Was ist neu im neuen Schuljahr? - Zahlen, Daten, Fakten

Wenn in der kommenden Woche die Schulen in Schleswig-Holstein wieder ihre Türen öffnen, beginnt für 28.763 Kinder ein neuer Lebensabschnitt - sie kommen in die erste Klasse. Das sind 321 Schüler und Schülerinnen oder 1,1 Prozent weniger als im August des Vorjahres. Damit setzt sich auch in diesem Jahr der Trend zurückgehender Schülerzahlen fort. Insgesamt werden im Schuljahr 2006/07 in den allgemein bildenden und beruflichen Schulen Schleswig-Holsteins 417.726 Kinder und Jugendliche unterrichtet (417.845 im Vorjahr).

17.08.2006 Schleswig-Holstein Pressemeldung Ministerium für Schule und Berufsbildung des Landes Schleswig-Holstein

An den öffentlichen allgemein bildenden Schulen werden im neuen Schuljahr 328.589 Schülerinnen und Schüler erwartet - das sind 1.853 oder 0,6 Prozent weniger als 2005/06. Aufgeschlüsselt in die einzelnen Schularten zeigt sich folgende Situation: Die Zahl der Grundschüler sinkt dieses Jahr um 679 auf 117.633 - das ist ein Minus von 0,6 Prozent.

In den Hauptschulen des Landes werden im kommenden Schuljahr 2.348 Schülerinnen und Schüler weniger unterrichten, diese Schulart besuchen nur noch 39.829 Kinder und Jugendliche. Dies ist ein Rückgang um 5,5 Prozent. Auch an den Realschulen sinkt die Zahl, allerdings geringfügiger um 1.239 oder 2,0 Prozent, auf 62.020.

An den Gymnasien des Landes hingegen steigen die Schülerzahlen auf 77.762. Das sind 1.691 oder 2,2 Prozent mehr.

Auch an den Gesamtschulen werden mehr Kinder unterrichtet. Diese Schulform besuchen künftig 19.229 Schülerinnen und Schüler statt 18.486 im vergangenen Jahr. Das ist eine Steigerung von 743 oder 4,0 Prozent.

Um 0,3 Prozent erhöht sich die Schülerzahl an den Sonderschulen. Dort werden im neuen Schuljahr 11.032 Kinder und Jugendliche erwartet, im Vorjahr waren es noch 10.998, also 34 weniger.

An den berufsbildenden Schulen im Lande werden 2006/07 voraussichtlich 89.137 junge Menschen unterrichtet. Das entspricht einer Steigerung um 3,3 Prozent (2.811).

Übergänge auf weiterführende Schulen

Von den Schülerinnen und Schülern, die im vergangenen Schuljahr die vierte Grundschulklasse beendet haben, wurden jetzt 16,6 Prozent an Hauptschulen angemeldet, 33,3 Prozent an Realschulen und 9,2 Prozent an Gesamtschulen. Den Großteil der Anmeldungen haben die Gymnasien mit 37,1 Prozent zu verzeichnen (siehe Tabelle im Anhang).

Personal

Zur Sicherung der Unterrichtsversorgung werden auch im neuen Schuljahr alle frei werdenden Stellen an den Schulen des Landes wieder besetzt. Durch die Arbeitszeiterhöhung für die Lehrkräfte des Landes werden zusätzliche Ressourcen im Umfang von etwa 320 Stellen geschaffen, die dem Unterricht zugute kommen.

Insgesamt werden 1.214 junge Lehrerinnen und Lehrer in Schleswig-Holstein zum neuen Schuljahr neu eingestellt. 463 davon erhalten unbefristete Verträge. Die Einstellungen erfolgten wenn möglich im Beamtenverhältnis auf Probe. 751 bekommen befristete Verträge vorwiegend als Mutterschutz- oder Elternzeitvertretung.

Für die Einstellung in den Schuldienst lagen insgesamt 2.869 Bewerbungen vor, davon 1.437 aus Schleswig-Holstein, 1.432 aus anderen Bundesländern, der überwiegende Teil davon aus Hamburg und Niedersachsen. Gegenüber dem Vorjahr waren das 532 Bewerbungen weniger.

