"Rückenwind für den Berliner Weg!"

Berlins Bildungssenator Klaus Böger (SPD) hat die neuerliche Untersuchung des deutschen Schulsystems durch eine OECD-Studie Bildung auf einen Blick als "Rückenwind für den Berliner Weg" bezeichnet. "Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass wir Schule in Berlin genau an den Stellen verbessern, an denen es Not tut. Berlin ist in Deutschland Vorreiter einer modernen Bildungspolitik, die sich den Anforderungen von morgen stellt. Wir haben verstanden, dass gute Bildung bei den Kleinsten beginnt, sozial Benachteiligte erreichen muss, um möglichst vielen einen Abschluss des Sekundarbereichs II, also Abitur oder eine abgeschlossene berufliche Ausbildung, zu ermöglichen."

14.09.2004 Berlin Pressemeldung Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung

Bildungssenator Böger stimmt der Feststellung der OECD-Studie, dass der Anteil der deutschen Bildungsausgaben am BIP zu niedrig seien ausdrücklich zu. Böger wörtlich: "Wir alle müssen begreifen, dass Bildungsausgaben Zukunftsinvestitionen sind. Nicht in Beton, sondern in Köpfe gilt es zu investieren!"

Als Beispiele für Erfolge und richtige Weichenstellungen nannte Senator Böger folgende Reformbausteine.

  1. Nirgendwo in Deutschland ist der Anteil der Kinder, die eine Kita besuchen höher als in Berlin. Berlin fördert die Wissbegierde der ganz Kleinen mit dem neuen, verbindlichen Kita-Bildungsprogramm.
    Kinder lernen bereits in der Kita nicht nur die deutsche Sprache, sondern auch ein Grundverständnis unter anderem für Zahlen, Technik, Bewegung und Gesundheit. Böger: "Bildung beginnt bei den ganz Kleinen – das haben wir erkannt und daraus die Konsequenzen gezogen". Derzeit befinden sich Kita-Leiter und Leiterinnen dafür in intensiven Fortbildungen, die Ausbildung der Erzieherinnen selbst wird durch höhere Zugangsvoraussetzungen verbessert.
  2. Berlin fördert intensiv den Spracherwerb von Kindern schon vor Schuleintritt. Böger: "Wir stellen den Sprachstand bei Schulanmeldung fest. Wer die deutsche Sprache nicht ausreichend beherrscht, wird in der Kita oder in verbindlichen Sprachförderkursen fit gemacht für die Schule. Dies ist Teil der systematischen Integration durch Bildung."
  3. Berlin hat das Einschulungsalter um ein halbes Jahr vorgezogen und führt die flexible Schulanfangsphase ein.
  4. Schüler können dann die ersten beiden Schuljahre in einem, zwei oder drei Jahren durchlaufen. Rückstellungen gibt es keine mehr. Kinder können auch schon mit fünfeinhalb Jahren eingeschult werden.
  5. Berlin macht neues Lernen möglich. Schüler lernen zielgerichteter und auf eigenständigeren Wegen. Schulen erhalten mehr Eigenverantwortung.
    In der Grundschule wird die erste Fremdsprache ab der dritten Klasse unterrichtet, Deutsch wurde verstärkt, das Fach Naturwissenschaft neu geschaffen. Berlins neue Rahmenlehrpläne stellen die Schülerinnen und Schüler mit seiner ganzheitlichen Kompetenz in den Mittelgrund. Das zentrale Ziel heißt: Handlungskompetenz schaffen! Schülerinnen und Schüler sollen eigenständiger, sozial- und teamorientiert lernen und sich selbstkritisch mit ihrem Lernfortschritten auseinandersetzen. Schulen schaffen sich künftig ihr eigenes Programm. Ein Schlüssel für gute Bildung in Berlin ist die Qualitätsprüfung: Schulen müssen sich überprüfbaren Standards stellen, Schülerinnen und Schüler aller Schulen dem vergleichbaren Mittleren Schulabschluss (ab 2005/06) und dem Zentralabitur (ab 2007).
  6. Berlin schafft ein erstklassiges Angebot an Ganztagsgrundschulen
    Schon jetzt haben 30 Prozent der Berliner Schulen ein Ganztagsangebot, bis 2006 werden alle Grundschulen mindestens zu verlässlichen Halbtagsgrundschulen (7.30 Uhr-13.30 Uhr). Dies verbessert das Bildungsangebot für die jüngeren, genauso wie es auch die OECD-Studie vorsieht.

Berlins Bildungssenator Klaus Böger: "Wir stecken mitten in einem fundamentalen Prozess des Wandels. Die OECD-Studie zeigt die notwendigen Markierungen für unseren Weg auf, der noch lange nicht zu Ende ist."


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