Bildungsbericht für Schleswig-Holstein 2006 veröffentlicht

Mit dem jetzt veröffentlichten zweiten "Bildungsbericht für Schleswig-Holstein" setzt die Landesregierung ihre regelmäßige Berichterstattung zur Entwicklung des Bildungssystems fort. Der Bericht bietet die Möglichkeit, sich umfassend und zielgerichtet über die Situation vorschulischer und schulischer Bildung für die Schuljahre 2004/05 und 2005/06 "auf einen Blick" zu informieren.

03.12.2006 Schleswig-Holstein Pressemeldung Ministerium für Schule und Berufsbildung des Landes Schleswig-Holstein

"Die nationale wie die landesbezogene Bildungsberichterstattung sind eine wichtige Grundlagen für alle bildungspolitische Planungen", sagte Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave heute (1. Dezember) in Kiel. Die Landesregierung habe die Erkenntnisse der verschiedenen Berichte und Studien der vergangenen Jahre genutzt und daraus zentrale Ziele für die Bildungspolitik im Arbeitsprogramm für diese Legislaturperiode abgeleitet. "Die Befunde zeigen übereinstimmend, dass Schleswig-Holstein mit den Ergebnissen der leistungsstärkeren Schülerinnen und Schüler im Vergleich der Länder durchaus zufrieden sein kann", sagte Erdsiek-Rave. Die bisher ungelöste Herausforderung bestehe in der stagnierenden Kompetenzentwicklung der leistungsschwächeren Schülerinnen und Schüler.

"Wir müssen daher an unseren Schulen die vorhandenen Ansätze einer wirksamen Förderung verstärken, um die hohe Anzahl von Wiederholungen, Zurückstellungen und Schulabbrüchen weiter zu reduzieren. Wir brauchen mehr Bildungsgerechtigkeit, nicht nur aus sozialen Gründen, sondern auch, um vorhandene Begabungspotenziale besser auszuschöpfen. Und wir müssen die Qualität aller Bildungsgänge weiter erhöhen, um das Kompetenzniveau unserer Schülerinnen und Schüler schrittweise an die internationale Spitzengruppe heranzuführen", sagte die Ministerin. Um diese Ziele zu erreichen, investiere die Landesregierung in dieser Legislaturperiode 150 Millionen Euro zusätzlich in Bildung und schaffe 700 neue Lehrerstellen.

Im Internet ist der Landesbildungsbericht 2006 unter der www.mbf.schleswig-holstein.de oder bildungsqualitaet.lernnetz.de/docs/bildungsbericht2006.pdf herunter zu laden. Im Folgenden ein paar wichtige Aspekte:

Demographische Entwicklung (S. 9/10)

Der deutliche Rückgang der Geburtenzahlen in Schleswig-Holstein seit 1990 um rund 17 Prozent hat anhaltende Auswirkungen auf die Schülerzahlenentwicklung der einzelnen Bildungsbereiche. Während an den Grundschulen der Rückgang im Jahr 2000 bereits eingesetzt hatte, sind die Zahlen an den Hauptschulen seit 2004 und an den Realschulen seit 2005 rückläufig. So wird die Anzahl der Kinder im Kindergartenalter bis 2015 knapp 20 Prozent unter dem Stand des Jahres 2004 liegen und die Anzahl der Sechs- bis Zehnjährigen (Grundschüler) bis 2015 um 21 Prozent zurückgehen.

Bildung in Kindertageseinrichtungen und Tagespflege (S. 13)

Lebenslanges Lernen beginnt mit dem Besuch von Kindertageseinrichtungen als "erste Stufe des Bildungswesens". Sprachliche Fähigkeiten sind entscheidend für Schulerfolg und Bildungschancen. In den Einschulungsgesprächen wird ab diesem Schuljahr daher auch der Sprachstand beobachtet und bewertet. Wird ein Förderbedarf festgestellt, nehmen die Kinder an Sprachintensivkursen (SPRINT) teil, die im ersten Halbjahr 2006 erstmals für 2.300 Kinder vor Schuleintritt mit dem Ziel stattfanden, dass jedes Kind bei der Einschulung über ausreichende deutsche Sprachkenntnisse verfügt. Ab 2007 wird die Teilnahme an diesen Kursen verpflichtend. In dieser Legislaturperiode stehen für die vorschulische Sprachförderung 27 Millionen Euro zur Verfügung.

Unterricht und Verlässlichkeit von Schule sichern (S. 34)

Über alle Schularten hinweg wurde der Unterrichtsausfall von 5,2 Prozent in 2001/02 auf 1,85 Prozent für das Schuljahr 2005/06 reduziert. Damit konnte das Ziel der Landesregierung, den Unterrichtsausfall in der Grundschule weitest gehend zu vermeiden und eine deutliche Reduzierung in den übrigen Schularten zu erreichen, umgesetzt werden. In das Handlungskonzept "Jede Stunde zählt" investiert die Landesregierung jährlich 12,1 Millionen Euro.

Bildungsabschlüsse (S. 82)

Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 31.046 Jugendliche aus den Schulen entlassen. Mit fast gleichen Anteilen an der gleichaltrigen Bevölkerung von knapp 33 Prozent bzw. 32 Prozent sind der Hauptschulabschluss und der Realschulabschluss die häufigsten Schulabschlüsse, gefolgt von der Hochschulreife mit knapp 23 Prozent. Die Fachhochschulreife erzielten 1,3 Prozent; fünf Prozent der Jugendlichen verließen die Schule ohne Abschluss, weitere fünf Prozent wurden aus Förderschulen entlassen.

Wiederholungen, Zurückstellungen (S. 86)

Insbesondere durch die Einführung der Eingangsphase in der Grundschule und die damit verbundene differenzierte individuelle Förderung von Kindern konnte die Zahl der Zurückstellungen von der Einschulung in den vergangenen fünf Jahren deutlich von einem Anteil von 6,8 Prozent auf 4,6 Prozent gesenkt werden. Die durchschnittliche jährliche Wiederholerquote von 3,1 Prozent ist an allen Schularten rückläufig.


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