Hessen handelt – Klarer Kurs – "Die verlässliche Schule funktioniert"

Von einem "problemlosen Start der verlässlichen Schule" hat heute Kultusministerin Karin Wolff im Rahmen ihrer Regierungserklärung "Hessen handelt: Klarer Kurs zum Bildungsland Nummer eins" im Hessischen Landtag berichtet. Zwar müsse sich die Unterrichtsgarantie Plus [www.unterrichtsgarantieplus.hessen.de](http://www.unterrichtsgarantieplus.hessen.de) noch weiter einspielen und einzelne Stunden seien ausgefallen, aber die Beschwörungen der Opposition aus den vergangenen Monaten hätten sich selbst entlarvt: "Sie hatten nur ein Motiv – Angst vor diesem Erfolgsmodell – und den Ärger darüber, auf dem Feld der Unterrichtsversorgung über keinerlei Konzept und Glaubwürdigkeit zu verfügen."

13.09.2006 Hessen Pressemeldung Hessisches Kultusministerium

Karin Wolff hielt Rot-Grün vor, zu eigenen Regierungszeiten wöchentlich 100.000 Stunden Regelunterrichts-Ausfall produziert zu haben, die Fehlzeiten aufgrund von Krankheiten und Fortbildungen noch gesteigert hätten. Die 5,7 Millionen Euro Vertretungsmittel von damals habe die Landesregierung inzwischen auf jährlich 42 Millionen Euro versiebenfacht. "Hessen handelt – Bildung hat bei uns absolute Priorität", skizzierte die Kultusministerin ihr Konzept.

Noch sei die verlässliche Schule "bundesweit einzigartig und ein Meilenstein der deutschen Bildungspolitik", fuhr sie fort, doch hätten sich andere Länder im Kultusministerium bereits interessiert nach diesem Modell erkundigt. Karin Wolff dankte den hessischen Schulen, Schulleitungen und qualifizierten Vertretungskräften für deren große Leistung beim Umsetzen der Unterrichtsgarantie Plus: Auch Kritiker hätten das Konzept umgesetzt. "So rückt Bildung und Schule in den Mittelpunkt der Gesellschaft. Von einem Proteststurm kann gar keine Rede sein." Absprachen von Personalräten einzelner Schulen, generell alle Bewerber abzulehnen, nannte die Kultusministerin "bemerkenswert" und freute sich über die "klare gesetzliche Regelung, die jeder Obstruktion einen Riegel vorschiebt". Der rot-grünen Opposition schrieb sie ins Stammbuch, was die ehemalige Rektorin der Wiesbadener Helene-Lange-Schule kürzlich im "Hessen-Journal" zur Unterrichtsgarantie Plus gesagt hat: "Ich finde, das ist ein sehr guter Schritt der Kultusministerin." Treffend habe Enja Riegel damit beschrieben, "was wir wollen: Die Unterrichtsgarantie Plus bringt nicht nur Eltern hohe Verlässlichkeit, sondern ist auch für jede Schule ein Gewinn. Sie bringt neue Kompetenzen in die Schule und vernetzt diese mit dem Umfeld. Und sie ist der Einstieg in eine stärker eigenverantwortliche Schule, an der wir in Hessen intensiv arbeiten."

"Von nun an können Hessens Schulen nicht nur ihre Vertretungskräfte, sondern alle Lehrkräfte selber auswählen und so gezielt ihr Kollegium ergänzen. Zusätzlich erhalten sie ein eigenes Fortbildungsbudget und gewinnen mit der Jahresstundentafel mehr Freiheit und Flexibilität für die Organisation des Unterrichts", sagte Karin Wolff zur eigenverantwortlichen Schule: Schulleiterinnen und Schulleiter würden dadurch zur "Managern von Möglichkeiten", wofür ihnen ausreichend Leitungszeit gegeben werde. Auf die Erhöhung der Schulleitungsdeputate um rund 5.000 Stunden in den vergangenen Jahren folgten im neuen Schuljahr 200 Stellen, welche die Schulleitungen umgerechnet um weitere 5.250 Stunden entlasten. – Auch hier investiere Hessen konsequent in Bildung!

