Übertrittsverfahren

Der Bayerische Philologenverband warnt vor einer Freigabe des Elternwillens

Übertrittszeugnisse sind Beitrag zur Bildungsgerechtigkeit.

06.09.2016 Bayern Pressemeldung Bayerischer Philologenverband (bpv)
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Der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbands (bpv) Max Schmidt erinnert anlässlich des heute in München von der SPD vorgestellten Rechtsgutachtens daran, dass das Übertrittsverfahren in seiner jetzigen Form eine wichtige pädagogische Hilfestellung für die Viertklässlerinnen und Viertklässler und deren Eltern darstellt, die sich bewährt hat, eine hohe Treffsicherheit aufweist und durch Teilnahme am Probeunterricht korrigierbar ist: „Eltern werden kompetent über die Wahl des weiteren Bildungswegs durch verantwortungsbewusste Grundschullehrkräfte beraten. Diese kennen die Kinder mit ihren unterschiedlichen Begabungen und Interessen genau, die Übertrittsempfehlung hilft den Eltern bei der Entscheidung der richtigen Schulwahl. Das ist zudem ein ganz wichtiger Beitrag zur Bildungsgerechtigkeit, weil so auch Chancen von Kindern aus bildungsferneren Familien erhöht werden und den Eltern dabei geholfen wird, eine geeignete weiterführende Schule für ihr Kind entsprechend ihrer Leistungen und Begabungen auszuwählen! Die Freigabe des Elternwillens in den anderen Bundesländern hat zu mehr Bildungsungerechtigkeit geführt, weil bei fehlender Eignung bildungsaffine Eltern ihre Kinder trotzdem am Gymnasium anmelden, bildungsferne Eltern aber nicht! Nicht zuletzt auch deshalb wird unterdessen in verschiedenen Bundesländern wieder über eine Rückkehr zu verbindlichen Empfehlungen diskutiert.“

Hohe Durchlässigkeit im differenzierten Schulwesen ermöglicht bestmögliche Förderung

Schmidt weist auch ausdrücklich darauf hin, dass die Schulwahl nach der 4. Klasse keine endgültige ist, sondern dabei hilft, das Kind zum momentanen Zeitpunkt an derjenigen Schulart, die das am besten kann, bestmöglich zu fördern. So diene das jetzige Verfahren auch dazu, Kindern Bildungsbrüche und Versagenserlebnisse zu ersparen. Außerdem ist das bayerische Schulsystem äußerst durchlässig und auch über Mittelschule und Realschule kann man in Bayern das Abitur erreichen. „Entsprechend“, fügt der Vorsitzende hinzu, „wäre es völlig falsch, auf die pädagogischen Aussagen der Lehrkräfte zu verzichten. Die Kolleginnen und Kollegen an den Grundschulen handeln mit äußerster Sorgfalt und mit größtem Verantwortungsbewusstsein!“ Schmidt ergänzt außerdem, dass das vorgestellte Gutachten die durch die Entscheidung des Bayerischen Verfassungsgerichtshof über die Popularklage von 2014 bestehende Rechtslage nicht berücksichtigt: „Das bayerische Übertrittsverfahren ist sowohl pädagogisch sinnvoll und bewährt als auch verfassungskonform!“


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