Nachwuchs

Zum neuen Schuljahr waren 565 Anwärterstellen (2005: 635) zu besetzen. Darauf haben sich 864 (2005: 884) Nachwuchskräfte beworben, 364 davon kamen aus Schleswig-Holstein, 482 aus anderen Bundesländern. Darüber hinaus haben sich 625 Bewerberinnen und Bewerber unvollständig oder verspätet beworben, davon 320 aus Schleswig-Holstein und 305 aus anderen Ländern. Die Quote der Bewerberinnen und Bewerber aus Schleswig-Holstein liegt damit insgesamt bei 46 Prozent - die Bewerbungen der auswärtigen Nachwuchskräfte konzentrierten sich zu 70 Prozent auf den Berufsschulbereich, zu 67 Prozent auf den Gymnasialbereich, zu 60 Prozent auf den Grund- und Hauptschulbereich, zu 51 Prozent auf den Sonderschulbereich und zu 23 Prozent auf den Realschulbereich.

Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger sind zum neuen Schuljahr ausschließlich an den berufsbildenden Schulen eingestellt worden. Insgesamt werden vier Männer und Frauen (2005: 31) in den Fachrichtungen Agrarwirtschaft, Elektrotechnik und Metalltechnik beschäftigt.

Verlässliche Grundschule

Im Schuljahr 2006/07 wird die Verlässliche Grundschule weiter ausgebaut. An 133 Grundschulen in den Kreisen Ostholstein, Plön und Rendsburg-Eckernförde erhalten die Schülerinnen und Schüler feste Schulzeiten (in Klasse 1 und 2 täglich vier, in Klasse 3 und 4 täglich fünf Zeitstunden. Bisher sind schon 300 Grundschulen in den südlichen Kreisen des Landes und in den kreisfreien Städten verlässlich. Insgesamt sind damit im kommenden Schuljahr 433 der insgesamt 600 Grundschulen verlässlich. Im Schuljahr 2007/08 werden es alle Grundschulen sein - dann folgen die Schulen in den Kreisen Dithmarschen, Nordfriesland und Schleswig-Flensburg.

Zur Einführung der Verlässlichen Grundschule stehen in jeder Region 75 zusätzliche Lehrerplanstellen zur Verfügung. Außerdem wurden für das Jahr 2006 die Zuschüsse für die Betreuungsangebote an Grundschulen auf inzwischen zwei Millionen Euro erhöht. Den kreisfreien Städten werden diese Zuschüsse erneut pauschal zugewiesen, so dass sie flexibel und dem jeweiligen Bedarf vor Ort entsprechend eingesetzt werden können.

Ganztagsschulen und -angebote

Die Zahl der Ganztagsschulen in Schleswig-Holstein steigt stetig - mittlerweile sind es insgesamt 315 (292 offene, 23 gebundene) der 1.047 allgemein bildenden Schulen. Das sind bereits 30 Prozent. Darüber hinaus gibt es an weiteren 24 Schulen Ganztagsangebote. Das Land fördert Ganztagsschulen im Schuljahr 2006/07 mit mehr als zwei Millionen Euro (2005/06: 1,64 Millionen Euro). Rund 34 Millionen Euro werden über das Investitionsprogramm "Zukunft Bildung und Betreuung" der Bundesregierung (IZBB) im Jahr 2006 in den Ausbau von Schulen zu Offenen Ganztagsschulen in Schleswig-Holstein investiert. Seit 2003 sind mittlerweile insgesamt 292 Offene Ganztagsschulen genehmigt worden. Sie bieten an mindestens drei Wochentagen zusätzlich zum planmäßigen Unterricht Förder- und Bildungsangebote sowie sinnvolle Freizeitgestaltung an.