Selbstverständlich stehe auch in diesem Schuljahr die Unterrichtsgarantie als Grundlage für mehr Bildungsqualität, betonte die Kultusministerin: "130 weitere Lehrerstellen kommen neu an Hessens Schulen. Damit werden erfolgreiche Programme wie die SchuB-Klassen, die Sprachförderung für Migranten oder die Ganztagsangebote konsequent weiter ausgebaut. Noch nie gab es so viel Lehrkräfte und so viel Unterricht wie heute in hessischen Schulen." Die Lehrerstunden hätten sich von 1998 bis jetzt um knapp 100.000 auf 1.212.696 Stunden erhöht. Dafür investiere Hessen jährlich etwa 600 Millionen Euro mehr als noch 1998. Mit Freude konstatierte Karin Wolff: "So ruhig, frühzeitig und unproblematisch wie in diesem Jahr ist die Stellenzuweisung noch nie erfolgt." Mit der Zuteilung von 90 Prozent der Lehrerstellen sei bereits im Januar 2006 Planungssicherheit geschaffen worden; schon im März lag der Zuweisungserlass vollständig vor. Dieses Bild spiegele auch die Berichterstattung hessischer Zeitungen: Von "Schulen gut aufgestellt. Stundentafel prinzipiell abgedeckt" (Darmstädter/Odenwälder Echo), über "Unterrichtsgarantie erfüllt" (Dill-Zeitung), "Die Stundentafel kann voll abgedeckt werden" (Frankfurter Rundschau) bis zu "Grundunterrichtsversorgung zu 100 Prozent erfüllt" (Nassauische Neue Presse). Auch die verlässliche Schule erhalte gute Noten: Von "Vertretungspools stehen" (Frankfurter Rundschau), über "Schulen sehen Umsetzung der Unterrichtsgarantie Plus gelassen entgegen" (Bergsträßer Anzeiger), bis zu "Unterrichtsgarantie Plus problemlos angelaufen" (Wiesbadener Tagblatt).

Karin Wolff verwies auf die um weitere 4 auf insgesamt 111 gestiegene Zahl der sonderpädagogischen Beratungs- und Förderzentren, auf weitere 35 Stellen für dezentrale Erziehungshilfe, auf jetzt 90 Schulen mit dem Gütesiegel für Hochbegabtenförderung, auf die neue Betriebspraktika-Pflicht beruflicher Schulen sowie den landesweiten Start des Schul-TÜV zur Qualitätsentwicklung. Alle aktuellen Erhebungen belegten, "dass diese Förderkonzepte wirken und die Schülerleistungen steigen". So zeigten alle Testbereiche von PISA 2003 Hessen im Aufwärtstrend. Beim landesweiten Mathematik-Wettbewerb verbesserten sich die Leistungen von Jahr zu Jahr. Statt 21 verließen nur noch 15 Prozent Hessens Hauptschulen ohne Abschluss.

Lediglich der "Bildungsmonitor 2006" ignoriere all dies und übergehe die Entwicklungen und Fortschritte der vergangenen Jahre in Hessen. Der Kultusministerin zufolge ist die Aussagekraft dieser Studie ohnehin gering, da sie auf veralteten Zahlen basiere und sich auf staatlichen Input ins Bildungswesen konzentriere. Den "Bildungsmonitor"-Autoren warf sie vor, die Resultate von Schule und Unterricht auszublenden. Was "Schülerinnen und Schüler tatsächlich lernen, wie gut sie auf Studium und Ausbildung vorbereitet sind, lässt sich alleine mit Zahlen nicht bewerten", zitierte Karin Wolff einen Kommentar des "Rheinischen Merkurs" und pflichtete Olaf Köller, dem Direktor des Berliner Instituts für Qualitätsentwicklung im Bildungswesen, bei: "Viele Annahmen darüber, was ein gutes Bildungssystem ausmacht, sind hoch normativ und ohne empirische Grundlage." Fazit der Ministerin: "Wir in Hessen lassen uns nicht beirren. Unsere Konzepte zeigen trotz zum Teil erst kurzer Laufzeit bereits Wirkung – deshalb bauen wir sie konsequent aus, damit unsere Schülerinnen und Schüler landesweit davon profitieren. Hessen handelt – wir bleiben auf klarem Kurs zum Bildungsland Nummer eins!"


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