Kultusminister Schneider stellt die Schwerpunkte seiner Bildungspolitik vor - Intensiver Dialog mit den Bürgern

2245 zusätzliche Lehrerstellen, 175 zusätzliche Standorte gebundener Ganztagsklassen an Hauptschulen und eine zukunftsweisende Weiterentwicklung des achtjährigen Gymnasiums zum kommenden Schuljahr, für Kultusminister Siegfried Schneider sind das wichtige Bausteine, um den Grundsatz seiner Bildungspolitik "Im Mittelpunkt steht das Kind" weiter voranzubringen. Dies machte er heute bei einer Pressekonferenz in München deutlich. "Wir investieren kräftig in die Zukunft unserer Schülerinnen und Schüler", so der Minister.

10.04.2008 Bayern Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

Der Minister kündigte an, dass er mit den Bürgern intensiv in den Dialog treten werde - über die bayerische Bildungspolitik, deren Leistungen und deren Perspektiven. Instrumente dazu sind Bildungskonferenzen, Informationen in Zeitungen, ein Internetauftritt unter www.bildungslandbayern.de und Telefonaktionen mit Bürgern, kurzum eine Informationsoffensive für das "Bildungsland Bayern".

"Wir wollen unsere Kinder frühzeitig fördern"

Kultusminister Schneider machte mit Hinweis auf seinen Grundsatz "Auf den Anfang kommt es an" klar, dass die Kinder bereits im Kindergartenalter nachhaltig gefördert werden müssen. Dies gelte im Besonderen in der Sprachförderung vor allem für Kinder mit Migrationshintergrund. Im kommenden Schuljahr weitet der Freistaat Bayern deshalb die sprachliche Förderung von Kindern mit Migrationshintergrund im Vorschulalter von 160 Stunden auf 240 Stunden aus.

"Beste Bildung für alle" bedeutet für den Bayerischen Kultusminister Schneider, dass die Schülerinnen und Schüler begabungsgerecht im gegliederten Schulwesen und bestmöglich an jeder Schule gefördert werden. Deshalb hat Minister Schneider die Hauptschulinitiative auf den Weg gebracht mit dem Ziel, dass alle Schüler die Hauptschule mit der Ausbildungsreife verlassen sollen. Zentrale Elemente sind eine enge Kooperation mit der Wirtschaft, die Modularisierung wichtiger Fächer und der beschleunigte Ausbau von gebundenen Ganztagsklassen an Hauptschulen.

Die sechsstufige Realschule hat sich in Bayern sehr gut bewährt, unterstrich Minister Schneider. Damit dort die Klassenstärke reduziert werden kann, stellt der Freistaat im kommenden Schuljahr 200 zusätzliche Lehrerstellen zur Verfügung. Außerdem weitet Minister Schneider den Schulversuch "Talentklasse" aus.

Kindgerecht und leistungsorientiert zugleich stellt sich das achtjährige Gymnasium in Bayern dar, so Minister Schneider. In enger Abstimmung mit der Landes-Elternvereinigung an Gymnasien, dem Philologenverband und der Direktorenvereinigung hat der Minister eine maßvolle Reduzierung der verpflichtenden Stunden und eine Kürzung des Lehrstoffs für das kommende Schuljahr durchgesetzt. "Das Gesamtkonzept ist stimmig und nimmt die Anliegen von Eltern, Schülern und Lehrkräften ernst", betont der Minister.

Mit 86 zusätzlichen Lehrerstellen und 20 zusätzlichen Pflegekräften kann Minister Schneider auch die Situation an den Förderzentren mit Förderschwerpunkt geistige Entwicklung weiter verbessern. Außerdem werden an 30 Förderzentren gebundene Ganztagsklassen eingerichtet.

"Unser Schulsystem ist durchlässig - von der Hauptschule bis zurHochschule"

Wichtig ist dem Minister, dass jeder Schüler nach seinem Grundsatz "Kein Abschluss ohne Anschluss" einen Weg bis zum Hochschulzugang beschreiten kann. Dabei setzt der Minister vor allem auf die Berufliche Oberschule. Im kommenden Schuljahr können Schülerinnen und Schüler in Bayern flächendeckend über die Berufliche Oberschule die fachgebundene und allgemeine Hochschulreife erwerben. Wichtig ist dabei auch das Projekt Berufsschule Plus, bei dem Berufsschüler parallel zur Ausbildung auch die Fachhochschulreife erwerben können. Die Möglichkeit für jeden Meister und Techniker, an einer Fachhochschule studieren zu können, unterstreicht die Gleichwertigkeit allgemeiner und beruflicher Bildung. Minister Schneider verwies darauf, dass gut ausgebildete junge Menschen in der Lage sind, sich ein Leben lang beruflich fortzubilden und sich durch Angebote der Erwachsenenbildung weiterzuentwickeln. Damit haben sie nicht nur im Arbeitsleben Erfolg, sondern gestalten auch die Gesellschaft mit.

Elektronischer Bildungsplaner dokumentiert Durchlässigkeit des Schulsystems

Bei der Pressekonferenz gab Minister Schneider auch den Startschuss für die Internetplattform www.bildungswegplaner.de. Auf dieser Internetseite können sich Lehrer, Eltern und Schüler über die vielfältigen Möglichkeiten informieren, die Schülerinnen und Schüler in Bayern von der Grundschule bis zum Hochschulzugang offen stehen. Sie dokumentiert die Durchlässigkeit des Bayerischen Schulwesens.

"Ich will, dass die Schulen Werte vermitteln"

Bayerns Schüler nehmen zwar bei der internationalen PISA-Studie unter den bundesdeutschen Schülern den Spitzenplatz ein. Aber für Minister Schneider beschränkt sich die Schule nicht nur auf Weitergabe von Kenntnissen und Fertigkeiten. Für ihn steht der Anspruch der Bayerischen Verfassung auf ganzheitliche Bildung im Mittelpunkt der Arbeit mit Schülern: "Die Schulen sollen nicht nur Wissen und Können vermitteln, sondern auch Herz und Charakter bilden" (Art 131 Bayer. Verfassung). "Ich will, dass die Schulen Werte vermitteln. Deshalb habe ich die Initiative ,Werte machen stark' ins Leben gerufen", so der Minister.

Für die kommende Legislaturperiode kündigte Minister Schneider an: "Wir sind gut und werden noch besser." Dazu will der Minister die großen Klassen weiter abbauen, rasch weitere Ganztagsschulen genehmigen und die Unterrichtsversorgung sichestellen. Zusammenfassend sagte der Minister: "Mir geht es darum, die individuelle Förderung der bayerischen Schüler weiter voranzutreiben. Dann haben sie beste Chancen, ihr Leben eigenverantwortlich zu gestalten."


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