OECD-Bildungsbericht: Wolff weist Vorwürfe als "haltlos und destruktiv" zurück
Im Zusammenhang mit der heutigen Veröffentlichung des OECD-Bildungsberichts hat Hessens Kultusministerin Karin Wolff die Vorwürfe des OECD-Koordinators Andreas Schleicher als haltlos und destruktiv zurückgewiesen. "Wer unsere Bildungsreformen nicht zur Kenntnis nehmen will, der muss sich fragen, für welche Fachkompetenz er eigentlich bezahlt wird", sagte Wolff. Allein die Anschuldigung, es werde zu wenig in Bildung investiert, wies sie mit Entschiedenheit zurück: "Hessen hat den Bildungsetat seit 1999 um 17 Prozent auf heute 2,7 Mrd. € gesteigert."
14.09.2004 Hessen Pressemeldung Hessisches Ministerium für Kultus, Bildung und ChancenDie Ministerin betonte, dass Hessen alle Handlungsfelder besetze, auf die sich die Kultusminister der Länder als Konsequenz aus PISA verständigt hatten. So habe Hessen als erstes Bundesland verbindliche Sprachtests vor der Einschulung und Deutschkurse für Migrantenkinder im Vorschulalter eingeführt. "Wir haben die Zahl der Ganztagsangebote in kürzester Zeit auf 290 Schulen verdoppelt, haben neue Lehrpläne, Vergleichsarbeiten und Abschlussprüfungen eingeführt und flexiblere Einschulungsmöglichkeiten geschaffen", entgegnete die Ministerin dem "von Sachkenntnis nicht getrübten Urteil Schleichers".
Sie handele nach dem Grundsatz, dass jede Schülerin und jeder Schüler in Hessen einen Anspruch auf optimale Förderung der jeweiligen Anlagen und Begabungen hat, sagte Wolff. "Deshalb fördern wir Begabte ebenso wie schwache Schüler, entwickeln neue Bildungskonzepte für den Übergang vom Kindergarten zur Schule, machen fortlaufende Lernstandsermittlung in allen Schulformen und reformieren die Lehrerbildung, indem wir sie praxisnäher auf die Schule ausrichten und den Lehrkräften mehr diagnostische und methodische Kompetenzen vermitteln."
Eine Debatte über die Schulstruktur hält Wolff für die falsche Antwort auf den vorliegenden Bericht. "PISA hat gezeigt, dass in Deutschland die Bundesländer mit einem klar gegliederten Schulwesen die erfolgreicheren sind", sagte die Ministerin. Erfolgversprechender als die Strukturdebatte sei die Hinwendung zu den bereits beschlossenen Bildungsstandards. Im internationalen Vergleich zeige sich, dass jene Länder, die nach frühen Schulvergleichsstudien der 80er Jahre klare Standards definiert haben, seither erhebliche Fortschritte machen. "Deshalb sage ich allen Unkenrufen zum Trotz: Wir sind auf dem besten Weg", so Wolff.
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