Bildungsinvestitionen

„Für gute Bildung in Bayern braucht es 1,5 Milliarden Euro mehr pro Jahr“

BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann präsentiert Expertise „Zeit für Bildung - gerecht.investieren“: „Die Gelder müssen flexibel, effizient und intelligent verteilt werden.“

04.07.2018 Bayern Pressemeldung Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) e.V.
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Sebastian, Ann-Sophie, Ulla oder Taio sollen in der Schule das bekommen, was sie tatsächlich brauchen. Die Ressourcen, die für diese Schüler/innen zur Verfügung stehen, müssen deshalb so verteilt werden, dass sie bei den Kindern und ihren Lehrkräften tatsächlich ankommen. Damit Sebastian, Ann-Sophie, Ulla und Taio auch ihre Talente bestmöglich entfalten und in der Gesellschaft von Morgen einen guten Platz finden können, braucht es aber gerechtere Investitionen. „Die vier Kinder stehen für einen nötigen Wandel in Schule und Bildung“, erklärte die Präsidentin des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV), Simone Fleischmann. Im Bildungshaushalt klafften trotz Investitionen große Lücken. Zudem komme das Geld nicht immer da an, wo es gebraucht werde. Nach Recherchen des BLLV fehlen jedes Jahr über 11.000 Stellen und knapp 1,5 Milliarden Euro im Bildungshaushalt, um Schule und Bildung so zu gestalten, dass sie den Bedürfnissen junger Menschen gerecht werden. Das Geld sei da - allerdings würden damit häufig Versäumnisse in der Schulpolitik finanziert. „Das haben wir in den vergangenen Wochen an vier Beispielen deutlich gemacht.“ 

Auf einer Pressekonferenz heute in München knüpfte die BLLV-Präsidentin an die im März gestartete BLLV-Kampagne „Zeit für Bildung“ an. Herzstück dieser Kampagne sind elf Kinder. Sie stehen für die unterschiedlichen Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler und zeigen beispielhaft auf, wie facettenreich ihre Bedürfnislage ist. Für Lehrerinnen und Lehrer ist es in der Schulpraxis unmöglich, allen diesen Bedürfnissen gerecht zu werden und jedes einzelne Kind so zu fördern, wie es in seiner jeweils unterschiedlichen Situation nötig wäre. „Im zweiten Schritt zeigen wir auf, dass es um die Art und Weise geht, wie wir in Bildung investieren - und - vor allem: wie flexibel, effizient und intelligent wir das tun. Wir müssen und wir können es uns leisten, jedes einzelne Kind zu fördern und zu unterstützen“, betonte Fleischmann.  

Herauskristallisiert hätten sich zehn zentrale Handlungsfelder. „Dazu gehören die Frühkindliche Bildung, die Individuelle Förderung, die Inklusion, der Ganztag, die Migration und Integration, die Digitalisierung und Schule, die Lehrerbildung, die Führung von Schule, der Schulbau und die Wohnortnahe Schule“, sagte Fleischmann. „Wir haben eine Vision bedarfsgerechter Bildung und zeigen an Hand der zehn Handlungsfelder konkret auf, was deren Umsetzung an zeitlichen, personellen und finanziellen Ressourcen bedeutet.“ 

„Klar ist“, so Fleischmann, „dass es in den nächsten zehn Jahren in diesen zehn Handlungsfeldern neue Entwicklungen geben wird, auf die Bayern reagieren muss, zum Beispiel die wieder ansteigenden Schülerzahlen.“ Berechnet worden sei in der BLLV-Expertise aber auch ein Szenario, das darüber hinausgeht. „Dieses Szenario hat also nicht nur das demografisch Notwendige, sondern auch das pädagogisch Sinnvolle im Blick.“ 

Die sich daraus ableitende Frage liege auf der Hand: „Wir müssen darüber nachdenken, wie Bildungsinvestitionen künftig so eingesetzt werden, dass sie Schülern und Lehrern am ehesten gerecht werden. Wenn uns die Politik in diesen Überlegungen folgt, das heißt, wenn sie den Aussagen der Kampagne ‚Zeit für Bildung‘ und den damit verbundenen Forderungen folgen kann, müsste konsequenterweise auch in der Bildungsfinanzierung ein Umdenken einsetzen. Das ist jedenfalls meine Hoffnung“, erklärte Fleischmann. 

Die vollständige Expertise mit einer Zusammenfassung der zehn Handlungsfelder finden Sie unter www.bllv.de/bildungsfinanzierung

Mehr zur Kampagne „Zeit für Bildung“ unter: www.bllv.de/zeit-fuer-bildung


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