Lehrerversorgung

Kooperation statt gegenseitiges Abwerben von Lehrkräften!

Rückblickend auf die Frühjahrsplenartagung des Bundeselternrats vom 12. bis 14. Mai 2017 schauen die Delegierten des Bundeselternrats mit großer Sorge auf den Zustand unserer Schulen und den zunehmenden Lehrermangel.

20.07.2017 Bundesweit Pressemeldung Bundeselternrat
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So fehlen mittlerweile in den Grundschulen und den weiterführenden Schulen im Sekundarbereich I so viele Lehrkräfte, sodass dieser Mangel nur noch durch die Einstellung von Seiteneinsteigern, der Nichtgewährung von Altersteilzeit und der Erhöhung der Besoldungsgruppen aufgefangen werden kann. In dem Fachgebiet der Sonderpädagogik und bei den Berufsschulen führt der Lehrermangel mittlerweile so weit, dass in diesen Bereichen die vollständige Unterrichtsversorgung nicht mehr sichergestellt werden kann. Der Fachkräftemangel ist damit im Bildungswesen angekommen. Als Folge dieser fatalen Entwicklung sind einige Bundesländer dazu übergegangen, sich gegenseitig die vorhandenen Lehrkräfte „abzufischen“. So konkurrieren sie bei den Arbeitsbedingungen, der Besoldung und bei der Frage der Verbeamtung von Lehrkräften. 

Der Bundeselternrat stellt hierzu fest: „Es besteht Einigkeit zwischen den Delegierten aller Bundesländer darüber, dass die gängige Praxis des gegenseitigen Abwerbens von Lehrern und pädagogischen Fachkräften zwischen den Bundesländern das deutschlandweite Problem des Fachkräftemangels verlagert und verschärft. Der Beruf des Lehrers muss attraktiver gestaltet werden. Eine gesicherte qualitative und quantitative pädagogische Ausbildung für die Zukunft muss bundesweit in den Fokus der Anstrengung gerückt werden. Es müssen Lehrer für unsere Kinder da sein!“

Der Bundeselternrat fordert seit Jahren den Bund, die Bundesländer und die Kommunen auf sich in Bezug auf die Bildungspolitik besser zu koordinieren. Gerade unter dem vorherrschenden Lehrermangel fordert der Bundeselternrat jetzt diese bundesweite Kooperation. Wir brauchen eine konzertierte Aktion für die ausreichende Versorgung aller Schulen mit angemessenem Schulraum und dem notwendigen pädagogischen Personal. Es ist nicht hinzunehmen, dass auf dem Rücken unserer Bildungseinrichtungen weiterhin die Folgen einer unkoordinierten Finanz- und Personalpolitik ausgetragen werden. Die Verrentungswelle und der erhöhte Personalbedarf durch die Inklusion waren bei der Lehrerversorgung absehbar. Selbst die aus der Bevölkerungsentwicklung erwartete demografische Rendite kann nach der aktuellen Studie der Bertelmann Stiftung „Demografische Rendite adé“ nicht mehr angenommen werden. Die Zeiten sinkender Schülerzahlen sind also auch vorbei! Im Interesse der Ausstattung und der Versorgung unserer Schulen mit ausreichendem Personal brauchen wir also dringender denn je eine nachhaltige und koordinierte Finanz- und Personalpolitik, die nicht weiter den Mangel verwaltet, sondern unser Bildungssystem fortschrittlich und zukunftsfähig gestaltet!

Ansprechpartner

Bundeselternrat

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