Rechtschreibreform

Im neuen Schuljahr gilt an den Schulen die Amtliche Regelung der deutschen Rechtschreibung in der Fassung von 2006. Sie ist die verbindliche Grundlage für den Unterricht an allen Schulen. Für Schülerinnen und Schüler bedeutet dies: Bis zum Ende der einjährigen Übergangsfrist am 31. Juli 2007 werden Schreibweisen, die durch die Amtliche Regelung (Stand 2006) überholt sind, nicht als Fehler markiert und bewertet. In Zweifelsfällen werden Wörterbücher zugrunde gelegt, die nach den Erklärungen des Verlages der Amtlichen Regelung (Stand 2006) vollständig entsprechen. Die gültige Fassung der aktuellen Regeln ist im Internet unter www.rechtschreibrat.com zugänglich.

VERA

Seit dem Schuljahr 2004/05 werden in Schleswig-Holstein in allen 4. Klassen der Grundschulen zentrale Vergleichsarbeiten in Deutsch und Mathematik (VERA) geschrieben. Um den Schulen einen längeren Zeitraum zur Verfügung zu stellen, die VERA-Ergebnisse für die Förderung ihrer Schülerinnen und Schüler zu nutzen, wird ab 2007 der Testtermin für Vergleichsarbeiten auf Ende der 3. Klasse vorgezogen. Zusätzlich können Schulen in diesem Schuljahr auf freiwilliger Basis letztmalig auch im vierten Schuljahr zentrale Vergleichsarbeiten schreiben. Nachdem VERA bisher von nur sieben Bundesländern getragen wurde, werden ab dem Schuljahr 2007/08 alle Länder an einem gemeinsamen Folgeprojekt VERA teilnehmen.

EVIT

Mit Beginn des neuen Schuljahrs wird der zeitliche Rhythmus des Programms "Evaluation im Team" (EVIT) auf vier Jahre verkürzt, um die Wirksamkeit des Verfahrens zu erhöhen. Für die externe Evaluation von jährlich etwa 250 Schulen werden die EVIT-Teams um zusätzliche Vertreterinnen und Vertreter des Instituts für Qualitätsentwicklung an Schulen in Schleswig-Holstein (IQSH) und der Schulaufsicht erweitert, die für ihre Aufgabe entsprechend vorbereitet werden. Die Konsequenzen für die weitere Entwicklung, die eine Schule aus den EVIT-Ergebnissen verbindlich ableitet, werden zukünftig in einer Vereinbarung zwischen Schulleitung und Schulaufsicht festgelegt.

PISA

Am 17. November 2006 wird der dritte und letzte Bericht zu PISA 2003 veröffentlicht, in dem die Ergebnisse einer Längsschnittuntersuchung zur Entwicklung mathematisch-naturwissenschaftlicher Kompetenzen vom 9. bis zum 10. Schuljahr vorgestellt werden.

Im April/Mai 2006 haben mehr als 100 Schulen am dritten Testzyklus von PISA (PISA 2006) teilgenommen. Die Ergebnisse des internationalen Berichts (PISA 2006 I) werden im Dezember 2007 veröffentlicht, die des Ländervergleichs (PISA 2006-E) im Sommer 2008. Ab 2009 organisiert das IQB (wissenschaftliches Institut der KMK) in Verbindung mit PISA dann zentrale Tests für einen Ländervergleich auf Grundlage der KMK-Bildungsstandards.

Lernen am anderen Ort

Mit Beginn des neuen Schuljahres ist der Erlass "Lernen am anderen Ort" in Kraft getreten. Darin sind alle Regelungen für Klassenfahrten, Ausflüge, Projekttage und andere Veranstaltungen, die außerhalb des Schulgebäudes stattfinden gebündelt. Erstmals werden nun auch Unterrichtsveranstaltungen, Ganztagsangebote und andere freiwillige Angebote an anderen Lernorten einbezogen. Dank der Unterstützung der Unfallkasse Schleswig-Holstein wird im September ein Leitfaden veröffentlicht und an alle Schulen im Land verteilt, der einen umfassenden Überblick über die Rechtslage bietet und neben hilfreichen Informationen und Empfehlungen auch Adressen und Vordrucke enthält. Die Broschüre mit dem Titel "Lernen am anderen Ort, Ein Leitfaden zum Nachschlagen", wird Anfang September auch als pdf-Datei im Internet unter www.lernnetz-sh.de und www.mbf.schleswig-holstein.de veröffentlicht.


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden