Von A bis Z – Alle Änderungen zum neuen Schuljahr auf einen Blick

Hessen geht auf dem Weg zum Bildungsland Nummer eins weiter voran. Dementsprechend viel ändert sich zum Schuljahr 2006/2007, das am 28. August 2006 beginnt. Das Hessische Kultusministerium hat daher alle Änderungen zum neuen Schuljahr in einer Übersicht von A bis Z zusammengefasst: ##

18.08.2006 Hessen Pressemeldung Hessisches Kultusministerium

A

Abitur: Im Frühjahr 2007 werden erstmals die schriftlichen Abiturprüfungen (zwei Leistungskursklausuren und eine Grundkursklausur) mit landesweit einheitlichen Aufgabenstellungen als Landesabitur durchgeführt. Die mündlichen Prüfungen und Präsentationen verbleiben in der Verantwortung der Lehrkräfte vor Ort. Dies bedeutet größtmögliche Objektivität durch bessere Vergleichbarkeit der Leistungen, mit dem geteilten Verfahren aber auch, dass besonderen Profilen von Schulen und individuellen Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler Rechnung getragen wird.

B

Bildungsgänge zur Berufsvorbereitung: Verpflichtende Betriebspraktika, Vermitteln von Qualifizierungsbausteinen sowie die Projektprüfung im beruflichen Lernbereich dienen dem Verbessern der Berufsvorbereitung und damit den Vermittlungschancen der Schülerinnen und Schüler auf dem Ausbildungsplatzmarkt. Berufsgrundbildungsjahr: Verpflichtende Betriebspraktika und Abschlussprüfung einschließlich einer Projektprüfung im beruflichen Lernbereich verbessern die berufliche Grundbildung, erhöhen die Akzeptanz der Anrechnungsverordnung und verbessern die Chancen zum Erhalt von Ausbildungsplätzen.

D

Dezentrale Erziehungshilfe: Bereitstellen von 105 zusätzlichen Stellen für Förderschulpädagoginnen und -pädagogen in den Schuljahren 2006/07 bis 2008/09. Eine aufsuchende Erziehungshilfepädagogik soll mit Beratung und Unterstützung erzieherische Kompetenzen an allgemeinen Schulen weiterentwickeln und deren Konzeptentwicklung begleiten. Der Aufbau regionaler Konzepte und Netzwerke mit Erziehungsberatung, Jugendhilfe und Polizei soll die stationäre Aufnahme von Schülerinnen und Schülern mit Erziehungshilfebedarf in Förderschulen vermeiden helfen.

E

Eigenverantwortliche Schule: Mit dem neuen Schuljahr beginnt in Hessen die Eigenverantwortliche Schule mit Budgets für Fortbildung und Vertretung, Jahresstundentafel und Auswahl einzustellender Lehrkräfte durch die jeweilige Schule.

F

Förderschulen: Die Verordnung über die sonderpädagogische Förderung ersetzt endgültig den Begriff "Sonderschule" durch "Förderschule". Individuelle Förderpläne der Lehrkräfte für alle Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf sind nunmehr verbindlich. Die Wortwahl "Förderschule" verdeutlicht die auf das einzelne Kind bezogene Sichtweise. Die mit den Eltern besprochenen Förderziele können im Rahmen der Richtlinien und Rahmenvorgaben auf unterschiedlichen Wegen erreicht werden.

G

G 8: Im Schuljahr 2006/2007 starten die letzten Schulen im gymnasialen Bildungsgang in die Verkürzung der gymnasialen Ausbildung auf acht Jahre. Die Einführung von G 8 wurde so gestaltet, dass die Staatlichen Schulämter mit den betroffenen Schulen regionale Lösungen für den Einstieg erarbeitet haben. Die ersten Schulen begannen 2004, der größte Teil startete 2005, in diesem Jahr kommt das letzte Viertel hinzu. Mit dieser bundesweit einzigartigen Etappenlösung ist es gelungen, die Zahl der zusätzlichen Abiturientinnen und Abiturienten in den Jahren, in denen die letzten G 9- und die ersten G 8- Jahrgänge gemeinsam zum Abitur kommen, überschaubar zu halten.

Gesundheit: Die Zertifizierung der hessischen Schulen im Bereich Schule & Gesundheit wird – eingebunden in die Schulinspektion (siehe Schul-TÜV) – fortgesetzt.

