PISA-Ländervergleich 2006: Positiver Trend stabilisiert sich auch im Saarland

Am heutigen Dienstag wurden in Berlin die Ergebnisse der PISA-E-Studie 2006 vorgestellt. Das Saarland liegt in den Naturwissenschaften mit 512 Punkten deutlich über dem OECD-Schnitt (500). In Mathematik liegt das Saarland genau im OECD-Schnitt (498) und in der Lesekompetenz mit 497 Punkten ebenfalls leicht über OECD-Schnitt (492) Punkte. Ministerin Kramp-Karrenbauer unterstrich heute gegenüber Medienvertretern die deutliche Verbesserung gegenüber den vorherigen PISA-Studien.

18.11.2008 Saarland Pressemeldung Ministerium für Bildung und Kultur Saarland

Lag das Saarland nach der Regierungsübernahme bei PISA 2000 in allen drei Bereichen noch deutlich unter OECD-Schnitt, ist es in den letzten Jahren gelungen, das Wissen der Schülerinnen und Schüler deutlich zu verbessern. "Insbesondere freut mich die Entwicklung bei den Schülerinnen und Schülern der sogenannten Risikogruppe, deren Anteil in allen untersuchten Kompetenzbereichen stark verringert werden konnte, in den Naturwissenschaften konnte er sogar halbiert werden. Dies zeigt uns, dass wir den richtigen Weg eingeschlagen haben, diesen aber auch konsequent weitergehen müssen."

Naturwissenschaften

In den Naturwissenschaften haben sich die Kenntnisse der saarländischen Schülerinnen und Schüler von 485 Punkten bei PISA 2000 über 504 Punkte bei PISA 2003 auf nunmehr 512 Punkte bei PISA 2006 gesteigert. Rein rechnerisch liegt das Saarland im Bundesländervergleich auf Platz neun. Die Punktzahlen der Länder auf benachbarten Rangplätzen unterscheiden sich aber so geringfügig, dass von einem Zufallsbereich gesprochen werden kann. So beträgt der Abstand des Saarlandes beispielsweise zu Platz fünf lediglich rund ein Prozent. Positiv ist bei den Naturwissenschaften zudem hervorzuheben, dass die sogenannte Risikogruppe, d. h. die Zahl der Schülerinnen und Schüler mit nur schlechten Chancen ein grundlegendes Wissen in naturwissenschaftlichen und technischen Bereichen aufzubauen, fast halbiert werden konnte (2000: 27,5; 2006: 14,6).

Mathematik

In der Mathematik sind die Kenntnisse der Schülerinnen und Schüler von 487 Punkten bei PISA 2000 auf 498 bei PISA 2003 gewachsen. Dieses Ergebnis hat sich stabilisiert (2006: 498 Punkte). In Relation zu den anderen Bundesländern nimmt das Saarland hier Rang zehn ein. Auch hier liegt das Mittelfeld der Bundesländer extrem eng zusammen, d.h. Rangplatz fünf bis zehn liegt im Spektrum von lediglich zwei Punkten, was 0,4 Prozent entspricht und damit im Zufallsbereich liegt.

Lesekompetenz

In der Lesekompetenz haben die saarländischen Schülerinnen und Schüler einen deutlichen Sprung nach vorne gemacht (Pisa 2000: 484 Punkte, Pisa 2003: 485 Punkte; Pisa 2006: 497 Punkte). Damit liegen sie im oberen Mittelfeld (Platz sechs), wobei sich die Rangplätze drei bis sechs lediglich um drei Punkte, d.h. 0,6 Prozent unterscheiden. Auch hier konnte eine deutliche Verbesserung bei der sogenannten Risikogruppe erreicht werden. Eine entsprechend signifikante Verbesserung weisen lediglich das Saarland und Rheinland-Pfalz auf. Gleichzeitig ist das Saarland das Bundesland, bei dem es in der Lesekompetenz die geringsten Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen gibt.

Verzögerte Schullaufbahn (Wiederholer)

Auch bezüglich der verzögerten Schullaufbahnen (Wiederholer) hat das Saarland seit PISA 2000 eine große Verbesserung von 30,9 Prozent auf heute 21,8 Prozent vollzogen und liegt damit im Ländervergleich aller Schulformen an dritter Stelle. Bezüglich der Wiederholer an Gymnasien hat das Saarland sogar den bundesweit zweitgeringsten Wert. Im Saarland hat sich auch - wie im Bundestrend - der Zusammenhang von sozialer Herkunft und Gymnasialbesuch gelockert.

Entwicklung in den einzelnen Schulformen

Des Weiteren zeigt die Studie, dass die Gruppe der Gymnasialschüler/-innen in den Naturwissenschaften und der Lesekompetenz erstmals über dem Bundesdurchschnitt liegt. Dies gilt noch nicht für die Mathematik, wo die Gymnasiasten auf Rang elf verblieben. Anhand der Befunde an den Gymnasien gibt es nach Meinung der Experten keinen Anhaltspunkt dafür, dass eine Verkürzung der Gymnasialzeit zu Lasten der erreichten Kompetenzstände geht. Darüber hinaus zeigt die Studie auf, dass die Werte der Gesamtschulen und der Erweiterten Realschulen sich praktisch nicht voneinander unterscheiden und auch die Kompetenzstreuung in beiden Schularten sehr ähnlich ist.

Ergebnisse sind Bestätigung und Ansporn zugleich

Im Saarland wurde bereits eine Vielzahl von Maßnahmen für eine langfristige und nachhaltige Verbesserung des Bildungsangebots auf den Weg gebracht. Einiges davon, wie etwa viel mehr Unterricht in der Grundschule und individuelle Förderung sowie die gezielte frühe Sprachförderung von Kindern mit Migrationshintergrund werden erst in den nächsten Jahren auf die Leistungsvergleiche durchschlagen können, da PISA den Schwerpunkt auf 15-jährige Schüler legte. "Die jetzigen Ergebnisse sind uns Bestätigung und Ansporn zugleich. Sie zeigen beispielsweise, dass die Maßnahmen zur Verbesserung der Mathematik, die in diesem Jahr eingeleitet wurden, zielgerichtet weiterzuführen und auszubauen sind, so beispielsweise die Beteiligung an SINUS (Steigerung der Effizienz des mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterrichts). Auch die verstärkte Anstrengungen im Bereich der Lehreraus- und -fortbildung, müssen konsequent fortgesetzt werden", so die Ministerin abschließend.


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden