsschule

Bei der Qualitätsentwicklung setzt Dr. Spaenle auf "konstante Verlässlichkeit" im Bildungswesen und auf die individuelle Förderung der Schülerinnen und Schüler. Die Kontinuität in den Grundzügen des Bildungswesens ist für Minister Spaenle in Bayern ebenso wie auch im Nachbarland Baden-Württemberg ein Grund für das gute Abschneiden der Schülerinnen und Schüler im Ländervergleich.

Mit einem Modellversuch erprobe das Kultusministerium zusammen mit der Stiftung Bildungsparkt Bayern ab dem Schuljahr 2011/2012 die "flexible Grundschule", bei denen die Schülerinnen und Schüler je nach eigenem Lernverhalten - je nach eigenem Lerntempo - die ersten zwei Jahrgangsstufen in einem, zwei oder drei Jahren durchlaufen können. Der Staat müsse die Aufgabe des "pädagogischen Schulweghelfers" übernehmen, etwa bei der Entscheidung der Eltern zum Übertritt ihrer Kinder in die weiterführenden Schulen und in der "Gelenkklasse", also den Klassen der 5. Jahrgangsstufen in allen Schularten. Mit besonderen Förderangeboten nach dem Vorbild der Intensivierungsstunden des Gymnasiums gehe es hier darum, die Begabungspotentiale der Kinder bestmöglich zu fördern. Entsprechend habe das Ministerium den Haupt- und Realschulen zusätzliche Lehrerstunden zugewiesen.

"Der verstärkten individuellen Förderung dient der konsequente Ausbau der Ganztagsschulen", so Minister Spaenle. Für das neue Schuljahr wurden an 178 neuen Standorte gebundene Ganztagszüge an Grund-, Haupt- und Förderschulen genehmigt. Außerdem wurden 200 zusätzliche Gruppen der offenen Ganztagsschule bewilligt. Im Schuljahr 2011/2012 beginne der Ausbau der gebundenen Ganztagsschulen an Real- und Wirtschaftsschule sowie Gymnasium.

Um die Gleichwertigkeit der Lebensbedingungen der jungen Menschen in allen Regionen Bayerns sicherzustellen, setzt Minister Spaenle auf differenzierte hochwertige Schulangebote in Wohnortnähe. Dazu diene auch die Einrichtung von Schulverbünden der Mittelschule. So könnten möglichst viele Schulstandorte erhalten und die Qualität des Bildungsangebots sogar gesteigert werden. Bereits zum kommenden Schuljahr werden 60 Prozent der Hauptschulen in Bayern den Status einer Mittelschule erhalten.

Chancen für Kinder mit Migrationshintergrund verbessern

"Aber wir haben auch noch Herausforderungen, denen wir uns weiter mit Nachdruck stellen müssen", betonte der Minister.

"Wir müssen beispielsweise mit aller Kraft daran arbeiten, die Teilhabechancen gerade für Kinder aus Migrantenfamilien weiter zu verbessern", nannte Minister Spaenle ein Beispiel. Dabei spiele die Sprachförderung die zentrale Rolle. Diese sei in ein Gesamtkonzept zur schulischen Integration von Kindern mit Migrationshintergrund eingebettet. Dr. Spaenle will außerdem alle Schülerinnen und Schüler noch stärker darin unterstützen, dass sie ihre individuellen Bildungspotentiale weiter ausschöpfen können - unabhängig von der sozialen Herkunft.

"Bildungserfolg lässt sich nicht auf den Besuch des Gymnasiums reduzieren", unterstrich Minister Spaenle. Auch an Haupt-, Real- und Wirtschaftsschulen werden hohe Leistungen erbracht.

Die Berufliche Oberschule, die junge Menschen mit dem Mittleren Bildungsabschluss besuchen können, sei ein höchst erfolgversprechender Weg für junge Menschen, sich schulisch weiterzuqualifizieren. Über die berufliche Bildung werden gegenwärtig gut 42 Prozent der Hochschulzugangsberechtigungen erworben. "Auch der Anteil der jungen Menschen mit Migrationshintergrund liegt an den Beruflichen Oberschulen derzeit in Bayern etwa doppelt so hoch wie an den Gymnasien", ergänzte der Minister.

Wir werden den eingeschlagenen Weg, die Qualität von Unterricht und Schule weiter zu verbessern, fortsetzen. Dabei spiele die Übertragung von mehr Eigenverantwortung an die Schule eine wichtige Rolle. Wir werden auch weiter arbeiten, die Teilhabegerechtigkeit zu verbessern", so der Minister abschließend.


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