NRW-CDU Schullpolitik

CDU-Schulpolitik in NRW - Vorstand legt Konzept für den Landesparteitag vor

12.01.2011 Artikel

Das Schulkonzept der CDU wurde am 11.1.11 durch den Parteivorsitzenden - Norbert Röttgen - sowie den Vorsitzenden der Landtagsfraktion - Karl-Josef Laumann - vorgestellt.

Die NRW-CDU zeigt sich jetzt offen für verschiedene Schulformen. Sie sieht in den Gesamtschulen jetzt "eine Bereicherung des gegliederten Schulsystems", bestätigt die Notwendigkeit, auf die abnehmende Akzeptanz der Hauptschule zu reagieren und spricht sich u.a. für die Genehmigung von Verbundschulen aus.

Weitere Details können Sie dem zum Herunterladen zur Verfügung gestellten Leitantrag zu entnehmen.

Anmerkungen:

Die Perspektiven nähren die Hoffnung, dass in NRW eine schulpolitische Verständigung erfolgen kann, um die Entwicklung der Schullandschaft im Konsens zu verfolgen.

Völlig "daneben" und als "bildungspolitische Geisterfahrt" erscheinen mir jedoch die Aussagen im Kapitel "Früher lernen" in dem sich die CDU festlegen will:

"Die CDU befürwortet ein verpflichtendes beitragsfreies Lernjahr, das dem bisherigen ersten Grundschuljahr in Kooperation von Kindergarten und Schule vorangestellt wird."

Mit dieser Absicht wird deutlich, dass die CDU die Bedingungen für gelingende umfassende Entwicklungsprozesse im Elementarbereich nicht ausreichend berücksichtigt. So wie bereits das von der CDU mit getragene Kinderbildungsgesetz von einem unzutreffenden Bildungsverständnis ausgeht, so scheint sich diese Fehlorientierung jetzt in dieser Absicht fortzusetzen. Kinder können nicht gebildet werden. Sie bilden sich immer selbst. Kinder lernen auch immer aus eigenem Antrieb und ständig. Dies beginnt nicht erst in der Schule oder in dem Jahr davor, sondern spätestens mit der Geburt.

Dass ein Lernjahr völlig ungeeignet ist, wird nicht nur durch Erfahrungen in anderen Bundesländern deutlich, in denen z.B. "Brückenklassen-Modelle" wohl zurückgefahren werden. Ein entsprechendes Ergebnis hat die umfangreichste Längsschnittuntersuchung erbracht, die in NRW über 5 Jahre durchgeführt und durch eine Folgersuchung sogar noch überprüft wurde. Zwar war dies schon im Zeitraum 1970-75. Die Ergebnisse haben jedoch immer noch Bedeutung.

Zwei wichtige Konsequenzen wurden daher aus der Modellmaßnahme gezogen:

  1. Bessere qualitative Bedingungen.
  2. Abschaffung des Elternbeitrages, um die Zugangsschwelle zu senken. Ein entsprechender Beschluss, die Elternbeiträge zum 1.1.1982 abzuschaffen, wurde leider am 13.12.1981 - wegen finanzieller Erwägungen - wieder gekippt.

Es wäre zu begrüßen, wenn die CDU, die mit dem Ansatz verbundene Absicht, die Förderungsbedingungen zu verbessern, darauf konzentriert, die Lebensbedingungen von Kindern in den Familien und in den Angeboten der Tageseinrichtungen und Tagespflege durch bessere Bedingungen und die Absenkung von Zugangsschwellen, z.B. Abschaffung der Elternbeiträge, zu unterstützen.

Ein verpflichtendes "Lernjahr" erscheint jedoch als ein fachlicher Irrweg!


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