H

Hochbegabungsfördernde Schule: Für das neue Schuljahr erhalten 16 hessische Schulen zusätzlich dieses Gütesiegel, wodurch die Zahl der am Gütesiegel-Hochbegabung-Programm des Kultusministeriums teilnehmenden Schulen von derzeit 73 auf insgesamt 90 Schulen steigt (43 Grund-, 20 Gesamtschulen und 27 Gymnasien). Dies wurde in nur vier Schuljahren erreicht. Hochbegabungs-Schulen mit Gütesiegel haben jeweils ein standortbezogenes Förderkonzept für hochbegabte Schülerinnen und Schüler erstellt und bieten auf dieser Grundlage konkrete integrative und individualisierende Fördermaßnahmen an. Solche Schulen gibt es in allen 15 hessischen Schulamtsbereichen.

Höhere Berufsfachschule: Verpflichtende Betriebspraktika verbessern die beruflichen Chancen der Absolventen beim Übergang ins Beschäftigungssystem.

I

Intensivklassen und Intensivkurse werden landesweit eingeführt: Schülerinnen und Schüler, die ohne Deutschkenntnisse als Seiteneinsteiger nach Hessen kommen, besuchen zunächst für ein bis zwei Jahre verpflichtend Intensivklassen oder -kurse, um erst einmal Deutsch zu lernen. Ziel ist, ihnen damit die Chance zu geben, im Unterricht aktiv mitarbeiten und in Hessen einen Schulabschluss erreichen zu können. Intensivklassen und Intensivkurse öffnen so Türen für Kommunikation und Integration. Dafür stehen 200 Stellen bereit.

K

Kinder beruflich Reisender: Neue Richtlinien zum Unterricht von Kindern beruflich Reisender wurden erlassen. Sie regeln, wie mitreisende Kinder – etwa von Binnenschiffern, Schaustellern und Zirkusunternehmen – ihrer Schulpflicht nachkommen und beschreiben die Aufgaben von Stamm- und Stützpunktschulen sowie der Bereichslehrkräfte. Damit unterstützt Hessen den Einsatz des neuen bundesweit einheitlichen Schultagebuchs.

L

Lese-, Rechtschreib- und Rechenschwäche: Mit der Verordnung über die Förderung von Schülerinnen und Schülern mit besonderen Schwierigkeiten beim Lesen, Rechtschreiben oder Rechnen wird ein auf hessische Initiative zurückgehender Beschluss der Kultusministerkonferenz zur individuellen Förderung aller Betroffenen an sämtlichen hessischen Schulen umgesetzt. Erstmals werden auch Schüler/innen mit Rechenschwäche in der Grundschule erfasst. Mit besserer und gezielterer Förderung wird auch das strategische Ziel verfolgt, dass am Ende des zweiten Grundschuljahres altersgemäße Texte sinnerfassend gelesen werden können.

N

Nachteilsausgleich: Schülerinnen und Schüler mit Funktionsbeeinträchtigungen, Behinderungen oder besonderen Schwierigkeiten beim Lesen, Rechtschreiben oder Rechnen erhalten individuelle Förderung und Nachteilsausgleich im Rahmen individueller Förderpläne. In besonders problematischen Einzelfällen, in denen andere Hilfestellungen nicht greifen, kann als ultima ratio auch das Instrument des Notenschutzes eingesetzt werden. Ziel ist ein besseres Fördern unter Berücksichtigung des Nachteilsausgleichs an allen hessischen Schulen.

Neue Lehrpläne im beruflichen Lernbereich der zahlreichen Fachrichtungen und Schwerpunkte der zweijährigen Berufsfachschule, der Höheren Berufsfachschule und der Fachoberschule sowie im allgemeinen Lernbereich der zweijährigen Berufsfachschule. Die Lehrpläne wurden im Hinblick auf die Weiterentwicklung der einzelnen Fachrichtungen und Schwerpunkten sowie unter Berücksichtigung der Standards der Kultusministerkonferenz im allgemeinen Lernbereich aktualisiert.

