Deutsche Telekom Stiftung unterstützt bundesweit naturwissenschaftlichen Unterricht mit Experimentierkisten-Sets
Mit einem an der Universität Münster entwickelten Experimentierkisten-Set will die Deutsche Telekom Stiftung den naturwissenschaftlichen Unterricht an Grundschulen bundesweit fördern. Der Vorsitzende der Deutsche Telekom Stiftung und ehemalige Außenminister, Dr. Klaus Kinkel, und Baden-Württembergs Kultusministerin Dr. Annette Schavan übergaben am heutigen Donnerstag das erste Klassenset an die Grundschule Stuttgart-Kaltental. Die Schülerinnen und Schüler können mit den Materialien und Versuchsanleitungen physikalische Experimente rund um das Thema "Schwimmen und Sinken" durchführen. Nach dem Startschuss in Stuttgart-Kaltental stattet die Deutsche Telekom Stiftung in den nächsten Wochen insgesamt 500 Grundschulen im gesamten Bundesgebiet mit einem Klassenset aus.
24.02.2005 Baden-Württemberg Pressemeldung Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-WürttembergKultusministerin Schavan bedankte sich für das Engagement der Deutschen Telekom Stiftung und unterstrich den Stellenwert der Naturwissenschaften im Grundschulunterricht. "Kinder sind Entdecker und Erfinder. Die Naturwissenschaften vermitteln einen spannenden Zugang zu Alltagsphänomenen und stärken damit auch die Freude an neuen Erkenntnissen", betonte Schavan. Die Ministerin verwies in diesem Zusammenhang auf den an Baden-Württembergs Grundschulen neu eingeführten Fächerverbund "Mensch, Natur und Kultur".
Ziel sei es, den Forscherdrang der Kinder und den damit verbundenen Spaß am Experimentieren frühzeitig zu wecken und gezielt zu fördern. In den von der Deutsche Telekom Stiftung zur Verfügung gestellten Experimentierkisten sieht die Kultusministerin deshalb eine "wertvolle Bereicherung" für den Unterricht im neuen Fächerverbund. Angesichts des raschen technologischen Wandels komme einer frühzeitigen Beschäftigung mit Naturwissenschaften und Technik die gleiche Bedeutung zu wie dem frühen Erlernen einer Fremdsprache. In beiden Fällen würden Kinder nicht überfordert, "sondern in ihrer schulischen und sozialen Entwicklung nachhaltig gefördert." Schavan verwies auf die jüngsten Ergebnisse der Hirnforschung. "Kinder können sehr früh komplexe Zusammenhänge verstehen, wenn sie ihnen alltagsnah und auf spielerische Weise präsentiert werden", hob die Kultusministerin hervor.
Die Stärkung der Naturwissenschaften beschränkt sich nach den Worten Schavans nicht nur auf die Grundschulen, "sondern zieht sich wie ein roter Faden durch die Bildungsplanreform." Als Beispiel nannte die Ministerin die Einführung des neuen Faches "Naturwissenschaft und Technik" an allgemein bildenden Gymnasien mit naturwissenschaftlichem Profil. Das neue Kernfach baut auf den Fächern Biologie, Physik, Chemie und Geographie auf und wird ab dem Schuljahr 2007/08 in den Klassen 8 bis 10 vierstündig unterrichtet. Auch in der Hauptschule und Realschule seien zu Beginn des laufenden Schuljahres neue Fächerverbünde geschaffen worden, in denen die Beschäftigung mit naturwissenschaftlichen Themen eine hervorgehobene Rolle spielt.
Dr. Klaus Kinkel betonte, der Technologiestandort Deutschland müsse attraktiver werden. "Dazu gehört insbesondere eine breite gesellschaftliche Offenheit für die spannende Welt von Naturwissenschaften und Technik." Die Deutsche Telekom Stiftung möchte mit ihren Projekten über die gesamte Bildungskette - von der Vor- und Grundschule über weiterführende Schulen bis hin zur Universität - die Bedeutung und Faszination für Naturwissenschaften und Technik stärken, um Schulfächer wie Mathematik, Physik und Chemie von ihrem Image als "Schreckensfächer" zu befreien. Die Klassenkisten sprechen in diesem Kontext das Kindesalter an, in dem nahezu alle Kinder ein natürliches Interesse an naturwissenschaftlichen Phänomenen entwickeln.
Die Klassenkisten mit dem Thema "Schwimmen und Sinken" wurden von Professor Kornelia Möller (Universität Münster) in Zusammenarbeit mit Professor Elsbeth Stern Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, Berlin) entwickelt.
Die Klassenkisten enthalten Vollkörper, Hohlkörper, Kugeln und Einheitswürfel aus unterschiedlichem Material sowie Gewichte, Angeln, Holz-, Styropor-, Metall- und Natursteinmaterialien und Wachsblöcke zur Durchführung von praktischen Experimenten im Klassenzimmer. Dazu gibt es 8 große, transparente Wasser-Bassins, in denen Versuche rund um das Thema "Schwimmen und Sinken" an acht Lernstationen durchgeführt werden können. Bis zu 32 Schülerinnen und Schüler können dadurch gleichzeitig experimentieren. Zudem befindet sich in jedem Kasten eine Lehrerhandreichung mit fachlichen Hintergrundinformationen, organisatorischen Hinweisen für den Unterricht und Arbeitsblätter. Vorschläge für die Unterrichtsgestaltung und didaktische und methodische Hilfen sind ebenso wie Hinweise auf typische Schülervorstellungen und Lernschwierigkeiten enthalten. Die Verbreitung der so genannten Klassenkisten wird in jedem Bundesland von einer Lehrerfortbildung in der pädagogisch-didaktischen Umsetzung von experimentbasiertem, schülerorientiertem Unterricht ergänzt.
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