P

Prädikat für Leuchtturmschulen: Nachdem im Schuljahr 2005/2006 die Musterschule in Frankfurt als erste Schule für das Fach Musik ausgewählt wurde, werden im neuen Schuljahr drei weitere Schulen den Kreis der "Leuchtturmschulen" ergänzen. Ziel ist dabei stets, in der jeweiligen Region eine verstärkte Begabtenförderung in den ausgewiesenen Fächern bzw. Fachbereichen zu erproben sowie eine intensivere Zusammenarbeit mit den Hochschulen bzw. der ersten und zweiten Phase der Lehrerausbildung zu etablieren.

S

SchuB-Klassen: Im kommenden Schuljahr 2006/07 arbeiten in Hessen voraussichtlich 61 Haupt- und Förderschulen mit zirka 84 Klassen nach dem SchuB-Erlass zum Lernen und Arbeiten in Schule und Betrieb. Darüber hinaus wird es elf Integrierte Gesamtschulen mit SchuB-Klassen ähnlichen Fördermaßnahmen geben. Im Zuge der Bewilligung zusätzlicher Mittel durch den Europäischen Sozialfond wurde ein Konzept für eine umfangreiche Qualifizierungsoffensive erarbeitet. Im Zentrum aller SchuB-Maßnahmen stehen Schülerinnen und Schüler aller Schulformen, die in der Übergangsphase zwischen Schule und Beruf besonderer Förderung beim Lernen und Arbeiten bedürfen. Auch Lehrkräfte und Multiplikatoren werden qualifiziert. Ziel ist individuelles Fördern als integraler Bestandteil einer künftigen Unterrichtspraxis auf Basis veränderter Wahrnehmungs- und Diagnosefähigkeit.

Schulen für Erwachsene: Die Selbstverantwortung dieser Schulen wird gestärkt. Schul-TÜV: Nach Abschluss der Pilotphase wird mit dem neuen Schuljahr die externe Schulinspektion in Hessen zur Regel. Diese soll in Verbindung mit Zielvereinbarungen die Qualität von Schule und Unterricht verbessern.

Sonderpädagogische Beratungs- und Förderzentren: Zum 1. August 2006 steigt die Zahl der Förderschulen als Beratungs- und Förderzentren um weitere vier auf insgesamt 111. Deren Lehrkräfte suchen Schülerinnen und Schüler an Regelschulen auf, um die Lehrerinnen und Lehrer dort zu beraten und gemeinsam eine gezielte Förderung in der angestammten Klasse zu organisieren. So erhalten Schülerinnen und Schüler mit Lern-, Sprach- und Verhaltensschwierigkeiten sowie Hör- oder Sehbeeinträchtigungen bereits frühzeitig qualifizierte Unterstützung durch Förderschullehrkräfte.

V

Verlässliche Schule: Alle hessischen Schulen mit Klassen von 1 bis 10 erhalten im Rahmen der Unterrichtsgarantie Plus pro Jahr insgesamt 30 Millionen Euro zum Aufbau eigener Vertretungspools, damit Unterricht auch bei Grippewellen, Lehrerkonferenzen und Wandertagen zwischen der ersten und der sechsten Stunde nicht mehr ausfällt. Als qualifizierte Vertretungskräfte können Lehrkräfte in Elternzeit oder Pension, Lehramtsstudenten oder beispielsweise Handwerksmeister/innen, Ex-Manager/innen, Journalist/inn/en beziehungsweise zertifizierte Sport-Trainer eingesetzt werden. Dieses "Plus" ergänzt die Unterrichtsgarantie, nach welcher der Grundunterricht gemäß Stundentafel in Hessen bereits zu 100 Prozent durch Lehrerstellen abgedeckt ist.

W

Weiterbildungsgesetz: Neue Aspekte des lebensbegleitenden Lernens und der lernenden Regionen werden berücksichtigt. Das Weiterbildungsgesetz schafft und verbessert die Voraussetzungen für lebensbegleitendes Lernen.

Z

Zielvereinbarungen: Die im Inspektionsbericht der Schulinspektion aufgeführten Ergebnisse und Erkenntnisse zum Ausbau von Stärken und Abbau von Schwächen der hessischen Schulen fließen in Zielvereinbarungen mit den Staatlichen Schulämtern ein. So wird Bildungsqualität gesichert und verbessert.

Zweijährige Berufsfachschule: Verpflichtende Betriebspraktika und die Projektprüfung im beruflichen Lernbereich verbessern die berufliche Grundbildung und die Chancen, Ausbildungsplätze zu erhalten. Zugleich wird die Akzeptanz der Anrechnungsverordnung erhöht.


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